Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Ein großes Herz für geflüchtete Kinder aus der Ukraine
Fr., 11. März 2022, 08:42 Uhr
HILFSBEREITSCHAFT: Firmen und Menschen aus dem Ried helfen mit Spenden und Tatkraft mehr als 200 behinderten Kindern / Thomas Molitor bittet um Unterstützung
Ein großes Herz für geflüchtete Kinder aus der Ukraine
Zahlreiche helfende Hände besonders für Kinder, die ihre Heimat in der Ukraine verlassen mussten, gibt es derzeit im Ried – auch und gerade dank Thomas Molitor aus Bürstadt. Foto: www.pixabay.com
BÜRSTADT – Der Krieg in der Ukraine hat gerade für Kinder schreckliche Auswirkungen – tausende Menschen, darunter besonders Frauen und Kinder, sind auf der Flucht. So kamen am 3. März 206 ukrainische Kinder mit Behinderung gemeinsam mit ihren Betreuerinnen nach 23-stündiger Fahrt in Glucholazy in Polen an. Die Kinder waren alle wund, da keine Windeln zur Verfügung standen. Sofortige Hilfe war dringen notwendig. Vor Ort verteilten die Helfer die Kinder auf zwei Heime und brachten die weniger stark eingeschränkten Kinder bei Familien unter, wobei darauf geachtet wurde, dass Geschwister nicht getrennt werden. Dabei reißt der Strom an Flüchtlingen nicht ab: Jeden Tag kommen Mütter mit Kindern an, so ein Helfer vor Ort. Unbeschreiblich, was die polnischen Helfer da leisten – und unbeschreiblich, welche Hilfe für die ukrainischen Kinder auch aus Bürstadt und dem gesamten Ried kommt: „Beata Kowalska-Krzyszton, eine gebürtige Polin, die in Bensheim und Umgebung in der Krankenpflege tätig ist, schrieb mich am vergangenen Donnerstag an und bat mich um Hilfe”, so Thomas Molitor. „Wir kennen uns seit Jahren und sind befreundet. Mir war sofort klar, dass ich hier etwas unternehmen muss. Am Tag darauf schrieb ich einige meiner Kontakte an und bat um Kleidung für die Kinder. Was sich daraus entwickelte ist kaum zu beschreiben – die Hilfsaktion wurde zum Selbstläufer, dank der immensen Spendenbereitschaft”, strahlt der engagierte Bürstädter, der beruflich Handwerksmeister ist, und ergänzt: „Wir schafften es, in zwei Tagen circa 60 Kartons mit allem dringend Notwendigen zu füllen und mittels eines LKW auf den Weg nach Polen zu schicken. Mit Hilfe von Geldspenden, die uns einfach in die Hand gedrückt wurden, konnten wir mit 750 Euro die Hälfte der Transportkosten decken, die andere Hälfte spendete das Transportunternehmen aus Polen.”
Allerdings: Aufgrund desnicht endenden Strom der Flüchtenden – alleine in Glucholazy kommen jeden Tag
unzählige Mütter mit Kindern an – ist der Transport an Hilfsgütern nur ein Tropfen auf dem heißen
Stein. „Daher beschlossen wir noch am Abfuhrtag, nicht mit dem Sammeln aufzuhören sondern weiter zu machen”, betont Thomas Molitor. Wichtig ist dabei, dass Beata Kowalska-Krzyszton in ständigem Kontakt mit dem Heimleiter und dessen Helfer steht, wobei alle Hilfsleistungen vor Ort durch ihren Bruder dokumentiert als auch betreut werden. Daher weiß das Team vor Ort immer genau, was am meisten benötigt wird.
Welle der Hilfsbereitschaft
Im Ried ist die Unterstützung derweil fantastisch: „Inzwischen werden wir in jeglicher Form durch Helping
Hands - Rudis Netzwerk tatkräftig unterstützt. Die Firma IXUS aus Lampertheim ruft ihre Belegschaft auf und spendet Medikamente, die Filminsel Biblis sammelt für das Projekt und die Firma Otto Chemie cosmetics aus Groß-Rohrheim spendet Duschgel in großer Menge. Die Elternschaft der Grundschule Bobstadt und des Kindergarten Bobstadt unterstützt uns mit Sachspenden. Und auch die Raiffeisenbank Ried eG fungiert als Großspender. Weitere unzählige Privatsammler tragen Spenden zusammen”, so Thomas Molitor, der stolz auf diese vielfältige Unterstützung ist. Weitere Unterstützer aus Bürstadt sind unter anderem GS Wärmesysteme, Gärtner Bedachungen oder Frick Getränkeservice. Gelagert wird alles vor der Abfahrt im Agrarmarkt Engert, der entsprechenden Lagerraum zur Verfügung stellt.
Hilferuf aus Polen
Am Donnerstag kam ein Hilferuf aus Polen: Hier fehlen aktuell vorrangig Grundnahrungsmittel wie Grießbrei oder Kartoffelknödel, da diese momentan in Polen ausverkauft sind. Wer hier aktiv Unterstützung leisten möchte, kann entsprechende Spenden gerne direkt beim Agrarmarkt Engert in der Waldgartenstraße 9 in Bürstadt zu dessen Öffnungszeiten – Montag bis Freitag von 8 bis 18.30 Uhr sowie samstags von 8 bis 15 Uhr – abgeben werden. Anschließend verpackt das mehrköpfige Helferteam im entsprechenden Lager alles in Kartons, die dann mit dem LKW nach Glucholazy gebracht werden. Dorthin, wo die Menschen die Unterstützung derzeit mit am meisten benötigen. red
Information
Besondere Unterstützung leistet zudem der Rotary-Club Lampertheim, über den auch Spenden möglich sind: RC Lampertheim Gemeindienst, IBAN: DE56 5089 0000 0014 5392 04, GENODEF1VBD, Kennwort Hand4Hand.