
BÜRSTADT – Auf ganze 107 Höfe war das Angebot am Sonntagmorgen hochgeschnellt, bis dahin hatten sich über 90 Bürstädter bei Wirtschaftsförderer Tim Lux mit ihrem Angebot zum Bürstädter Hofflohmarkt angemeldet. Lux drückte diesmal ein Auge zu und nahm die neuen Angebote noch auf die Homepage der Stadt Bürstadt, obwohl die Anmeldefrist längst abgelaufen war. Wo zuerst hingehen? Die Auswahl riesig, die Stadt weitläufig, am besten bequem ins Auto setzen oder aufs Fahrrad schwingen, um nach den bunten Luftballons Ausschau zu halten, die weithin sichtbar die teilnehmenden Höfe markierten. Bei schönstem Sommerwetter im Wonnemonat Mai durch die Stadt flanieren oder fahren, in den geöffneten Höfen stöbern – und einen sagenhaften Schatz finden, das muss kein Traum bleiben wie sich in Bürstadt am vergangenen Sonntag zeigte.
Die geübten Flohmarktgänger hatten sich schon früh auf den Weg gemacht. Gute Qualität und ein günstiger Preis – dann schnappte der Finder gerne zu. In bester Stimmung waren Serhildan Noak und Ehemann Markus, die zum ersten Mal beim Bürstädter Hofflohmarkt mitmachten und froh sind, dass die Stadt Bürstadt das organisiert. Aber die interaktive Karte auf der Homepage sei „schwierig“, meinten sie. Das hätten auch Besucher bemängelt. Die beiden hatten alles aus dem Keller und dem ganzen Haus zusammengesucht, was sie eigentlich nicht mehr brauchen. Drei Freundinnen aus Mannheim hielten Ausschau nach etwas, was ihnen gefallen würde. Ein paar Schritte weiter um die Ecke hatte Simone Knorr ihren Hof geöffnet, zum ersten Mal, wie sie erzählte, sie würde auf jeden Fall wieder mitmachen. „Eine schöne Aktion für die Stadt“ meinte sie und nachhaltig, „was der eine nicht mehr braucht, findet der andere schön“. Einiges wie Schlagzeug, Trampolin und Fahrrad seien schon früh verkauft worden. Allerlei Spielsachen und Kleidung der ganzen Familie sowie fünf gut erhaltene Fahrräder hatten Lorini Engert und Maria Engert im Angebot. Drei Räder hatten schon morgens Interessenten gefunden. Im elterlichen Hof der Familie Kodalis in der Kirschstraße waren Gastgeber und Besucher in Feierlaune bei Kaffee, Kuchen und viel Auswahl. Ljubica Juvanovic und Alessa Camassa, Freundinnen der Söhne, hatten die Organisation übernommen und waren mit dem Erfolg sehr zufrieden, schon morgens sei viel los gewesen. Der 9-jährige Alex hatte hier allerdings nur Augen für die Pokemonkarten, die auch Zwillingschwester Sophy gut findet. Zusätzlich hatte sie lustige „Wackelteile“ günstig erstanden. Eine Menge Hüte gab es – zwei gut gelaunte Herren hatten sich einen schwarzen Zylinder und einen breitkrempigen Sonnenhut ausgesucht. Bei den Großfamilien Stollhofer und Molitor In den Acht Morgen und in der Hofheimer Straße hinter dem Rathaus war die Auswahl groß bei sichtbarer Qualität, doch Käufer kamen selten vorbei. „Es fehlt einfach die Laufkundschaft“ waren sich die Familien einig.
Parkplätze gab es am Rathaus genug und in der alla hopp!-Anlage tobte das Leben. Als Laufgegend mit viel Durchgangsverkehr und in Tankstellennähe hatten die vier befreundeten Parteien in der Nibelungenstraße guten Zulauf. Dass es auch eine Rennstrecke ist, findet Bärbel Twardy nicht gut. Zum ersten Mal sind sie beim Bürstädter Hofflohmarkt dabei und gleich seit dem Morgen erfolgreich. „Die Idee ist geil, die Sachen rausstellen, die Leute kommen und man kommt ins Gespräch, lernt die Nachbarn kennen“, findet Ehemann Markus Twardy. Gelesen hatten sie davon im TiP und gleich gesagt „da müssen wir mitmachen“. Nächstes Jahr wollen sie wieder dabei sein. Wie der TiP auf Nachfrage bei Wirtschaftsförderer Tim Lux erfuhr, soll der Internetauftritt verbessert und am Konzept gefeilt werden.
Hannelore Nowacki
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