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Mo., 23. Mai 2022, 11:24 Uhr
ALFRED-DELP-PLATZ: Tag des Städtebaus und Tag der Nachbarschaft zog Jung und Alt an
Ein Platz lebt auf – Bürger teilen ihre Ideen mit
Als Gesprächspartnerinnen waren sie in Sachen Begrünung und Klimafreundlichkeit bei den Besuchern gefragt (von links): Martin Fendt, Michelle Göck sowie Anne Wicke und Sabine Vilgis (nicht im Bild). Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der Alfred-Delp-Platz zeigte sich am Tag des Städtebaus und Tag der Nachbarschaft am vergangenen Freitag von einer ungewohnten Seite – die große baumbestandene Rasenfläche mit teilweise buschigem Bewuchs wurde zu einem Mittelpunkt der Begegnung und Aktionen für jedes Alter. Bei über dreißig Grad im Schatten saßen die Besucher gemütlich unter den großen, alten Bäumen und genossen das kühlende Grün und das Gespräch mit den Tischnachbarn. Die Technischen Betriebsdienste hatten Tische und Bänke aufgestellt, an einigen wurde auch fleißig gearbeitet. Mitmach-Aktionen waren im Angebot wie Bepflanzen und Bemalen von umweltfreundlichen Tonblumentöpfen und Bauen und Bemalen eines schönen Nistkastens für die kleinen Singvögel im Garten. Ein paar Schritte weiter war das Spielmobil der Jugendförderung mit allerlei Fahrzeugen und Bewegungsspielsachen aufgefahren, hier tummelten sich die Kinder der Nachmittagsbetreuung der nahe gelegenen Goetheschule bis sie ins Grüne ausschwärmten und Kräuter einpflanzten, malten und sich von Dieter Weidenauer, Schreiner bei den Technischen Betriebsdiensten, einen Nistkastenbausatz und Tipps geben ließen. Auch Erwachsene machten sich für die gefiederten Gartenbewohner an die Arbeit. Auf der Straße am Parkplatz mit Blick auf die Grünanlage des Alfred-Delp-Platzes war dasInformationszentrum für den Stadtumbau von NH Projektstadt, der Cube mit dem Schild auf dem Dach „Meine Mitte – mein Zuhause“, aufgebaut. Stellwände an den Infoständen zum Bund-Land-Stadt-Anreizförderprogramm für private Begrünungsmaßnahmen „grün mittendrin“und „Klimafreundliches Lampertheim“, ein Förderprogramm der Stadt Lampertheim, boten einen Überblick. Landschaftsarchitektin Martina Fendt, bei NH Projektstadt im Stadtumbaumanagement zuständig für die „grün mittendrin“-Beratung, und Michelle Göck als Ansprechpartnerin für das Förderprogramm „Klimafreundliches Lampertheim“ sprachen mit interessierten Bürgern und Anwohnern und freuten sich über die ausgefüllten Ideen-Karten, die im großen gelben Kasten landeten. Auskunft gaben auch die Leiterin der Technischen Betriebsdienste Sabine Vilgis und die Fachbereichsleiterin für Bauen und Umwelt Anne Wicke. Laut Stellplatzsatzung müsse jeder fünfte Parkplatz mit einem Baum bepflanzt werden, erklärte Vilgis. Unter glühender Sonne auf heißem Asphalt waren die Vorzüge des städtischen Grüns erlebbar. Fahrtwind konnte man sich bei einer klimafreundlichen Rundfahrt mit Ute Striebinger auf der stadteigenen E-Rikscha um die Nase wehen lassen, ebenso kostenfrei wie die duftenden Waffeln, die das Team des Jugendbeirats anbot. Stärkung und Durstlöscher gab es am Imbisswagen eines Lampertheimer Anbieters. Bürgermeister Gottfried Störmer, Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb und Erster Stadtrat Marius Schmidt eröffneten die Veranstaltung gemeinsam im Schatten der Bäume und erläuterten die Ziele. So soll allgemein das Stadtklima durch mehr Grün verbessert werden, im Besonderen steht die Umgestaltung des Alfred-Delp-Platzes als größte innerstädtische Grünanlage nach dem Stadtpark an. Mehr Aufenthaltsqualität soll erreicht werden, bei weitgehender Erhaltung der Parkmöglichkeiten. Zum Tag der Nachbarn wies Schmidt auf weitere Aktionen beim Familienzentrum in der Wormser Straße, beim Quartiersbüro im Elsterweg und bei privaten Festen hin. Im letzten Jahr sei der Tag der Nachbarn nur ein Name im Stadtprogramm gewesen, dieses Jahr endlich mit Leben erfüllt – mit Information und Unterhaltung. Korb hofft auf weitere Grünpaten in Lampertheim, die sich ehrenamtlich engagieren, und auf das Wiederaufleben der Tradition von Straßenfesten für gute Nachbarschaft. Vertreter eines beauftragten Ingenieurbüros aus Darmstadt schauten sich um und werden in ihrem ersten Konzeptentwurf auch die Anregungen der Bürger aufnehmen.
