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  • Do., 08. September 2016, 09:38 Uhr
    Gunter Demnig verlegt weitere Stolpersteine in der Römerstraße

    Ein Zeichen gegen das Vergessen

    Der Künstler Gunter Demnig verlegte fünf Stolpersteine in der Römerstraße 76-78. Jedes Jahr werden weitere dazu kommen, kündigte Bürgermeister Gottfried Störmer an. Foto: Eva Wiegand


    LAMPERTHEIM - Unfassbares Leid wurde den jüdischen Menschen im Dritten Reich angetan. Deshalb hat es sich Gunter Demnig zur Aufgabe gemacht mit seinem vor vielen Jahren ins Leben gerufene Künstlerprojekt immer wieder und in verschiedenen Ländern Europas ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen zu setzten, indem er vor dem letzten Wohnort der Opfer der NS-Zeit, Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir verlegt. Inzwischen liegen Stolpersteine in 1099 Orten Deutschlands. Auch in Lampertheim verlegte der Kölner Künstler bereits dreimal, 2007, 2014 und 2015, Stolpersteine und kam am vergangenen Dienstagnachmittag erneut in die Spargelstadt um im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik und Gesellschaft insgesamt weitere fünf Steine zu verlegen. Zwei der fünf verlegten Steine in der Römerstraße 76-78 erinnern an Ludwig und Else Süß, geb. Israel. Sie wohnten in der Römerstraße 74. Ludwig Israel, der am 15. Januar 1941 in die Römerstraße 97 verzog, war einer der letzten in Lampertheim lebenden Juden, wurde am 24. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und kam am 16. Mai 1944 in Ausschwitz ums Leben. Seine Frau Else ist am 23. Oktober 1936 in Frankfurt verstorben. Die weiteren drei Steine erinnern an deren Kinder Dietmar und Ruth Süß sowie Götz Israel, Vater von Else Süß, die ihren Vater bei sich aufnahm. Ruth Süß wurde im Oktober 1940 in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert und traf am 10. August 1942 in Ausschwitz ein, wo sie in der Gaskammer umgebracht wurde. Ihr Bruder Dietmar wanderte am 22. Februar 1939 nach London aus, heiratete in England und ist 1936 verstorben, während Götz Israel am 1. August 1935 in Lampertheim verstarb. Von einer Herzensangelegenheit sprach Bürgermeister Gottfried Störmer. „Einmal im Jahr machen wir an einem Tag mit dem Verlegen der Stolpersteine darauf aufmerksam und bringen in Erinnerung bringen, was das für eine schlimme Zeit gewesen ist“, so Störmer und ergänzte: „Wir müssen täglich darauf achten, dass uns das nicht wieder passiert.“ Mittlerweile wurden insgesamt knapp 60.000 Steine in 21 Ländern verlegt. Damit es weiter gehen kann, hat der Künstler eine Stiftung ins Leben gerufen. Weitere Informationen gibt es unter www.stolpersteine.eu. Eva Wiegand

     

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