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  • Mo., 06. März 2017, 13:55 Uhr
    Konzert „Tach, Herr Bach 2017“: Musikschule mit Kollegium als Bühnenstars in ausverkaufter Notkirche

    Ein Gesamtkunstwerk der guten Unterhaltung



    Spanisches Temperament drückte das Carmen-Medley von Georges Bizet aus, das Pianistin Svitlana Karikh, Gabi Noe-Müller am E-Bass und Elena Haag am Akkordeon umsetzten. Foto: Hannelore NowackiLAMPERTHEIM – Die Magie des vielfarbigen Lichts verband sich mit der Vielfalt der Musik, Raum für Geselligkeit und Zeit für den Genuss ausgewählter Weine, die Dekan Karl Hans Geil besorgt hatte. Üppig mit Käse und Trauben befüllte Schälchen und feine Häppchen rundeten das Angebot ab. „Tach, Herr Bach“ hieß es am Samstagabend zum dritten Mal in Folge – ein stimmungsvoller Konzertabend in der ausverkauften Notkirche. Der Erlös dieser erfolgreichen Konzertreihe, die in Zusammenarbeit der Musikschule Lampertheim mit dem Lions Club und Rotary Club sowie „cultur communal“ präsentiert wird, kommt der musikalischen und sozialen Arbeit der Musikschule zugute. Im Titel weist der neue Zusatz „2017“ darauf hin, dass sich das Publikum jedes Jahr auf ein neues Programm freuen darf, wie Dr. Nikolaus Selzer, Vorsitzender des Trägervereins der Musikschule und Vertreter des Lions Clubs, in seinen Begrüßungsworten hervorhob. Als Vertreterin des Rotary Clubs begrüßte Marianne Michels-Junglas die Konzertbesucher. Bürgermeister Gottfried Störmer als Schirmherr wünschte allen einen vergnüglichen Abend. Fest steht bereits – im nächsten Jahr geht es weiter mit „Tach, Herr Bach 2018“. Einzig das bewegende Stück von Johann Sebastian Bach aus seinen „Brandenburgischen Konzerten“, das Klavierlehrer Maurizio Viggiani zur Einstimmung auf den fast vierstündigen Konzertabend spielte, wird als Erkennungsmelodie wohl auch in den nächsten Jahren zu hören sein. Die Bühnenstars dieser Konzertreihe kommen aus dem Lehrerkollegium der Musikschule Lampertheim, alle sind erfahrene und weit gereiste Künstler ihres Fachs, die ihr Publikum stets aufs Neue zu überraschen wissen. Musikschulleiter Joachim Sum bewies als Moderator, dass die Kunst des heiteren Worts im Zusammenklang mit fachkundigen Hinweisen, vom Publikum gern gehört wird. Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach zählen zu den größten Organisten ihrer Zeit, wie Sum anmerkte, ihre für die Orgel komponierten Werke entfalten aber auch mit Gitarren und Akkordeon ihren Zauber. Gastgitarrist Stefan Hladek und Rudi Weinacker spielten die Chaconne G-Dur mit 21 und Variationen HWV 435 von Händel mit meditativem Zartgefühl. Akkordeon kann auch Orgel, Elena Haag vollbrachte dieses Kunststück beim Orgel-Präludium g-Moll BWV 558 von Bach. Joachim Sum spielte das beschwingte Stück „Variaciones sobre Carnaval de Venecia de Paganini“ von Francisco Tárrega mit folkloristischem Anklang als Solist auf der Gitarre. Maurizio Viggiani entlockte dem Klavier bei „Fantasie op. 28“ von Alexander Nikolajewitsch sanft im Raum schwebende Töne, die er bis zur gefühlvollen Ekstase steigerte. Bei der lustigen „Tritsch Tratsch Polka“ von Johann Strauß tanzten sechs Hände über die Klaviertasten, eine temperamentvolle Präsentation von Svitlana Karikh, Ju-Hee oh und Maurizio Viggiani. Nach gut einer Stunde ging der erste von drei Konzertteilen zu Ende, zwei 25-minütige Pausen verbanden die Teile. Paul Reade komponierte die „Victorian Kitchen Garden Suite“, die Anja Leonbacher mit Klarinette und Susanne Weinacker an der Harfe feinfühlig interpretierten. Mit dem Carmen-Medley von Georges Bizet brachten Elena Haag am Akkordeon, Pianistin Svitlana Karikh und Gabi Noe-Müller am Bass spanisches Flamenco-Temperament auf die Bühne.

    „Tach, Herr Bach 2017“ - der Lionsclub und der Rotary Club Lampertheim präsentieren das Konzertereignis am 4. März zum dritten Mal. Veranstalter und Ideengeber ist die Musikschule Lampertheim in Zusammenarbeit mit „cultur communal“ der Stadt Lampertheim. Zum Finale mit der mexikanischen Komposition „Malagueña salerosa“ kam ein musikalisches Großaufgebot auf die Bühne. Foto: Hannelore Nowacki


    Als Trio begeisterten Cathrin Ambach an der Querflöte, Edwin Monninger am Violoncello und Karsten Opitz an der Gitarre mit „D’un aire d’una mujer“ aus „Trio Sefardi“ mit orientalischen und jüdischen Einflüssen. Edwin Monninger (Violoncello) und Ju-Hee Oh (Klavier) setzten mit „Grand Tango“ des Tangomeisters Astor Piazolla den dramatisch-gefühlvollen Weltschmerz-Schlusspunkt vor der zweiten Pause. Tango verträgt sich gut mit Akkordeon und Klavier -  Elena Haag und Svitlana Karikh brachten dem „Tango pour Claude“ von Richard Galliano sogar eine jazzige Note bei. Daniele Aprile zelebrierte sein eigenes Stevie Wonder Medley auf der Gitarre – ein klangliches Wunderwerk mit orchestraler Wirkung, perkussiv und fingerstylistisch Ton für Ton feinfühlig angereichert. Bei den  folgenden drei musikalischen Beiträgen füllte sich die Bühne mit Musikern. Im Stück „O Pica-pau“ von Spechtbeobachter Karsten Opitz scheint ein fleißiger Specht mit munterer Vogelschar im Wald zu leben, so wie Moderator Sum es dem Publikum angekündigt hatte, musikalisch schwungvoll umgesetzt von Cathrin Ambach (Querflöte), Daniele Aprile und Karsten Opitz (Gitarre), Joachim Sum (Bass) und Jonas Wichert (Percussion). Ambach, Aprile, Sum und Wichert illustrierten beim Stück „Bourrée“ die unterhaltsame Verbindung von Rockband „Jethro Tull“ und Bach. „Make die Gitarre great again“ rief  Sum, bevor sich auf der Bühne die sieben Gitarrenspieler mit Bass (Daniele Aprile), Trompete (Georg Burghardt), Gesang (Dorothee Liebig) und Schlagzeug (Jonas Wichert) zum großen Finale mit dem mexikanischen Lied „Malagueña salerosa“ von Galarza und Burgos vereinigten. Als Gastgitarrist  kam der frühere Musikschulleiter Hans-Joachim Riess auf die Bühne. Mit großem Applaus und Zugaberufen belohnte das Publikum die Aufführung. Hannelore Nowacki

     

     

     

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