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  • Do., 15. Dezember 2016, 16:35 Uhr
    AWO Jugend- und Suchtberatung Prisma stellt neue Fachkraft für Glücksspiel vor

    „Ein großer, psychischer Leidensdruck, auch für die Angehörigen“

    Kerstin Ewald-Koizumi (l.) ist die neue Fachkraft für Glückspiel bei der AWO Jugend- und Suchtberatung Prisma und ist zuständig für den Kreis Bergstraße und den Odenwald. Prisma Leiterin Eva Spaniol stellte sie im Rahmen eines Pressegesprächs vor. Foto: Eva Wiegand


    LAMPERTHEIM - „Wer nicht spielt, hat schon verloren“, so lautet ein Sprichwort. Auf einem Flyer des Hessischen Sozialministeriums allerdings, klingt das schon anders: „Kommt Sucht ins Spiel hast Du schon verloren!“. Für die einen ist es Zeitvertreib, für andere wird jedoch der Nervenkitzel und die Sehnsucht nach einem großen Gewinn zum alles beherrschenden Motiv des Spielens. Am Donnerstagmorgen stellte Eva Spaniol, Leiterin der AWO Jugend- und Suchtberatung Prisma, die neue Fachkraft für Glücksspiel, Kerstin Ewald-Koizumi vor. Seit 1. Dezember bietet die studierte Gesundheitswissenschaftlerin Gespräche und Begleitungen sowie Nachsorge nach erfolgter Therapie im Kreis Bergstraße und im Odenwald an. Je nach Bedarf koordiniert Ewald-Koizumi die Sprechzeiten-Angebote. Knapp ein Prozent der Bevölkerung, die Mehrheit davon sind Männer, sei glückspielsüchtig, berichtete die Prisma-Leiterin. 70-80 % davon seien dem Glückspiel an Automaten verfallen. Allerdings auch Sportwetten und gerade Online-Glücksspiel locken immer wieder zum Zocken. Betroffenen kann eine Beratung bei Prisma weiterhelfen. „Die Klienten bestimmen ihre Ziele selbst“, erklärte Ewald-Koizumi. In einem Klärungsgespräch entscheidet sich, ob eine ambulante oder stationäre Reha-Maßnhame in Frage kommt. Oft sind die Klienten auch auf der Suche nach Selbsthilfegruppen. So geht Ewald-Koizumi zusammen mit den Klienten der Frage nach, wie sie ihr Spielverhalten ändern können, welche Strategien sie entwickeln und gut umsetzten können. Die Beratung selbst läuft anonym, die Prisma-Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht. Oft wird das Angebot auch von Familienangehörigen genutzt. „Ehepartner und Kinder sind sehr häufig mitbetroffen, die Existenzgrundlage wird bedroht“, berichtete Spaniol. Das Problem bei einer bestehenden Glückspielsucht: Oft merken es die Angehörigen erst sehr spät. Seit 2013 gibt es in Hessen das Instrument der Spielersperre, seitdem sind 13.000 Sperren in eine Datenbank aufgenommen worden. „Fremdsperren sind auch möglich, aber die Mehrheit sind Selbstsperren“, informierte Ewald-Koizumi. Problematisch ist hier allerdings wiederum die unterschiedliche Umsetzung in den Spielhallen. Zu erreichen ist Kerstin Ewald-Koizumi unter der Telefonnummer 06206/ 54800 sowie unter 06251/ 64565 und Mobil 0151/ 15691489. Eva Wiegand

     

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