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  • Do., 28. Juli 2022, 07:57 Uhr
    SOMMERTOUR: Landrat Engelhardt traf sich mit DLRG in den Biedensandbädern

    Ehrenamtliche Wasserretter gesucht 

    Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) kümmert sich in den Biedensandbädern mit ehrenamtlichen jungen Rettungsschwimmern um die Badesicherheit und ist in den Wasserrettungsdienst und Katastrophenschutz des Kreises Bergstraße integriert. Zum Informationsaustausch trafen sich (von links): Schwimmschulleiterin Ivone Glaschke, Pressewart und Rettungsschwimmer Felix Kröger, Vorsitzende Susanne Hanselmann, Technischer Leiter Thomas Hanselmann und Thomas Rech vom DLRG-Kreisverband mit Landrat Christian Engelhardt, Bürgermeister Gottfried Störmer und Geschäftsführer der Biedensandbäder Marius Schmidt. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Grüne Liegewiesen, ein weitläufiger Sandstrand am See mit einigen Palmen und fast dreißig Grad im Schatten, das ist nicht die Karibik – das sind die Lampertheimer Biedensandbäder, wenn das mitteleuropäische Sonnenwetter den Badesee auf angenehme 25 Grad erwärmt und alle Becken im Freibad auf 26 Grad aufheizt. Am Montag, dem ersten Ferientag in Hessen und Rheinland-Pfalz, erholten sich viele Badegäste aus der nahen und weiteren Umgebung an der frischen Luft und im Wasser. Auch Landrat Christian Engelhardt besuchte die Biedensandbäder, jedoch nicht zum Baden. Im Rahmen seiner Sommertour traf er sich zum Informationsaustausch mit Vorstandsmitgliedern des Ortsverbandes der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) auf dem Stützpunkt am Weidweg mit Besichtigung der Boots-und Fahrzeughalle. Anschließend war der Badesee mit Seewache das Ziel der Gruppe, zu der der stellvertretende DLRG-Einsatzleiter des Kreises Bergstraße Thomas Rech, Bürgermeister Gottfried Störmer und der Geschäftsführer der Biedensandbäder Marius Schmidt gehörte. Um die aktuellen Themen ging es: Um die Einbindung der DLRG in den Wasserrettungsdienst und Katastrophenschutz des Kreises Bergstraße, um die Badesicherheit und die Gewinnung von ehrenamtlichen  Rettungsschwimmern zur Badeaufsicht und um die Schwimmausbildung der Schulkinder. Jeder Bürger, jedes Kind sollte gut schwimmen können, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Allerdings fehle es an Kapazitäten, um allen Kindern das Schwimmen beizubringen, an Wasserzeiten und Ausbildern, nachdem durch die Schließung der Schwimmbäder in der Coronakrise sehr viel aufzuholen ist. Der DLRG-Ortsverband Lampertheim stellt die ehrenamtliche Badeaufsicht in den Biedensandbädern vor allem in der Seewache, dafür gebe es eine Aufwandsentschädigung, teilte Bäderchef Schmidt mit, aber es werden neben den eigenen hauptamtlichen auch mehr ehrenamtliche Rettungsschwimmer mit dem Silberabzeichen gesucht. Es gibt viel zu tun, Schmidt sprach von 155.000 Badegästen im Hallen- und Freibad im Jahr. Ohne Badeaufsicht dürften Einrichtungen nicht öffnen, machte Engelhardt deutlich. „Ehrenamtliche Rettungsschwimmer kann man nicht genug haben - im Wachdienst am Wochenende und in der ganzen Woche“, lautet Rechs Aufruf an alle, die sich als Helden in Hessen engagieren wollen, ganz im Sinne der DLRG-Aktion „Mehr Helden für Hessen“. Mit dem Hallenbad könne sich Lampertheim glücklich schätzen, meinte Rech, da es überall an Bahnkapazitäten, Hallenbädern und Ausbildern für die Schwimmausbildung mangele. Aus Gernsheim und Bürstadt kommen Schulklassen nach Lampertheim, viele Anfragen aus Worms und dem Wonnegau erreichen ihn, berichtete Schmidt, die Kapazitäten seien daher maximal ausgeweitet worden. In den VHS-Kursen seien 121 Kinder. Schwimmschulleiterin Ivone Glaschke machte darauf aufmerksam, dass das Seepferdchen nur der erste Schritt sei, um sicher schwimmen zu können sei mindestens das Deutsche Schwimmabzeichen nötig. Allerdings gebe es zurzeit bei der DLRG einen Aufnahme-Stopp in den Schwimmkursen. Nur in bewachten Gewässern schwimmen gehen, dazu ruft Rech auf und macht deutlich: Schwimmen im Rhein ist keine gute Idee. Auch in den Randbereichen werde man schnell von der Strömung weggezogen. Die DLRG werde kreisweit alarmiert, erklärte Rech, wobei der Kreis für 25 Rhein-Kilometer von Kirschgartshausen bis zum Kraftwerk in Biblis zuständig sei. In diesem Jahr habe es bislang weniger Einsätze als sonst eingegeben, was er auf die gute Präventionsarbeit zurückführt. Die DLRG Lampertheim sei super gut aufgestellt, bekräftigte Rech sein Lob, von den sechs Rettungswachen im Kreis sie dies die modernste. 

