Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Ein beeindruckender und stimmgewaltiger Konzertabend
Mo., 02. September 2013, 10:07 Uhr
Buntgefächertes musikalisches Programm beim Schlosskonzert im Bürgerhaus
Ein beeindruckender und stimmgewaltiger Konzertabend
Hörgenuss: Marc Bugert und der Frauenchor des Sängerbundes. Foto: ehr
HÜTTENFELD – Man traute der Wetterlage nicht. Daher entschlossen sich die Verantwortlichen des MGV 1892 Sängerbund Hüttenfeld die 13. Auflage des Schlosskonzertes vom Schlosshof ins Bürgerhaus zu verlegen. Und so sangen die Chöre vor dem Bildnis des Schlosses Rennhof, das von dem irischen Künstler und Sänger des Sängerbundes Jimmy Chestnut angefertigt wurde und wenigstens ein bisschen „Schlosskonzert-Atmosphäre“ aufkommen ließ.
Der Vorsitzende Oskar Moos konnte stolz die Besucher im proppenvollen Bürgerhaus begrüßen. Unter den vielen Ehrengästen waren auch drei Bürgermeisterkandidaten, der Vorsitzende des Sängerkreises Bergstraße Heinz Ritsert und der Sängerjugend Guido Seemann. Willi Moos – gleichzeitig auch der Dirigent des Männerchores – führte durch ein buntes Programm, das von den „Young Voices“ unter der Leitung von Ronald Ehret eröffnet wurde. Die jungen Damen überzeugten einmal mehr mit einer für dieses Alter – das Gros des Chores ist zwischen 11 und 16 Jahre alt – außergewöhnlichen Stimmfülle. Evergreens wie „Tea for Two“ oder dem „Here comes the sun“ von den Beatles hatte der Nachwuchschor des Sängerbund Hüttenfeld in seinem Programm und wurde einmal mehr begleitet von Bruno Ehret am Klavier.
Der Männerchor des Sängerbund Hüttenfeld unter seinem Dirigenten Willi Moos gestaltete seine beiden Blöcke sehr differenziert. Zunächst bedienten sie ihr Stammpublikum mit den gewohnt und gekonnt interpretierten Klassikern „Weit gehen die Gedanken“ (Rudi Kühn) und der „Lotosblüte“ von Franz-Josef Siegel. Das Lied „Gürtel und Tüchlein“ von Jakob Gotovac war lange nicht mehr im Reperoire und verfehlte seine Wirkung nicht. Später dann legten die 30 Männer nach mit „Marianka“, dem französischen Volkslied „Belle Rose“und vor allem nach dem „Shenandoah“, das einen Fluss in Virginia besingt, kannte der Applaus keine Grenzen. Nicht zuletzt durch das gekonnte Solo von Friedhelm Ehret.
Marc Bugert betrat mit dem Frauenchor des Sängerbundes hauptsächlich das Genre des Gospels. „Jakob’s Ladder“ nach einem Satz von Arnold Kempkens ist da immer wieder ein Hinhörer. „The voice of heaven“ bildete den brillanten Übergang zu dem Evergreen „Oh happy day“, bei dem das Publikum einfach mitklatschen musste. Hier brillierte die Solistin Susanne Ergler. Doch auch beim traditionellen deutschen Volkslied fühlen sich die 18 Damen aufgehoben. „Hab mein Wagen vollgelade“ bestach durch rhythmische Raffinessen und gliederte sich nahtlos an des nachfolgende „Zum Tanze“ nach einem Satz von Hugo Alven an. Die Zugabe war obligatorisch.
Elisabeth Seidl reiste praktisch mit drei Chören aus der Hauptstadt an. Traditionell gab sich der MGV 1840 Lampertheim mit dem Klassiker „Der Lindenbaum“ von Franz Schubert. Und die 18 Herren wussten nicht nur stimmlich zu gefallen. Begleitet von Manuel Jandel am Klavier überzeugten sie bei Mendelssohns“ Ich wollt meine Liebe ergösse sich all in ein einzig Wort“ mit Leichtigkeit und innigem Timbre. Vom gleichen Komponisten dann der „Gruß“ – eigentlich für zwei Singstimmen und Klavier gesetzt – bei dem der Chor mühelos die harmonischen Varianten beherrschte.
Der Chor „Joyful“ des MGV 1840 hat sich schon lange einen Namen gemacht und lehnte sich bei seiner Liedwahl an Pop und Schlager an. Neil Diamonds „I’m a Believer“ setze da den gelungenen Startschuss, der von den 30 meist jüngeren Sängerinnen und Sängern mühelos über Leonard Cohens „Hallelujah“ bis hin zu dem fetzigen „Joyful, Joyful“ aus dem Film „Sister Act“. Hier erzeugte Steffi Strubel mit ihrem Eingangs-Solo Gänsehaut beim Publikum. Beeindruckend heiter auch die Stücke „Heast es net“ – übersetzt: Hörst du es nicht, oder „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern, bei denen die alpenländliche Ironie des östereichischen Liedermachers schnell auf das Publikum übersprang. Da gab es kein Halten mehr. Elisabeth Seidel stellte dann ihr Männerprojekt vor, das sich aus 11 Herren des Männerchores zusammen setzte. Sie sorgten mit „Westerland“ von den Ärzten für ein weiteres Highlight an diesem bunten und beeidruckenden Konzertabend. ehr