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Di., 09. Mai 2023, 07:57 Uhr
FEUERWEHR: Stadtbrandinspektor a. D. Uwe Schwara mit Landesehrenbrief ausgezeichnet
Ein halbes Leben bei der Feuerwehr als Wehrführer und Stadtbrandinspektor
Uwe Schwara inmitten seiner Feuerwehrkameraden vor der der Verleihung des Landesehrenbriefs. Auf den Shirts der Feuerwehrleute die Wappen von Bürstadt, Bobstadt und Riedrode. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT-BOBSTADT – Ein sonniger Tag und viele Besucher beim Tag der offenen Tür der Feuerwache Bobstadt, das war perfekt für die Verleihung des Ehrenbriefs des Landes Hessen an Uwe Schwara durch Landrat Christian Engelhardt. Alle waren sie da - die Kameraden der Bürstädter Feuerwehren Bürstadt Mitte, Bobstadt und Riedrode, Stadtverordnete und der Stadtverordnetenvorsteher, Ortsbeiräte und Bürgermeisterin Barbara Schader als Dienstherrin der Bürstädter Feuerwehren. Eine Überraschung sollte es für den ehemaligen Stadtbrandinspektor (SBI) werden und das war genauso geglückt wie es sich die Bürgermeisterin und Schwaras Familie vorgestellt hatten. Erst eine Woche zuvor hatte Uwe Schwara bei der turnusgemäßen Wahl zum Stadtbrandinspektor nach 20 Jahren in diesem Ehrenamt mit Vollzeitpotenzial nicht mehr kandidiert (der TIP berichtete am Mittwoch). Weiterhin ist Schwara bei der Feuerwehr aktiv – in der Einsatzabteilung als Zugführer in der Feuerwehr Bürstadt Mitte, er ist Kreisbrandmeister und Kreisausbilder für Lehrgänge der Atemschutzgeräteträger im gesamten Kreis. Als Landrat Christian Engelhardt eintraf, hatten die Feuerwehrkameraden Uwe Schwara bei ihrer Aufstellung in ihre Mitte genommen. Landrat Engelhardt dankte den Feuerwehrleuten für ihr ehrenamtliches Engagement, um dann sogleich seinen ganz besonderen Dank an Uwe Schwara zu richten, der sich in besonderem Maß im Ehrenamt einsetze, was sich auch an Jahreszahlen festmachen lässt, die Engelhardt nannte. In die Jugendfeuerwehr trat Schwara 1975 ein und engagierte sich seitdem ohne Pause im Bereich des Brandschutzes, wie Engelhardt hervorhob. Ab 1993 war er in Verantwortung als stellvertretender Wehrführer, dann als Wehrführer in Bobstadt und von 2003 bis 2023 als Stadtbrandinspektor (SBI) in der Verantwortung für Brandschutz, Katastrophenschutz und Gefahrenabwehr und unterstützte damit auch den Landrat in seiner Arbeit. In diesen zwanzig Jahren als SBI sei Schwara zu 3.265 Einsätzen gerufen worden. Der Ehrenbrief des Landes Hessen ist eine Auszeichnung des Hessischen Ministerpräsidenten, die für besonderes ehrenamtliches Engagement im Bereich der demokratischen, sozialen oder kulturellen Gestaltung der Gesellschaft nach bestimmten Kriterien vergeben wird. „Diese Kriterien übertreffen Sie bei weitem“, sagte Engelhardt an Schwara gerichtet. Unermüdlich sei Schwara im Einsatz, immer wieder an die Belastungsgrenzen gegangen, habe fast einen Vollzeitjob gehabt - „ein Urgestein der Feuerwehr“. Trotz dieser Anstrengungen habe Schwara den Antrag gestellt, über die Altersgrenze von 60 Jahren hinaus tätig zu sein. Die drei Feuerwehren habe Schwara zu einem Team mit gleichem Ausbildungsstand gemacht. Dieses Ziel habe Schwara vor zwanzig Jahren zur Kandidatur als Stadtbrandinspektor bewogen. „Das funktioniert, wenn man Mut hat, Veränderungen anzugehen, als Teamplayer und mit dem Respekt der Kameraden, das haben Sie ausgefüllt“, betonte Engelhardt und sagte Schwara „ „von ganzem Herzen vielen Dank“. Dafür spendeten die Kameraden kräftigen Applaus.
Landrat Christian Engelhardt überreichte Uwe Schwara im Beisein von Bürgermeisterin Barbara Schader den Ehrenbrief des Landes Hessen in Anerkennung seiner besonderen Verdienste im Ehrenamt. Foto: Hannelore Nowacki
Engelhardt dankte auch Ehefrau Hildegard Schwara, denn ohne besondere Unterstützung durch die Partnerin sei das Feuerwehr-Ehrenamt nicht möglich. Bürgermeisterin Schader, die Schwara die Ehrennadel an die Uniformjacke steckte, dankte Schwara für die zehnjährige Zusammenarbeit. Nicht verwalten, sondern gestalten, darum sei es ihm gegangen. „Ich habe es gerne gemacht“, sagte Schwara und dankte allen für die Unterstützung, seiner Frau, der Tochter, den Eltern und den Kameraden. „Sonst wäre es nicht so geworden“. Seinem Nachfolger Sebastian Kaiser als Stadtbrandinspektor wünschte Schwara weiterhin eine glückliche Hand. Wie fühlt sich die neue Lage ohne SBI-Aufgaben für Uwe Schwara an? Schwara sagt im Gespräch mit dem TIP, er merke, dass sich in dieser Woche bereits einiges reduziert habe wie die Bürokratie und die sonst zahlreichen Telefon- und E-Mail-Kontakte mit der Verwaltung und Lieferanten. Das sei schon entspannter, mit mehr Zeit für Familie, Sport und Fahrradfahren. „Ein halbes Leben in der Führung der Feuerwehr“, sagte Uwe Schwara mit jetzt fast 60 Jahren zufrieden im Rückblick. Hannelore Nowacki