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So., 14. Dezember 2014, 14:44 Uhr
Festliches weihnachtliches Konzert des Nachwuchschors der Regensburger Domspatzen faszinierte das Publikum in der St. Andreas-Kirche
„Ein Hirtenjunge erlebt das Kommen des Messias“
Ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis bot der Nachwuchschor der Regensburger Domspatzen dem Publikum in der St. Andreas-Kirche mit seinem Weihnachtskonzert. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM - Alljährliche Konzertreisen führen die Regensburger Domspatzen bereits durch ganz Deutschland und in jeden Winkel der Erde - von China und von den USA nach Südafrika, überall ertönte bereits der Gesang Domspatzen – und egal, wo sie auftreten: der Applaus klingt in allen Sprachen der Welt gleich, nämlich begeistert. Regelmäßig treten die sie auch im Rundfunk und Fernsehen auf. Es existieren zahlreiche Schallplatten- und CD-Aufnahmen, die zum Teil auch mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Der Chor, der bereits auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurückblicken kann, ist einer der ältesten Knabenchöre der Welt. Im Jahr 2002 wurde den Sängern des berühmtesten und renommiertesten Chors der Welt der Titel „Kulturelle Botschafter von Europa“ von der Europäischen Föderation der Chöre verliehen – außerdem sind die Domspatzen UNICEF-Botschafter.
Etwas ganz Besonderes erwartete die Besucher am vergangenen Freitag in der an diesem Abend ausverkauften St. Andreas-Kirche in Lampertheim: ein festliches, weihnachtliches Musikprogramm, dargeboten vom Nachwuchschor der Domspatzen. Mit dem Motto „Tauet Himmel, den Gerechten – ein Hirtenjunge erlebt das Kommen des Messias“ befindet sich der Chor unter der Leitung von Kathrin Giehl derzeit auf einer Weihnachtstournee, und erzählt in diesem Stück musikalisch die Geschichte eines kleinen Hirtenjungen, der sehnsüchtig die Ankunft des Erlösers erwartet. Im Nachwuchschor der Domspatzen singen insgesamt 34 Knaben der fünften bis achten Schulklasse sowie 22 junge Männer aus den Klassen 9 bis 12 des Regensburger Musikgymnasiums, die in den täglichen Chorproben stimmlich geschult und musikalisch ausgebildet werden.
Mit einem gregorianischen A-capella-Gesang eröffneten die Sänger das musikalische Programm. Es folgte neben weiteren bekannten Kirchenliedern die Adventskantate „Freuet euch im Herrn allezeit“. Der Chor wurde musikalisch begleitet von den Instrumentalisten Valentin Penninger, Theresa Seethaler und Samuel Wagner (alle Violine), Santiago Requejo Scola (Violoncello) und Max Rädinger auf dem Klavier.
Spätestens bei dem Lied „Maria durch ein Dornwald ging“ (von Wilhelm Franck) bekam auch der letzte Zuhörer im Gotteshaus Gänsehaut von dem eindrucksvollen Gesang des Chores.
Zwischendurch kommentierten die Sprecher Alexander Krusche, Lukas Müller und Bruno Trautsch die Weihnachtsgeschichte aus Sicht eines kleinen Hirtenjungen, der sehnsüchtig, aber auch voller Zweifel, die Ankunft des Messias, des mächtigen Gottes, der die Welt erschaffen hatte, erwartete.
Nicht zuletzt hatte die sonderbare Idee, dass Gott als Kind auf die Welt kommen würde, den Jungen aufgewühlt, und so verwarf er sogleich wieder diese Gedanken. Er wusste nicht, welches große Ereignis jene Nacht für ihn bereithielt. Nachdem der Engel auf dem Feld erschienen war und verkündet hatte, dass der Heiland geboren sei, wurde auch den Hirtenjungen bewusst, dass dieses Jesuskind die Liebe Gottes in sich trägt- geboren in einer Krippe, weil er mit den Ärmsten Erbarmen hat. „Dieser Knabe wird wie ein Hirtenjunge sein – er wird auch Schafe sammeln und hüten“, stellte der kleine Junge fest. „Die Liebe Gottes ist so unvorstellbar groß und die Tore der ganzen Welt stehen ihm offen“, führte er fort und ergänzte: „Der größte Wunsch Gottes ist es, uns Menschen auf der Erde zu trösten und uns seine unendliche Liebe zu schenken“.
„Engel auf den Feldern singen“ (von Stefan Trenner) und viele weitere Lieder trugen die Sänger vor und ernteten auch hierfür kräftigen Applaus. Auch ein Volkslied aus Tirol gaben die Sänger zum Besten: „Geht’s Buama, steht’s g’schwind auf“, gesungen als vierstimmiger Chor unter Begleitung des Klaviers und der Streicher. „Die Hirten bei der Krippe“ und „O holy night – Heilige Nacht“ rundeten das facettenreiche musikalische Programm ab. Der Nachwuchschor gab dem Publikum auf stehende Ovationen noch eine Zugabe.
Unter den hervorragenden akustischen Voraussetzungen in der St. Andreas-Kirche erlebten die Besucher etwas ganz Besonderes - ein nachhaltiges, positives und unvergessliches musikalisches Erlebnis. Sigrid Samson