Pfarrer Patrick Fleckenstein in Heiliger Messe in sein Amt eingeführt
„Ein historisches Ereignis“
Pfarrer Patrick Fleckenstein leitete nach seiner offiziellen Ernennung die Eucharistiefeier. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Beim feierlichen Einzug der Pfarrer und Ministranten in die Pfarrkirche St. Andreas zum Gottesdienst am Samstagabend waren die Kirchenbänke voll besetzt, Stehplätze waren daher gefragt. Ein ganz besonderer Anlass, ein historisches Ereignis wurde im Rahmen einer Heiligen Messe gefeiert - Pfarrer Patrick Fleckenstein wurde von Dekan Dr. Ronald Givens offiziell in sein Amt eingeführt. Begonnen hatte der junge Pfarrer seinen Dienst für St. Andreas und Herz-Jesu in Hüttenfeld schon am 15. April. „Ein historisches Ereignis“ war diese Amtseinführung, weil die letzte schon 45 Jahre zurücklag. Vertreter von Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat hießen den neuen Pfarrer offiziell willkommen, um „den Weg des Glaubens im Vertrauen gemeinsam zu gehen“. Dekan Givens erinnerte an die Worte von Pfarrer Alfred Delp, der gesagt hatte, er brauche Freunde an seiner Seite. Pfarrer Fleckenstein, der aus der Pfalz komme und sich hier beheimate, habe sich schon beim Studium der Theologie in Mannheim neugierig auf das neue Leben eingestellt: „Ich bin bereit, neue und andere Wege zu gehen“. Dass sich die Lampertheimer Katholiken ganz besonders glücklich schätzen dürfen, machte der Dekan deutlich: „Lampertheim bekommt heute einen Pfarrer, obwohl der Stellenplan dies gar nicht vorsah“. Givens las das Ernennungsschreiben an die katholischen Pfarrgemeinden St. Andreas und Herz Jesu Hüttenfeld vor, das noch von Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, geschrieben und unterzeichnet war, und alle Rechten und Pflichten benennt. Der Pfarrer habe den Auftrag, das Wort Gottes unverfälscht zu verkünden, schrieb Kardinal Lehmann, er solle sich mit besonderer Liebe der Armen, Leidenden, Einsamen, Alten annehmen, sowie aller, die in besonderen Schwierigkeiten sind. Der Pfarrer solle sich für die soziale Gerechtigkeit einsetzen und habe den Auftrag, das Wort Gottes in der geschwisterlichen Liebe sichtbar zu machen, er möge sich als Botschafter Jesu Christi und Hirte seiner Gemeinde betrachten. Die Gemeinde rief Lehmann zur Unterstützung auf: „Übertrefft euch in gegenseitiger Achtung“. Mit den Worten „ich bin bereit“, nahm Pfarrer Fleckenstein die Ernennung an. Das anschließende Glaubensbekenntnis sprach die Gemeinde mit ihrem neuen Pfarrer zusammen. „Eigentlich hätte der Pfarrer das Glaubensbekenntnis alleine sprechen sollen“, sagte Dekan Givens, „aber ich bin dankbar, dass Sie den Brief des Bischofs ernst genommen haben und ihn unterstützt haben“. Sodann sagte Pfarrer Fleckenstein auch die Übernahme der Verantwortung für das Vermögen der beiden Gemeinden zu. „Ich heiße Sie herzlich im Dekanat willkommen“, sagte Dekan Givens, umarmte Pfarrer Fleckenstein und bat ihn, die Leitung der Eucharistiefeier zu übernehmen. Kräftiger Beifall kam auf. In der Kirche sah Pfarrer Fleckenstein eine ganze Reihe alter und neuer Freunde und auch unter den Priestern an seiner Seite waren Weggefährten wie der Viernheimer Pfarrer Angelo Stipinovich, Leiter von St. Hildegard und St. Michael, Diakon Johannes Busch, Pfarrer Josef Schachtner sowie Pfarrer Erhard Schmitt, Pfarrgruppenleiter