STÄDTEPARTNER: Bürstadt und Krieglach in der Steiermark seit 50 Jahren Partner
Ein Baum als Zeichen der Verbundenheit
Zwei Bürgermeisterinnen gießen den jungen Feldahorn an: Barbara Schader (links) und Regina Schrittwieser. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Bis der neu gepflanzte Feldahorn auf dem Bildungs- und Sportcampus mit seiner Krone einen großen Schatten wirft, wird es noch einige Zeit dauern. Als Generationenprojekt ist dieser Baum von den Krieglacher Spendern auch gedacht, als Zeichen der Verbundenheit beider Städte auch in Zukunft, erklärte Bürgermeisterin Regina Schrittwieser anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft von Bürstadt und der Marktgemeinde Krieglach in der Steiermark.
Mit ihrem Mann Jakob Schrittwieser und einer großen Delegation einschließlich Chor „Krieglach vocal“ war sie angereist. „Ein Baum ist immer ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht“, sagte Bürstädter Bürgermeisterin Barbara Schader. Bevor die beiden Bürgermeisterinnen den jungen Feldahorn mit Bedacht gemeinsam angossen, positionierte sich der Chor mit seinem Dirigenten Stefan Rapp im großen Halbrund zu einem schön gejodelten Liedvortrag mit dem Titel „Jodlers Tri Lei da reiho, bleib’n ma banand“.
Der Chor Krieglach vocal brachte zur Feier der Städtepartnerschaft auf dem Bildungs- und Sportcampus ein Ständchen. Foto: Hannelore Nowacki
In Krieglach wächst wegen des kühleren Klimas ein Bergahorn heran. Zum gemütlichen Beisammensein beim Sektempfang und herrlichem Sommerwetter war am Bewegungsgarten der Tisch gedeckt und Gelegenheit sich mit Ehrengästen, Stadtverordneten und Magistratsmitgliedern auszutauschen. Alte Freunde saßen beisammen, die sich aus vielen Begegnungen kennen, sich über die Jahre gerne besucht haben, wie das Ehepaar Schrittwieser und das Ehepaar Pumm. Früher sei man mit fünf Bussen nach Bürstadt gefahren, erinnerte sich Bürgermeisterin Schrittwieser. Dieser Partnerschaftsgedanke mit persönlichen Begegnungen soll mit der jungen Generation weitergeführt werden, so ist der Wunsch und Plan.
Wie in der Anfangszeit könnten die Vereine mit Angeboten einstiegen, einst waren die Gesangvereine in der Partnerschaft aktiv, heute könnte die Sportjugend mit Turnieren und sonstigen Begegnungen zur Wiederbelebung beitragen. Beeindruckend fanden die Besucher den Bildungs- und Sportcampus. Aber auch Krieglach hat ein Sportzentrum, dazu einen Freizeitsee mit einem Beach-Volleyball-Platz. Von mehreren Tennisplätzen, davon drei Kunstrasenplätze, erzählte Bürgermeisterin Schrittwieser begeistert im Gespräch mit den TiP und schwärmte von Peter Roseggers Waldheimat als Urlaubsgegend – zum Skifahren, Bergwandern und Mountain-Biking, mit Bergbauernhöfen, Almen, Waldwirtschaft und frischer Luft.
Eine traditionell beliebte Sportart sei das Stocksportschießen auf der eigenen Anlage. Ideen würden schon gesammelt, als Fachmann war auch Vize-Bürgermeister und Sportzentrum-Verantwortlicher Ewald Rami dabei. Bei einem Stadtrundgang zeigten sich die Besucher von den neuesten Entwicklungen und dem Wochenmarkt beeindruckt. Die 50-jährige Partnerschaft wurde von Donnerstag bis Sonntag gefeiert. Am Festabend am Freitag im Bürgerhaus wirkten die Katholische Kirchenmusik (KKM) Bürstadt, der MGV Harmonie und der Chor Krieglach vocal mit. Am Samstag stand mit der 40-köpfigen Delegation, Bürgermeisterin Schader, zwei ehemaligen Bürgermeistern und Stadtverordneten ein gemütliches Beisammensein auf der Terrasse beim Tennis-Club auf dem Programm. Die Anlage habe den Besuchern sehr gut gefallen, teilte der Vorstand mit. Bürgermeisterin Schrittwieser habe angeboten, den Tennis-Club nächstes Jahr zu einem Freundschaftsspiel mit dem dortigen Tennis-Club einzuladen.
In Krieglach mit seinen 5.400 Einwohnern gebe es ein sehr aktives Vereinsleben, betonte die Bürgermeisterin gegenüber dem TiP, das gehöre dazu, um sich in einer Gemeinde wohlzufühlen. Sogar eine Ehe hat die Städtepartnerschaft gestiftet – vor über 40 Jahren kam Gregor Winkler nach Krieglach und lernte beim Singen seine Gabi kennen.