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  • Di., 07. August 2018, 10:07 Uhr
    Orgelsommer 2018 – faszinierendes Orgelkonzert mit Carsten Wiebusch 

    Ein wunderbares Programm – hinreißend gespielt

    Carsten Wiebusch begeisterte das Publikum in der Domkirche mit seinem hinreißenden Orgelspiel. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Das Programmheft zum Orgelsommer 2018 hatten die Konzertbesucher bereits in Händen und konnten sich vom künstlerischen Werdegang des Starorganisten ein Bild machen. Zu lesen ist, dass Carsten Wiebusch, den Kantorin Heike Ittmann zum Auftaktkonzert eingeladen hatte, zu den vielseitigsten und profiliertesten Kirchenmusikern seiner Generation gehört. Der Professor für Orgel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt trat als Konzertorganist und Dirigent in nahezu allen Ländern Europas, in Russland und USA auf und ist Preisträger internationaler Wettbewerbe. Das Publikum in der sommerwarmen Domkirche lernte ihn am Sonntagabend als sympathischen Künstler kennen, der großartige Leistungen mit Leidenschaft und Hingabe verbindet. Heike Ittmann hatte einen Spezialisten für die romantische Epoche gesucht und in Carsten Wiebusch den passenden Experten gefunden. Stücke von sechs Komponisten hatte Carsten Wiebusch für sein Konzert ausgesucht und nicht zu viel versprochen als er den Konzertbesuchern in seinen einführenden Erläuterungen sagte: „Ich habe ein wunderbares Programm dabei“. Um dem diesjährigen Orgelsommermotto zum Jubiläum „1868 – 150 Jahre Domkirche“ zu entsprechen, habe er nach Werken gesucht, die im fraglichen Jahr entstanden sind, für 1868 sei ihm jedoch kein einziges Stück für Orgel bekannt. Fündig wurde Wiebusch dennoch, denn zwei der bedeutendsten romantischen Großwerke repräsentierten den Geist der Zeit, wie „Die Meistersinger von Nürnberg“ – mit „Licht und Schatten der Romantik auf engem Raum, ein musikalisches Sittengemälde der Orgelmusik dieser Zeit“. In England zur Mitte des 19. Jahrhunderts sei das Orgelspiel viel weiter entwickelt gewesen, weshalb einige der ausgesuchten Werke vom bekannten Organisten William Thomas Best für die Orgel bearbeitet wurden wie Bachs „Chaconne d-moll aus der Partita für Violine solo“ und „Präludium und Fuge e-moll für Klavier“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Orgelfassung von „I know, that my Redeemer liveth“ aus dem „Messias“ von Händel hingegen hat Carsten Wiebusch selbst bearbeitet. Eindrucksvoll und emotional, voller Leidenschaft und mit höchster Perfektion, inszenierte Wiebusch sein Orgelspiel – sanft einstimmend wie zu Beginn bei Bach, mit vollem Bassklang bis hin zum tiefen Dröhnen. Ein gewaltiges Klangerlebnis, eindringlich und majestätisch bei Bartholdy, feierlich voller Harmonie die Arie von Händel. Andächtig, zum Träumen einladend die Meistersinger, sanfte Töne schwebten in der „Prélude, Fugue et Variaton op. 18“ von César Franck in den weiten Raum. Aufwühlend, gewaltig rasend mit tiefen Tönen, stürmisch und dann wieder leicht wiegend, präsentierte Carsten Wiebusch „Präludium und Fuge über den Namen Bach“ von Franz Liszt – immer wieder mit eindrucksvoller Fußarbeit, während seine Hände auf der Orgelbank aufsetzten. Am Schluss verbeugte sich Carsten Wiebusch auf der Empore mit Blick in den weiten Raum der Domkirche zum Publikum und konnte den begeisterten Applaus genießen, der nicht abriss. Ein besonderes Klangerlebnis drohte zu Ende zu gehen, doch der Künstler begab sich noch zweimal auf die Bank an der „Großen Blauen“, wie die schöne Vleugels-Orgel in der Domkirche auch genannt wird, und verwöhnte die Konzertbesucher mit zwei hinreißend gespielten Stücken, dem Präludium in D-Dur aus „Das Wohltemperierte Klavier“ von Johann Sebastian Bach und aus einem Orgelkonzert von Georg Friedrich Händel der Schlusssatz. Nun wirklich am Schluss angekommen, gingen viele Konzertbesucher auf Carsten Wiebusch zu und dankten ihm für das Erlebnis. „Grandios“ sagte ein Zuhörer ergriffen. In der warmen Sommernacht draußen vor der Domkirche blieben viele Konzertbesucher zum Gespräch und Genuss von Wein und Wasser mit Fladenbrot beisammen, versorgt vom Förderverein der Domkirche. Hannelore Nowacki

     

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