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  • Mi., 19. Juni 2019, 09:45 Uhr
    Aktionstag „Lebendiger Altrhein“ lockte viele Spaziergänger auf die Festmeile 

    Ein Fluss für alle – Natur, Sport und Freizeitvergnügen

    Der Altrhein zum Genießen und Sport in Koexistenz. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Sonne, Wasser und grüne Natur – am Lampertheimer Altrhein war am Sonntag alles reichlich vorhanden. Ideal für den Aktionstag „Lebendiger Altrhein“ mit Bootskorso und Veranstaltungsprogramm zu Lande und zu Wasser und vielen Spaziergängern auf dem Deich vom Wassersportverein Lampertheim bis zum Alten Hafen mit Blick auf das Naturschutzgebiet Biedensand. Kein Wind kräuselte das Gewässer und dennoch peitschte die Gischt auf – der Wassersportverein richtete die Süddeutsche Meisterschaft im Kanu-Polo aus. Schon am Morgen jagten die Wassersportler aus nah und fern dem Ball hinterher. In einer Pause machte planmäßig der Bootskorso am Ponton vor dem Spielfeld Halt. Auf der Fähre an der Spitze des Korsos unterhielten MIL-Musiker die Passagiere und dann auch die Zuschauer an Land schwungvoll mit Seemannsliedern, dazu passend die weißen Mützen. Später an Land waren die MIL-Musiker als „Walking Act“ unterwegs, trugen ihre Instrumente über die Festmeile auf dem Deich zum Kanu-Club und weiter bis zum Wassersportverein, um auch dort das Publikum mit Liedern von See und Meer zu begeistern. Bürgermeister und Schirmherr Gottfried Störmer rief den Zuschauern an Land ein fröhliches „Ahoi!“ zu. „Eine wunderbare Idee“ nannte Störmer diesen ersten Aktionstag „Lebendiger Altrhein“ und dankte allen Beteiligten, den Initiatoren aus der Arbeitsgemeinschaft Lampertheimer Altrhein, den teilnehmenden Vereinen und Organisationen. Störmer erinnerte an die Olympiasieger und Weltmeister, die hier am Altrhein ihre sportliche Karriere begonnen haben. „Das muss erhalten bleiben“, rief er über das Wasser herüber zu den winkenden Zuschauern. Der Bootskorso setzte sein Defilee bis zum Alten Hafen fort, verschwand hinter der Biegung, um später in lockerer Folge zu den Anlegeplätzen zurückzukehren. Ein witziges Floß zog die Blicke auf sich, das voll besetzt wie eine schwimmende Laube über das Wasser glitt. Die Wasserretter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft  (DLRG) waren in offizieller Mission unterwegs und auch das große Boot der Wasserschutzpolizei mit Heimathafen in Gernsheim befand sich ganz offiziell im gewohnten Einsatzgebiet. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war zu Fuß auf dem Deich im Einsatz und mit Fahrzeugen am Deich, um im Notfall zur Stelle zu sein. Am Alten Hafen kam es auf dem Steg zum Polizeiboot immer wieder zum Besucherstau, verlockend war die Gelegenheit, Informationen aus erster Hand zu bekommen und den leicht schwankenden Polizeiarbeitsplatz zu erkunden. Gerne gab Polizeioberkommissar Markus Friebis auf die Fragen der Besucher Auskunft. Beim Kanu-Club lohnte sich für die Besucher ein Abstecher vom Deich herunter, nicht nur wegen der gut sortierten Kuchentheke der Kita Schwalbennest und der Lebenshilfe, hier waren umfangreiche, vertiefende Informationen über die Natur und den Altrhein als Wasserstraße zu haben. Am NABU-Stand erfuhren die Besucher, welche Wasservögel am und auf dem Altrhein zuhause sind und warum die Schlammflora besonders geschützt ist. Dieter Melchior wusste aber auch von den vielen Vogelarten wie den Purpurreiher, die Rohrdommel und den Drosselsänger zu berichten, die bereits vom Altrhein verschwunden sind. Störungen durch menschliche Aktivitäten vermutet er als Ursache. Das Welsche Loch als Rastplatz für Zugvögel dürfe nicht verlanden, machte Melchior im Gespräch mit dem TIP deutlich, hier sei das Land Hessen in der Pflicht. Andrea Hartkorn fürchtet um die Muschelbänke, wenn der natürliche Lebensraum durch eine erweiterte Regattastrecke eingeschränkt werden sollte. Auch Niedrigwasser wie im vergangenen Sommer mache diesen Wasserbewohnern zu schaffen. Am Stand nebenan erklärten Levin Thomas, Leonie Diesterweg und Sarah Saleh den Besuchern wie wichtig es ist, beim Naschen von Schokolade an die Umwelt zu denken. Die drei elfjährigen Schüler des Lessing-Gymnasiums machen sich stark für faire Produktion und Klimaschutz auf der Welt. Mehrere Stellwände mit informativen Texten, historischen und aktuellen Bildern vom Altrhein hatte der Projektbeirat  Entschlammung des Altrheins, kurz PELA, aufgebaut. Karl-Heinz Barchfeld, Mitglied im Projektbeirat, betonte im Gespräch mit dem TIP, dass dieser Aktionstag durch bürgerschaftliches Engagement entstanden sei, ohne städtische Beteiligung, jedoch mit großer Unterstützung durch die Stadtverwaltung. Helmut Holz, im Projektbeirat als Vertreter der Agenda 21, wünscht sich die Erhaltung des Altrheins für die nachfolgenden Generationen. Bei Verlandung wäre dieser Naturschatz unwiederbringlich weg.  Hannelore Nowacki 

     

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