
LAMPERTHEIM – Entgegen sonstiger Gepflogenheiten fand die Präsentation der künftigen Lampertheimer Spargelkönigin nicht im Stadthaus, sondern an landschaftlich und kulturhistorisch bedeutender Stelle eines Lampertheimer Spargelhäuschens statt. Das diente früher als Arbeitsplatz zum Schälen und Säubern von frisch gestochenem Spargel oder zum Aufbewahren von Gerätschaften. Heute ist der Geo-Punkt im Osten der Stadt beliebt bei Wanderern oder Radtourern, um Rast zu machen.
Erstmals lüftete Bürgermeister Alexander Scholl in seiner Amtszeit das gut gehütete Geheimnis. Die Wahl der Jury, die sich aus dem 10-köpfigen Spargelrat zusammensetzt, fiel unter einigen Bewerberinnen schließlich einstimmig auf Lina Dörr. Die 21-jährige Lampertheimerin liebäugelte bereits zuvor mit einer Kandidatur, fasste sich aber in diesem Jahr erst ein Herz und bekundete Interesse an der Ausübung dieses besonderen Ehrenamtes. Aktuell studiert Lina Dörr Lehramt in Heidelberg. „Lampertheim hat mich mein Leben lang begleitet“, so Lina Dörr, „das war schließlich ausschlaggebend“. Aufgewachsen ist die künftige Hoheit in Stadtparknähe, engagierte sich in der Kinderkirche und hilft auch als Vertretungskraft an Schulen aus.

Auch die amtierende Spargelkönigin Nadine III. wohnte dem Termin bei und übte sich bereits zuvor im Small-Talk mit ihrer Nachfolgerin. Bange ist der künftigen Hoheit nicht. Trotz der rund 80 Termine, die es über das Jahr zu absolvieren gibt. „Durch den Podcast von Nadine konnte ich bereits wertvolle Einblicke gewinnen“, verrät Lina, der das edle Gemüse nicht fremd ist. Ihre Großeltern besaßen einen Spargelacker. Ihre Mutter und deren Zwillingsbruder waren noch als tatkräftige Helfer mit den Eltern aktiv. Mittlerweile ist das Feld aber verpachtet. Die Verbindung zum Spargel sei daher eher kulinarischer Natur. „Ich liebe Spargelcremesuppe“, gesteht die Lampertheimerin. „Meist als leckere Vorspeise, die ich auch selbst zubereite“. Mehr praktische Erfahrungen über das weiße Gold aus dem Ried, möchte die Studentin demnächst bei einem Spargelbauer erfahren und sich Wissenswertes über die Kulturpflanze aneignen. In jedem Fall sei ihr bewusst, dass hinter dem Spargelanbau jede Menge Arbeit steckt.
Apropos Spargel: Wie Bürgermeister Alexander Scholl mitteilte, wird das Spargelhäuschen auf dem Schillerplatz am 8. April öffnen. Auch über eine Modifizierung des Prozedere am Spargelfest informierte das Stadtoberhaupt. Die Inthronisierung soll ebenfalls öffentlich im Stadthaus vollzogen werden. Im Anschluss an das Krönungszeremoniell zieht der gesamte Tross dann „mit Pauken und Trompeten“ in Richtung Schillerplatz.
Romy Münch/TiP-Praktikantin und Steffen Heumann
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