Mi., 31. August 2016, 14:43 Uhr
Lampertheimer Demenzwochen vom 14. September bis 1. Oktober verbinden Information und Unterhaltung
Eine Krankheit, die herausfordert
LAMPERTHEIM – Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September finden in der Spargelstadt vom 14. September bis zum 1. Oktober die dritten Lampertheimer Demenzwochen statt.
Demenz gekört zu den häufigsten Erkrankungen des fortgeschrittenen Alters - und leider nimmt die Zahl der Betroffenen stetig zu. Menschen mit Demenz benötigen im Lauf ihrer langen Krankheitszeit intensive Unterstützung. „Wir möchten informieren, aufklären und sensibilisieren: Angehörige, Nachbarn, Dienstleiste und die gesamte Bevölkerung. Dazu wollen wir mit verschiedenen Ansätzen die Menschen an die Hand nehmen und ihr Interesse für dieses wichtige Thema wecken“, erläuterte Marianne Lange von der Caritas Seniorenberatung bei einem Pressegespräch zur Vorstellung des diesjährigen Programmes der Demenzwochen.
Vorträge, Filme und Gottesdienst
Elf Veranstaltungen rund um das Thema Demenz werden angeboten, bis auf zwei Veranstaltungen sind diese alle kostenfrei. So wie die Filmvorführung „Still Alice“, die den Auftakt macht. Gemeinsam laden das Evangelische Dekanat Ried, die Hospiz-Initiative im Ried, das Café Memory und die Filminsel Biblis am Mittwoch, 14. September, um 19 Uhr in die Filminsel, Hintergasse 3, in Biblis ein.
Unter dem Titel „Leben mit Demenz“ findet am Dienstag, 20. September, um 18 Uhr ein Film- und Informationsabend zur Thematik Alzheimer und Demenz statt. Dieser Abend in der Caféteria des St. Marien-Krankenhauses, Neue Schulstraße 12, behandelt die wesentlichen Fragen von Angehörigen. Medial eingeleitet wird die Veranstaltung mit einer Dokumentation. In Zusammenarbeit mit Dr. Matthias Früh (GALA e.V), Marianne Lange und dem Krankenhaus werden hier erste Fragen, die nach der Diagnose auftreten, thematisiert.
Am Mittwoch, 21. September, lädt das Agaplesion Dietrich Bonhoeffer Haus in der Hospitalstraße 1 um 19 Uhr zu einer Podiumsdiskussion ein. „Die lassen mich hier verhungern – Vom Umgang mit dementiell veränderten Menschen“ ist der Titel der Veranstaltung. Hedwig Neu und Carlos de la Fuente stellen Theorie und Praxis zum Umgang mit dementiell veränderten Menschen vor, tauschen sich über die Annäherung an diese aus und geben praktische Hinweise für den Umgang mit Betroffenen.
Und am Donnerstag, 22. September, laden um 14.30 Uhr die Ökumenische Diakoniestiftung und das Dietrich Bonhoeffer-Haus zu einem gemeinsamen Demenzgottesdienst ein.
Am gleichen Tag findet um 18 Uhr die Informationsveranstaltung „Herausforderung Demenz“ in der Caféteria des St. Marien-Krankenhauses statt. Referentin Dorothee Munz-Sundhaus und Dr. med. Jürgen Hinrich Heins gehen auf den Umgang von Angehörigen und Betroffenen mit der Herausforderung Demenz ein.
Wochenendseminar und Schnuppervormittag
„Kinaesthetics für pflegende Angehörige” heißt es am 23. und 24. September sowie am 30. September und 1. Oktober im Rahmen eines Wochenendseminars an vier Nachmittagen mit Referentin Andrea Knebel-Schneider. Durch Kinaesthetics lernen Pflegende, die Bewegungen ihrer Angehörigen so zu unterstützen und zu koordinieren, dass die Pflege ohne schweres Heben und Tragen möglich st. Damit wird der Pflegende geschont und die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Pflegebedürftigen verbessert. Die Gebühr für diesen von der Krankenkasse geförderten Kurs beträgt 25 Euro, eine Anmeldung über die Caritas unter 06206/59232 oder 9513666 ist erforderlich.
Eine deutsche Tragödie über einen an Demenz erkrankten Mann und seine Familie, die sich liebevoll um ihn kümmert zeigt die Lukasgemeinde am Freitag, 23. September, um 19 Uhr in der Notkirche im Rahmen eines „LukasFilmAbend”. Der Eintritt beträgt 1 Euro.
Maria Rief und Silke Fabian von compass private pflegeberatung referieren am Dienstag, 27. September, von 18 bis 20 Uhr im Sitzungssaal des Alten Rathauses in der Römerstraße zum Thema „Schlüssel zum Verständnis von (kriegs-)traumatisierten Menschen mit Demenz”. Dabei wird das Thema Kriegskinder anlässlich des Weltkrieges vor über 70 Jahren auf verschiedenen Ebenen aufgegriffen. Denn die Folgen der kindlichen Kriegserfahrung treten für die betroffene Generation oftmals im höheren Lebensalter noch stärker in den Vordergrund – gerade bei Menschen mit Demenz.
Am Mittwoch, 28. September, um 17 Uhr informieren Maria Rief und Silke Fabian in der Caféteria der Seniorenbegenungsstätte Alte Schule über die Änderungen in der Pflegeversicherung und hier insbesondere über die Anwendung des zweiten Pflegestärkungsgesetz im ambulanten Bereich.
Zu einem Schnuppervormittag lädt die Diakoniestation Lampertheim am Donnerstag, 29. September, in die Tagesbetreuung „Meine Zeit” in der Kaiserstraße 38 ein. Von 9 bis 12.30 Uhr können sich Interessierte über das Betreuungsangebot für Demenzkranke, das gleichzeitig eine Entlastung für Angehörige darstellt, umfangreich informieren. Lassen Sie sich bei einem Gedächtnistraining oder etwas Gymnastik für Demenzerkrankte inspirieren.
Abgerundet werden die Demenzwochen am 29. September durch das Demenzforum in der Römergartenresidenz des Haus Dominikus, Anne-Frank-Straße 3. Dieses Angebot richtet sich speziell an Angehörige von Demenzerkrankten.
Flyer und weitere Informationen
Organisiert werden die Demenzwochen durch den Lampertheimer Arbeitskreis Demenz, der sich seit 2011 zur Aufgabe macht, Betroffene und Angehörige zu informieren, zu sensibilisieren und Hilfestellungen aufzuzeigen. Alle zwei Jahre finden dazu die Demenzwochen statt, im diesem Jahr wurde zudem der Demenzwegweiser in seiner dritten, überarbeiteten Auflage, neu veröffentlicht.
„Marianne Lange ist der Motor des Arbeitskreises Demenz", betonte Bernd Ranko. Und diese steht bei Rückfragen und für weitere Informationen rund um die Demenzwochen gerne telefonisch unter 06206/9513666 zur Verfügung. Der Flyer mit ausführlichen Informationen liegt in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen wie der Stadtverwaltung, dem Krankenhaus, der Seniorenberatung der Caritas, bei zahlreichen Ärzten sowie den teilnehmenden Organisationen aus. Einen speziellen Dank richteten Marianne Lange und Bernd Ranko an Gala e.V. für die Unterstützung – sowohl finanzieller Art als auch bei der inhaltlichen Gestaltung der Demenzwochen. Benjamin Kloos