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  • Do., 12. August 2021, 11:53 Uhr
    Sommerferienspiele: Bewegungsspaß und stolz bestandenen Höhenabenteuern

    Eine ganz besondere Erlebniswoche

    Oben im Baum wartet die Glocke als hörbares Zeichen des Erfolgs. Klettern mit Spaß und Selbstvertrauen. Foto: Hannelore Nowacki


     

    BÜRSTADT – Unter dem alten Ahornbaum stehend, den Kopf ganz weit in den Nacken geneigt, dann war die Glocke hoch oben in der Krone zu sehen. Genau dorthin, zwölf Meter über dem Boden, wollten die jungen Höhensportler klettern, den Arm ausstrecken und die Glocke läuten. Erwartungsvoll, aber geduldig warteten sie ordentlich aufgereiht in der Schlange bis sie dran waren. In der Grünanlage hinter dem Jugendhaus stand am Mittwochvormittag Baumklettern auf dem Plan, fachkundig betreut von Christian Vollmer, Spielpädagoge und Spielraumgestalter aus Karlsruhe und Anuschka Ritzert, die vor Jahren bei Ferienspielen in Biblis ihre Begeisterung für das Baumklettern entdeckt hatte und bald zur versierten Betreuerin wurde. In den Tagen zuvor hatte sie die Griffe am Baum eingerichtet. Noch einmal prüfte sie den Sitz der Sicherungsgurte, die sie Katharina angelegt hatte, dann konnte es losgehen. Sicher mit Sicherungsseil von Anuschka Ritzert gehalten und von Selbstvertrauen getragen, zog sich Katharina Griff für Griff nach oben. Der sechsjährige Maxi feuerte sie an: „Das schaffst du!“ rief er ihr zu. Dann bimmelte die kleine Glocke – Katharina hatte ihr Ziel erreicht. Großer Applaus von den Zuschauern tief unten. Ralph Dobner, Teamleiter des Jugendhauses, beobachtete und fotografierte das Geschehen und sparte nicht mit Anerkennung: „Du kannst echt stolz auf dich sein“, sagte er Katharina, als sie mit einem Lächeln gelandet war. Beim Baumklettern komme es auf Selbstvertrauen und das Vertrauen in die anderen Personen an, erklärte Dobner, das Klettern sei auch Selbstfindung mit Genuss oben am Baum. Ist Baumklettern anstrengend? Katharina findet: „Klettern ist nicht anstrengend, man muss nur die Griffe finden“. Noch vor dem Mittagessen wollten die wartenden jungen Kletterhelden Tobias, Foti, Elyas, Marvin und Maxi noch auf den Baum. Selbstbewusst kündigte der sechsjährige Maxi an: „Ich will zur Glocke“. Tobias nannte einen hilfreichen Trick: „Nicht nach unten schauen“. Und weil das Baumklettern so viel Spaß macht, ging es am Nachmittag und am nächsten Tag weiter. Im ganzen Jugendhaus verteilt vergnügten sich die Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis 15 Jahren auf vielfältige Weise. An der Tischtennisplatte ging es rund. Alle Spieler waren um die Platte herum in Bewegung und konzentrierten sich auf diesen einen Ball. Bald sollte die 15-köpfige Gruppe aus Mädchen und Jungen vom Freizeitkickergelände mit ihren Betreuern zum Mittagessen zurück sein. Sie hatten sich dort auf der Skateranlage den ganzen Vormittag sportlich betätigt. Wer eher die Ruhe suchte, konnte im Obergeschoss entspannen. Im Gespräch mit dem TIP gab Teamleiter Dobner einen Ausblick auf den weiteren Verlauf des Tages. Gemeinsam mit dem Bürstädter Graffiti-Künstler Jascha Held würde ein großes Plakat gestaltet werden, das auf jeden Fall gut sichtbar ausgestellt werden soll. Ein Wandgemälde des Künstlers schmückt den Platz an der Tischtennisplatte. Am Donnerstag stand der Besuch bei den örtlichen Pfadfindern auf dem Programm, die einiges für die Kinder und Jugendlichen vorbereitet hatten. Als Dank wollte Kletterexperte Christian Vollmer, der auch ausgebildeter Zimmermann und Lehmbauer ist, den Pfadfindern von der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg vom Stamm Bruder Feuer einen Lehmofen bauen. Die diesjährigen Sommerferienspiele waren von der Coronasituation geprägt, deshalb auch nur eine Woche mit 40 Kindern und Jugendlichen, die diese Woche komplett gebucht hatten. Organisiert wurden die Ferienspiele gemeinsam von Teamleiter Ralph Dobner und Oliver Haberer von der Sozialagentur Fortuna. Auch das Treffen mit den Eltern und Angehörigen zum Abschluss am Freitag konnte nur im kleineren Rahmen stattfinden. Hannelore Nowacki

    Im Jugendhaus der Stadt Bürstadt ging es beim Tischtennisspiel mit viel Bewegungsfreude rund. Im Hintergrund ein Graffiti-Kunstwerk von Jascha Held. Foto: Hannelore Nowacki


     

     

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