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Mi., 31. Mai 2017, 13:16 Uhr
Am Samstag ist Tag der Organspende / Retten Sie Leben
Ein lebenswertes Geschenk von Herzen – oder der Niere
Organspenden können Leben retten – wichtig ist in jedem Fall, sich frühzeitig zu entscheiden ob man spenden möchte oder nicht. Foto: BZgA
LAMPERTHEIM – Es ist ein sensibles Thema und es sind erschreckende Zahlen, die jährlich anlässlich des Tags der Organspende, der am Samstag stattfindet, veröffentlicht werden. Bundesweit stehen mehr als 10.000 Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation. Täglich sterben drei von ihnen, weil kein passenden Organ verfügbar ist.
Dabei ist es ganz einfach, Menschenleben zu retten – mit einer Organspende. Unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.” organisierte das Gesundheitsamt des Kreis Bergstraße gemeinsam mit Kooperationspartnern im Vorfeld dieses wichtigen Tages verschiedene Aktionen in Lampertheim.
„Die Konfrontation mit der Sterblichkeit weckt Ängste, deshalb scheuen viele Menschen diese Auseinandersetzung. Der Organspendetag ist die beste Gelegenheit, sich mit dem Thema zu befassen, nachzufragen und sich Gedanken zu machen. Wie die persönliche Entscheidung letztendlich ausfällt, bleibt jedem überlassen”, gibt die Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Dezernentin für Gesundheit, Diana Stolz, zu bedenken. „Wichtig ist es vor allem sich zu entscheiden, ob man seine Organe spenden möchte oder nicht – und dies auch seinem näheren Umfeld mitteilt. Denn durch eine Organspende kann man nicht nur Leben retten, sondern durch die frühzeitige Entscheidung auch Angehörige im Sterbefall von dieser schwierigen Entscheidung befreien.”
Gerade Jugendlichen erscheint der eigene Tod weit weg, so dass sie sich in der Regel nicht mit diesem Thema auseinandersetzen. Aus diesem Grund hat das DRK in Lampertheim einen Informationsvormittag mit den Schülern der 10. Klassen der Alfred-Delp-Schule durchgeführt. In einem Workshop informierte das DRK intensiv über das wichtige Thema, ein Film griff Fragen und Bedenken der Jugendlichen auf, informierte über die Abläufe und lies Experten zu Wort kommen.
Werben gemeinsam für die Organspende: Betroffene, Ärzte und Vertreter aus Stadt und Kreis. Foto: Benjamin Kloos
So erfuhren die Schüler, dass man sich bereits mit 14 Jahren verbindlich gegen und mit 16 Jahren für eine Organspende aussprechen kann.
Besonders beeindruckend war für die Schüler dabei der Erfahrungsbericht eines direkt Betroffenen: Transplantationspatient Uwe Korst berichtete über seine Erfahrungen. „Die Wartezeit auf ein Organ beträgt derzeit sieben Jahre, unter Umständen sogar zwölf Jahre. Wenn man weiß, dass Betroffene, die ein Organ benötigen, statistisch nach drei Jahren sterben, weiß man was das bedeutet.” Er selbst hat eine genetische Nierenerkrankung. Mit 25 Jahren erfuhr er von seiner Zystenniere. „Die Nierenfunktion hat immer mehr nachgelassen, andere Organe wurden größer. Vor sieben Jahren musste ich dann zur Dialyse. Durch meine Frau habe ich glücklicherweise eine Lebendspende erhalten. Am 8. Dezember 2011 fand die Transplantation statt, seitdem kann ich wieder ein relativ normales Leben führen. Außer dass ich mein ganzes Leben Medikamente nehmen muss und ein höheres Infektionsrisiko habe”, erläuterte Uwe Korst und stellt klar: „Noch vor 50 Jahren wäre diese Krankheit mein Todesurteil gewesen. Den meisten Transplantationspatienten geht es wie mir gut, viel führen ein glückliches Leben.”
Neben Nieren können auch Herzen, Herz und Lunge in Kombination sowie Bauchspeicheldrüsen transferiert werden. Wichtig ist es dabei, gesunde Spender zu haben. Angst, das man aufgrund eines Organspendeausweises von einem Arzt bei einem Unfall nicht richtig behandelt wird, muss keiner haben. Dieses Vorurteil ist weit verbreitet, aber keineswegs richtig. „Das Leben jedes Einzelnen ist wichtig und geht vor”, versicherte Ulrich Bergmann, Geschäftsführer des DRK im Kreis Bergstraße.
Um auch die Bürger der Stadt Lampertheim zu informieren, hatte das Gesundheitsamt schon vor dem Aktionstag eine eigene Ausstellung in der Stadtbücherei eingerichtet – diese ist noch bis zum 9. Juni zu sehen. Zudem haben sich zahlreiche Arztpraxen an der Aktion beteiligt und Informationsmaterialien sowie Organspendeausweise bereitgestellt. „Wir erleben die Bedeutung des Themas in unserer täglichen Arbeit und wissen, das viel Informationsbedarf besteht”, erläuterte Dr. Walter Seelinger. „Ich spreche mich dabei klar dafür aus, dass es eine Entscheidungspflicht gibt, egal ob man seine Organe spenden möchte oder nicht. Denn das würde viele Leben retten.”
Auch wenn ein Mensch gestorben ist, kann er er helfen, Leben zu retten.” Denn bis zu sieben Menschen können dank der Organspende eines Menschen weiterleben. Werden auch Sie Lebensretter – und entscheiden Sie sich für eine Organspende. Benjamin Kloos