Mi., 25. Juni 2014, 22:02 Uhr
NABU Lampertheim betriebt „Auf der Heide" effektiven Naturschutz
Ein Fleckchen Erde für die Feldlerche
LAMPERTHEIM - Wie kann man ein Stück Land am effektivsten für den Naturschutz nutzen? Vor dieser Frage stand der NABU Lampertheim e.V., nachdem er einen Ackerstreifen im Gebiet „Auf der Heide“ durch Jürgen und Günter Hentschel aus der Pfalz erworben hatte. Diese begrüßten das Naturschutzprojekt und hatten dem Lampertheimer NABU auch einen Preisnachlass gewährt.
Verschiedene Möglichkeiten von der Streuobstwiese bis zur Heckenbepflanzung wurden diskutiert, bevor man sich Unterstützung durch die Technische Universität Darmstadt holte. Von dort kam dann der überraschende Vorschlag: ein Sandrasen. Die Sande wurden kurz nach der Eiszeit (vor ca. 10.000 Jahren) aus den Rheinschottern ausgeweht und zu Dünenfeldern entlang der Bergstraße angehäuft. Zu der Zeit wanderten die charakteristischen Steppenarten, wie sie heute noch großflächig im russischen Raum zu finden sind, ein. Durch die besonderen Eigenschaften des Substrates Sand und den menschlichem Einfluss haben sich diese Reliktstandorte bis heute gehalten.Aufgrund dieser langen Geschichte finden sich in den Sandgebieten heute noch Tier- und Pflanzenarten, die sonst in Deutschland weitgehend ausgestorben sind und oberste Plätze in den Roten Listen der gefährdeten Arten einnehmen. Ein Beispiel dafür ist die Feldlerche, die früher überall auf den Äckern beobachtet werden konnte. Inzwischen ist ihr Lebensraum durch die hochintensivierte Landwirtschaft stark eingeschränkt. Als Bodenbrüter benötigt sie offenes Gelände mit trockenen Böden. Genau dies findet die bedrohte Vogelart in den Sandgebieten.
Mit Unterstützung der Lampertheimer Firma Medert Recycling GmbH, welche die vorhandene Grasnarbe abräumte und als Schutzwall um das Grundstück aufschüttete, wurden die Voraussetzungen für ein artenreiches Sand-Ökosystem geschaffen. Weitere Infos über den NABU Lampertheim unter www.nabu-lampertheim.de. zg