    Landrat Christian Engelhardt beim Stand-up-Paddeln sicher auf dem Brett, die Wasserretter Benjamin Hadzimehmedovic und David Weiß mit Rettungsboje in der Nähe. Foto: Hannelore Nowacki


    DLRG im Katastrophenschutz aktiv

    Im Wasserrettungsdienst und Katastrophenschutz des Kreises Bergstraße ist die DLRG Lampertheim mit Rettungskräften, vier Booten und Fahrzeugen integriert und war auch im Ahrtal eingesetzt. Die EU kann für Auslandseinsätze anfragen. Das leichte Raftboot, das auf den ersten Blick wie ein Schlauchboot aussieht, brauchen die speziell ausgebildeten Strömungsretter, dies sei ein Alleinstellungsmerkmal im Kreis, merkte Rech an. Das Hochwasserboot zeichnet sich durch geringen Tiefgang aus. Von den 120 Einsatzkräften im Landkreis seien 75 ausgebildete Katastrophenhelfer. Das Land Hessen schreibe seit acht Jahren in der Ausbildung einen Grundlehrgang Hochwasser vor. Bei Einsätzen sei die DLRG eine Untereinheit der Feuerwehr mit Sonderkompetenz. 

    Seewache für schnelle Rettung

    Von erhöhter Warte überblicken die jungen Rettungsschwimmer den Badesee, immer aufmerksam und bereit, mit dem Rettungsbrett und der Boje zu Hilfe zu eilen, wenn jemand zu ertrinken droht. Man beobachte den Kopf, erklärte Benjamin Hadzimehmedovic, der als stellvertretender Leiter der Rettungswache die Einsätze koordiniert. Die Wasserretter wissen, dass Ertrinkende nicht auf sich aufmerksam machen, nicht winken, sondern still untergehen. Die Rettung muss schnell gehen, das zeigen die jungen Rettungsschwimmer bei einer kleinen Übung mit Hannah Mörstedt, die hinausschwimmt und innerhalb von 21 Sekunden „gerettet“ und an Land in die stabile Seitenlage gebracht wird. Das ganze Wochenende waren die jungen Leute auf dem Stützpunkt und am See, erzählte Hannah, das mache Spaß. Benjamin sieht für sich persönlich als Vorteil, dass man bereits in jungen Jahren lerne ruhig zu bleiben und im Kontakt mit Badegästen richtig zu argumentieren.  Hannelore Nowacki

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