in Lampertheim, Pfarrvikar Claus-Peter Stockh, Pfarrer Peter Kern aus Bürstadt, und Pfarrvikar Virginijus Grigutis aus Hüttenfeld. Als neue Personalien gab Pfarrer Fleckenstein bekannt, dass seine Mutter Ilona Hoffelder den Pfarrhaushalt führen werde und im Sommer eine neue Gemeindereferentin komme. „Sie bekommen einen Menschen als Pfarrer – auch Pfarrer haben eine Lebensgeschichte“, meinte Pfarrer Fleckenstein und berichtete: 31 Jahre alt sei er und wuchs als Kind einer evangelischen Familie mit einer älteren Schwester auf. Nach dem Abitur auf einem katholischen Gymnasium habe er sich entschieden Katholik zu werden. „Weil Katholiken mich begeistert haben, Menschen, in denen etwas brennt, was mir so noch nicht begegnet ist“, erklärte er. Zwei Stichworte nannte Pfarrer Fleckenstein: „Ich“ und „Dienst“. Jesus sei nicht „Amtsträger“, sondern „Diener“ gewesen, er bevorzuge daher „Dienst“ für die Botschaft der Liebe und des Lebens, die nicht am Tod vorbeikomme, denn: „Ohne Tod keine Auferstehung“. Den festlichen musikalischen Rahmen gestalteten Wolfgang Becker an der Orgel, der Kirchenchor St. Andreas und die Katholische Kirchenmusik. Nach dem Gottesdienst waren alle zum Empfang im Gemeindesaal „Zum Schwanen“ eingeladen. Hannelore Nowacki
Beim Empfang im Schwanensaal: Josef Gutschalk vom Verwaltungsrat St. Andreas (von links) mit Pfarrer Patrick Fleckenstein, seiner Mutter, die den Pfarrhaushalt führen wird, und Pfarrgruppenleiter Pfarrer Erhard Schmitt. Foto: Hannelore Nowacki
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Zahlreiche Gottesdienstbesucher waren der Einladung zum Empfang im Schwanensaal gefolgt, wo sie mit Häppchen und Getränken bewirtet wurden. Gesellige Runden fanden sich an den dekorierten Stehtischen zusammen oder auf den seitlichen Sitzplätzen – eine muntere Gesellschaft in bester Stimmung. Josef Gutschalk, Mitglied des Verwaltungsrates St. Andreas, begrüßte die Gäste, unter ihnen Bürgermeister Gottfried Störmer, Ersten Stadtrat Jens Klingler sowie weitere Stadträte und Stadtverordnete und leitete den offiziellen Teil des Abends. Pfarrer Erhard Schmitt von Mariä Verkündigung, der sich dem Saalpublikum als Pfarrgruppenleiter dreier Gemeinden vorstellte, erinnerte daran, dass die letzte Pfarrereinführung 45 Jahre her sei: „Das ist schon etwas ganz Besonderes“. Mit einem freundlichen „Hallo Nachbar“ begrüßte Bürgermeister Störmer den neuen Pfarrer, den er schon zum Kaffee im Rathaus eingeladen hatte. „Voller Fröhlichkeit und Dynamik“, wie Störmer begeistert anmerkte. Eine malerische 3D-Ansicht aus Künstlerhand hatte Störmer als Geschenk mitgebracht, mit allen wichtigen Bauwerken der Lampertheimer Innenstadt. Ein weiterer naher Nachbar war gekommen – Pfarrer Adam Herbert von der evangelischen Lukasgemeinde legte seinem neuen katholischen Amtskollegen angesichts hoher Erwartungen die drei Buchstaben GSP als Empfehlung ans Herz – „gut statt perfekt“. Glückwünsche und Präsente überbrachten Birgit Steube, 1. Vorsitzende des Kirchenmusikvereins, und Pfarrer Angelo Stipinovich, der sich ebenso humorvoll wie wortgewaltig Gehör verschaffte. Ein Gutschein wird Pfarrer Fleckenstein zu einem Gewand verhelfen, das besonders bei Gottesdiensten in sommerlicher Hitze geeignet ist. Seine Dankesrede beendete Pfarrer Fleckenstein mit einem beherzten Zuruf: „Vergelt’s Gott und Prost“.