Sa., 15.08.2026
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  • Eigenanbau inzwischen erlaubt – wie gelingt die Aufzucht von Cannabispflanzen

    Rechtzeitig zum Frühling wurde das seit über 50 Jahren geltende Cannabisverbot teilweise abgeschafft. Aufgrund diverser Einschränkungen, die sich aus der europäischen Gesetzgebung ergeben, gelang zwar nicht der ganz große Wurf. Doch zumindest drei Ergebnisse sind wegweisend.

    Zum einen wird Cannabis, eine Heil- und Nutzpflanze mit jahrhundertelanger Tradition, von der Liste der besonders gefährlichen Substanzen gestrichen. Weiterhin droht Konsumenten, die bis zu 25 Gramm bei sich tragen, keine strafrechtliche Verfolgung mehr. Bemerkenswert ist zudem, dass sich jeder Erwachsene bis zu drei Pflanzen für den Eigenbedarf hochziehen darf. Wie das am besten gelingt, damit beschäftigt sich dieser Artikel.

    Seit April 2024 darf jeder Erwachsene 3 Cannabispflanzen anbauen! Foto von Aphiwat chuangchoem auf pexels

    Welche Hanfsamen eignen sich zum Anbau?


    Seit April ist es Cannabiskonsumenten im Erwachsenenalter erlaubt, innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu sieben Samen von Anbietern wie der niederländischen Saatgutbank Royal Seeds zu beziehen.

    Niederländische Züchter (Grower) weisen eine langjährige Erfahrung mit der Kreuzung verschiedener Sorten auf. Das Saatgut zeichnet sich durch eine hervorragende Qualität und einen hohen THC-Gehalt aus. THC (Tetrahydrocannabinol) ist der Wirkstoff, der berauschende und schmerzlindernde Eigenschaften besitzt.

    Feminisierte und automatisierte Samen versprechen sehr gute Resultate


    Für den Eigenanbau sowohl in der Wohnung (Indoor-Anbau) als auch im Garten oder im Freiland (Outdoor-Anbau) eignen sich vornehmlich zwei Typen. Feminisiertes Saatgut enthält nur Samenkörner mit weiblichem Erbgut. Männliche Pflanzen bilden keine THC-haltigen Blüten aus und sind für die Anwendung wertlos.

    Selbstblühende beziehungsweise automatisierte oder Autoflowering-Pflanzen sind auf ein kleines, buschiges Wachstum getrimmt. Dies hat den Vorteil, dass sie nicht viel Raum beanspruchen und sich exzellent zum Indoor-Anbau eignen. Wichtiger noch ist die Eigenschaft, dass sie nur eine kurze Wachstumsphase benötigen und mehrere Ernten möglich sind.

    Wie gelingt der Indoor-Anbau?


    Cannabis ist ein robustes Gewächs. Es sprießt ohne besondere Pflege im Garten, ist dort aber den Witterungsbedingungen und Schädlingen ausgesetzt. In städtischen Regionen, wo den Bewohnern keine Grünflächen zur Verfügung stehen, empfiehlt sich der Indoor-Anbau. Wenn dabei ein natürliches Ambiente simuliert wird, ist eine exzellente Ernte zu erwarten. Dazu bedarf es der folgenden Ausrüstung:

    • Growbox: Eine solche wird in jedem gut bestückten Baumarkt angeboten. Sie schirmt die Pflänzchen während der Wachstumsphase vor unerwünschten Umwelteinflüssen ab. Praktisch sind Modelle, die in einen Schrank passen.

    • Blumentöpfe: Dabei sind aus Platzgründen Blumentöpfe mit quadratischem Grundriss in verschiedenen Größen runden Gefäßen vorzuziehen.

    • Blumenerde: Zu besten Ergebnissen führt mineralreiche Bio-Erde in Verbindung mit Bio-Dünger.

    • Zeitschaltuhr: Damit wird der Hell-Dunkel-Rhythmus simuliert.

    • Ventilator: Dient der ausreichenden Belüftung. Größere Anlagen benötigen ein Belüftungssystem.

    • Starke LED-Lampen: Diese spenden ausreichend Licht, damit die Photosynthese reibungslos abläuft.


    Die diversen Anbauphasen der Cannabispflanze


    Nachdem die notwendigen Utensilien angeschafft wurden, kann der eigentliche Anbau beginnen. Dieser unterteilt sich in mehrere Phasen.

    Keimzeit


    Bevor die Samen eingepflanzt werden, müssen sie zur Keimung gebracht werden. Dazu greifen Hobbygärtner zu einem Kniff, der mit keinen Kosten verbunden ist. Zwei herkömmliche Küchentücher werden gut durchfeuchtet und in der Mitte gefaltet.

    Die Samen werden zwischen den beiden Tüchern eingebettet und auf einen Teller gelegt. Ein zweiter Teller wird umgekehrt darauf gesetzt, um absolute Dunkelheit herzustellen. Nach einer Woche bilden sich bei Zimmertemperatur kleine Wurzeln aus. Es empfiehlt sich, gelegentlich etwas Wasser zuzugeben und die Papiertücher immer gut feucht zu halten.

    Sämlingsphase


    Jetzt werden die Pflanzen in ein größeres Gefäß umgetopft. Es ist darauf zu achten, nicht zu oft zu gießen, damit die Wurzeln atmen können. Nachdem sich nach gut zwei Wochen die ersten Keimblätter gebildet haben, sollten die Pflanzen entweder in den Garten oder in einen großen Topf umgesetzt werden.

    Vegetationsphase


    Diese nimmt je nach Saatgut zwischen einem und drei Monaten in Anspruch. Werden zwischendurch die Spitzen geschnitten, nützt die Pflanze besser das Licht aus und nimmt eine buschige Form an.

    Blütephase und Erntezeit


    Die Zeit der Blüte beginnt, wenn sich harzige Knospen ausbilden. Sie kann sich bis zu elf Wochen hinziehen. Die Blütephase ist vollendet, wenn sich die Pflanzenhaare (Trichome) milchig einfärben. Die Pflanze wird abgeschnitten und mindestens zwei Wochen zum Trocknen aufgehängt. Das Biomaterial wird entfernt und die Blüten sind bereit für den Konsum.
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