Lampertheimer Demenzwochen vom 17. September bis 6. Oktober verbindet Information und Unterhaltung
Eine Krankheit, die herausfordert
Präsentieren den Flyer und das Programm der diesjährigen Lampertheimer Demenzwochen: Bernd Ranko, Fachbereichsleiter Familie und Soziales bei der Stadt Lampertheim, und Marianne Lange von der Caritas Seniorenberatung. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM - Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September finden in der Spargelstadt vom 17. September bis zum 6. Oktober die zweiten Lampertheimer Demenzwochen statt.
Demenz gekört zu den häufigsten Erkrankungen des fortgeschrittenen Alters - und leider nimmt die Zahl der Betroffenen stetig zu. Menschen mit Demenz benötigen im Lauf ihrer langen Krankheitszeit intensive Unterstützung. „Pflege ist kein Sprint, sondern ein Marathon, der 24 Stunden am Tag dauert", stellte Marianne Lange von der Caritas Seniorenberatung bei einem Pressegespräch zur Vorstellung des diesjährigen Programmes der Demenzwochen klar. Dieses verbindet gekonnt Information und Unterhaltung.
Praxisbezogene Vorträte
In diesem Jahr wird der Fokus auf praxisbezogene Vorträge und die direkte Einbindung der Demenzkranken gelegt. Den Auftakt macht ein Theaterstück zum Thema „Demenz" mit anschließendem Vortrag am Donnerstag, 18. September, um 18 Uhr in der Notkirche, Römerstraße 94. In „(M)ein anderer Ort" beschreibt Clownin Aphrodite die Geschichte der alten und Demenzen Clownin Aphrodite. Die Zuschauer sehen, wie sie ihren Alltag im Altenwohnheim lebt und gestaltet. Im Anschluss bietet sich die Möglichkeit zur Diskussion mit der Künstlerin, zudem informieren Dr. Matthias Früh von Gala e.V. sowie Marianne Lange zum Thema Demenz.
Am Freitag, 19. September, lädt die Römergarten Residenz Haus Dominikus um 16 Uhr zu einem Fachvortrag unter dem Motto „Lebenswelt Demenz" sowie zur Vorstellung des Wohnbereichs. Direkt mit einbezogen werden an Demenz Erkrankte und ihre Angehörigen am Samstag, 20. September, beim Tanzvergnügen in der „Alten Schule". Ab 15 Uhr findet dort ein anregender Nachmittag mit Tanz und Bewegung unter Anleitung von der Kinaesthetics-Trainerin Andrea Knebel-Schneider statt. Diese wird am Montag, 29. September, zudem um 18 Uhr einen Vortrag über das Thema Kinaesthetics in der Caféteria im St. Marien-Krankenhaus in der Neuen Schulstraße 12 halten. Hierbei lernen Pflegende die Bewegungen ihrer Angehörigen so zu unterstützen und zu koordinieren, dass die Pflege möglichst ohne schweres Heben und Tragen möglich ist.
Tanz, Unterhaltung und Gymnastik
Ebenfalls direkt an Demenzkranke richten sich drei weitere Angebote: Ein Unterhaltungsnachmittag für Demenzerkrankte und deren Angehörige mit Tanz, verschiedenen Darbietungen sowie musikalischer Unterhaltung durch die „Lustigen Musikanten" bei Kaffee und Kuchen am Montag, 22. September, um 15 Uhr im „CaféBohne" des Alten- und Pflegeheims Mariä Verkündigung, Hagenstraße 1.
Am Donnerstag, 25. September, laden um 14.30 Uhr die Ökumenische Diakoniestiftung und das Dietrich Bonhoeffer-Haus zu einem gemeinsamen Demenzgottesdienst ein. Gestaltet wird der Gottesdienst im Bonhoeffer-Haus, Hospitalstraße 1, durch Pfarrerin Annelie Hesse und Pfarrer Erhard Schmitt.
„Mobil bleiben - Bewegung bei Demenz" heißt es schließlich am Donnerstag, 2. Oktober, um 15 Uhr in der Tagesbetreuung „Meine Zeit" in der Kaiserstraße 38. Gemeinsam mit einer Physiotherapeutin können die Teilnehmer gymnastische Übungen kennen lernen, die auch leicht zuhause durchführbar sind.
Abgerundet werden die Demenzwochen am 6. Oktober durch den Vortrag „Einfach nur da sein" - Was brauchen Menschen in der letzten Lebensphase von uns? um 19.30 Uhr im Bürgerzentrum Biblis, Darmstädter Straße 4 in Biblis. Der Vortrag macht deutlich, was man einem Menschen schenkt, wenn man einfach für ihn da ist, offen für das, was von ihm kommt.
Flyer und weitere Informationen
Organisiert werden die Demenzwochen durch den Lampertheimer Arbeitskreis Demenz, der sich seit 2011 zur Aufgabe macht, Betroffene und Angehörige zu informieren, zu sensibilisieren und Hilfestellungen aufzuzeigen. Alle zwei Jahre finden dazu die Demenzwochen statt, im vergangenen Jahr wurde zudem der Demenzwegweiser veröffentlicht.
„Marianne Lange ist der Motor des Arbeitskreises Demenz", betonte Bernd Ranko, Fachbereichsleiter Familie und Soziales bei der Stadt Lampertheim. Und diese steht bei Rückfragen und für weitere Informationen rund um die Demenzwochen gerne telefonisch unter 06206/5913666 zur Verfügung. Der Flyer mit ausführlichen Informationen liegt in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen wie der Stadtverwaltung, dem Krankenhaus, der Seniorenberatung der Caritas, bei zahlreichen Ärzten sowie den teilnehmenden Organisationen aus. Einen speziellen Dank richteten Marianne Lange und Bernd Ranko an Gala e.V. für die Unterstützung - sowohl finanzieller Art als auch bei der inhaltlichen Gestaltung der Demenzwochen. Benjamin Kloos