Mitmach-Aktion mit viel Anklang - kleine Singvögel im Garten nehmen gerne einen Nistkasten an. Dieter Weidenauer von den Technischen Betriebsdiensten gab Tipps beim Zusammenbauen. Foto: Hannelore Nowacki
Was Bürger sich wünschen
Ein Blick auf die eingeworfenen Ideen-Karten zeigt, die Wünsche für den Alfred-Delp-Platz sind vielfältig: Ein Barfußpfad, Fitnessgeräte für Senioren, ein Abenteuerspielplatz, intelligente Beleuchtung und Bewässerung und Fahrradabstellplätze sollen den Platz verbessern, der außerdem barrierefrei sein soll. Bäume sollen erhalten bleiben. Mehr Sauberkeit wünscht sich Isabelle Mall, sie wohne gegenüber und sehe im Gebüsch immer wieder Müll, erzählt sie im Gespräch mit dem TIP. Angebote für Kinder mit Spielgeräten und Wasser schlägt Julia Heiler vor, da es auf der anderen Seite der B 44 keine Spielplätze gebe. Außerdem schöne Bepflanzung, nicht nur eine Wiese mit Bäumen wie jetzt. Die Veranstaltung findet sie toll. Generationen übergreifend findet Denisa Moos eine Tischtennisplatte und Hängematten wie im Wald gut. Die Ideen-Karten können noch bis zum 3. Juni im Stadthaus, Römerstraße 101, in den Briefkasten eingeworfen werden. Kontakt: Marius Reinbach, Telefon 069 678674-1297 oder E-Mail: marius.reinbach@nh-projektstadt.de.
Zwei Förderprogramme – ein Ziel
Das Förderprogramm für private Begrünungsmaßnahmen umfasst das Stadtumbaugebiet „Innenstadt“. Hier können Eigentümer oder Bevollmächtigte wie Mieter oder Pächter, Vereine und Organisationen ihren Antrag stellen. Landschaftsarchitektin Martina Fendt berät auch vor Ort, was möglich ist (Telefon 069 678674-1287; E-Mail gruenmittendrin@nh-projektstadt.de). Zuständig bei Fragen sind auch die Technischen Betriebsdienste (Telefon 06206-26 oder -27; E-Mail gruenmittendrin@lampertheim.de).
Ziel des Förderprogramms „Klimafreundliches Lampertheim“ist, in der Kernstadt und den Ortsteilen den Anteil begrünter Flächen zu erhöhen. Ansprechpartnerin ist Michelle Göck (Telefon 06206 935 388; E-Mail michelle.goeck@lampertheim.de. Dächer, Fassaden und entsiegelte Schotterflächen können mit bis zu 1.000 Euro Förderung begrünt werden. Auch Eigenleistung pro Stunde kann gefördert werden. Der Fördertopf für PV-Anlagen mit 25.000 Euro ist bereits ausgegeben. Infos auf der Homepage der Stadt Lampertheim www.lampertheim.de Hannelore Nowacki