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  • Di., 06. Oktober 2020, 09:43 Uhr
    SABOTAGE AN AUTOS: In Biblis, Bürstadt und Lampertheim wurden an mehreren Autos Radmuttern gelöst / Polizei gibt Tipps zur Erkennung der Sabotage

    Ein mehr als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr 

    Es ist eine ernstzunehmende Gefahr: Unbekannte Täter haben Radmuttern gelöst – mindestens einen Unfall hat es in diesem Zusammenhang bereits gegeben. Foto: www.pixabay.com


    BIBLIS/BÜRSTADT/LAMPERTHEIM – Es ist ein mehr als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, der in Biblis bereits zu einem Unfall geführt hat: Durch mutmaßlich gelöste Radschrauben setzte ein Opel kurz nach Fahrtantritt in der Darmstädter Straße auf. Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag, 15. September. In diesem Zusammenhang sucht die Polizei nach wie vor nach Zeugen. Kurz nachdem die Bergsträßerin mit ihrem Wagen losfuhr, löste sich einer der Vorderreifen und der Wagen setzte im Anschluss auf der Straße auf. Glücklicherweise blieb die Frau unverletzt. Am Wagen entstand ein Schaden von mehreren Tausend Euro. Ersten Erkenntnissen zufolge wurden die Radbolzen von bislang Unbekannten vermutlich absichtlich gelöst. In diesem Zusammenhang ermittelt die Polizei in Lampertheim wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Im Zuge der Ermittlungen kann von Seiten der Polizei nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weiteren ähnlich gelagerten Fällen kam und kommt. So ging nach Auskunft der Polizei ein weiterer Fall telefonisch ein: „Hier stellte jemand fest, dass seine Radschrauben nicht fest waren und zog sie wieder fest, ohne dass es zum Unfall kam”, so die Pressestelle des Polizeipräsidium Südhessen auf Nachfrage des TIP. „ Da das Fahrzeug des Mitteilers jedoch kurz davor in einer Werkstatt war, ist unklar, ob diese gegebenenfalls versäumt hatte, die Schrauben / Muttern ordnungsgemäß festzuziehen. Weitere Fälle sind im genannten Bereich der Polizei nicht gemeldet worden.” Darüber hinaus wurde via Facebook über weitere Fälle in Bürstadt, Lampertheim und Biblis berichtet. Hierbei ist es aus Sicht der Polizei „derzeit unklar, ob die Fälle in Südhessen einen Zusammenhang aufweisen. In wie weit es sich hier um mehrere oder nur einen einzelnen Täter handelt, kann zum jetzigen Stand der Ermittlungen nicht abschließend beantwortet werden.”

    Generell gilt: Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder andere Fahrzeughalter, die ebenfalls Veränderungen an ihrem Wagen bemerkt haben, werden gebeten, sich mit den Beamten der Polizei in Lampertheim unter der Rufnummer 06206/9440-0 in Verbindung zu setzen.

    In hell erleuchteten Bereichen parken

    Um sich zu schützen, sollen alle, die über die Möglichkeit verfügen, ihr Fahrzeug in eine Garage stellen. „Aber auch das Abstellen auf dem eigenen Grundstück oder in einem hell erleuchteten Bereich kann Täter abschrecken”, so die Polizei. „Auch die zu früheren Zeiten weit verbreiteten Felgenschlösser – Radmuttern / -schrauben mit speziellem Kopf, auf den normale Steckschlüssel nicht passen – können davor schützen, dass wenigstens nicht alle Schrauben gelöst werden.”

    Zudem sollten vor Fahrtantritt die Radschrauben des Fahrzeugs geprüft werden. Wenn bereits optisch eine oder mehrere Radschrauben / -muttern weiter rausstehen als andere, sollte man genauer hinsehen. „Ein kräftiges Rütteln am Rad kann zwar gelöste Schrauben ans Tageslicht bringen, ist im Umkehrschluss aber kein Garant, dass alles in Ordnung ist”, so die Polizei weiter. „Der geübte Schrauber wird mittels eines Radkreuzes den Sitz der Befestigungen prüfen können,  icherheit bringt ein Drehmomentschlüssel. Den Umgang dessen wird Ihnen die Werkstatt ihres Vertrauens bestimmt kurz erklären.”

    Grundsätzlich gilt aber: Wenn Sie während der Fahrt ungewöhnliche Vibrationen oder Geräusche wahrnehmen, sich die Lenkung gegebenenfalls sogar anders anfühlt, als sonst, sollten Sie unbedingt bei der nächster Gelegenheit anhalten und die Räder auf Sitz prüfen. „Fragen Sie im Zweifelsfall bei einer Werkstatt nach oder kontaktieren Sie Ihren Automobilclub”, so die Polizei abschließend. Benjamin Kloos

     
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