Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mitte mit Beförderungen
„Eine starke Mannschaft“
Bürgermeisterin Barbara Schader, Wehrführer Burkhard Jakob und Stadtbrandinspektor mit den vier beförderten Einsatzkräften: Dennis Engelhardt wurde zum Feuerwehrmann befördert, seine Ehefrau Tamara Engelhardt zur Feuerwehrfrau. Dominik Brüderl ist jetzt Oberfeuerwehrmann. Die Urkunden überreichte der Wehrführer. Der stellvertretende Wehrführer Simon Lambrecht erhielt die Beförderungsurkunde als Oberlöschmeister von Stadtbrandinspektor Schwara. Die notwendigen Lehrgänge habe er absolviert und die Dienstzeit erreicht. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Bei der Bürstädter Feuerwehr spielt auch die Musik eine große Rolle. Zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bürstadt Mitte im Lehrsaal des Feuerwehrstützpunktes am vergangenen Samstagabend gab der Spielmanns- und Fanfarenzug mit zwei Stücken ein eindrucksvolle Kostprobe seines vielfach gelobten Könnens. Der verstorbenen Mitglieder wurde mit einer Schweigeminute und passender Musik gedacht. Wehrführer Burkhard Jakob berichtete über ein ereignisreiches Jahr 2014 mit insgesamt 102 Einsätzen bei 16 Bränden und 62 Hilfeleistungen, dazu kommen noch 24 Fehlalarme, zehn weniger als im Vorjahr. Rauchmelder retten Menschenleben. Darauf wies der Wehrführer besonders hin und erinnerte daran, dass in Hessen seit 31. Dezember 2014 die Rauchmelderpflicht für jede Wohnung gilt. Zu den Aufgaben der Feuerwehr gehörten im Berichtsjahr 62 Hilfeleistungen und zwölf Dienstleistungen wie das Bewässern von Grünanlagen, die Unterstützung des Betriebshofes mit dem Teleskopgelenkmast, der Dienst beim Kerwelauf und das Betanken der nostalgischen Dampfloks im Bürstädter Bahnhof. Im Rahmen der technischen Hilfeleistungen wurde die Feuerwehr zu sieben Verkehrsunfällen gerufen. Insgesamt 19 Personen wurden bei den Einsätzen gerettet, davon waren 16 Personen verletzt. Vier Menschen konnten die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst nicht mehr helfen. Die Brandsicherheitsdienste bei Veranstaltungen nahmen 228,5 Dienststunden in Anspruch. Dazu kamen Dienste beim Hessentag in Bensheim mit fast hundert Stunden. Zu den Einsatzstunden kommt die Ausbildung mit 38 Gesamtübungen. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute kamen auf eine Ausbildungszeit von insgesamt 2.378,95 Stunden. Diverse Lehrgänge und Seminare wurden auf Kreis- und Landesebene absolviert. Das Brandschutzteam unter der Leitung von Siegfried Gebhardt war sehr aktiv. Wehrführer Jakob nannte acht Termine mit 145 Kindern in vier Kindergärten, denen die Gefahren von Feuer und Rauch vermittelt wurden. Geübt wurde mit den Kleinen, wie man einen Notruf richtig absetzt. Als Abschluss besichtigten die Kinder den Feuerwehrstützpunkt in der Römerstraße, wo vor allem die Atemschutzübungsanlage Spaß gemacht habe. In der Alters- und Ehrenabteilung sind zurzeit etwa 25 ehemalige Einsatzkräfte organisiert, die sich regelmäßig zum geselligen Beisammensein treffen. Das Küchenteam um Herbert Gräf verwöhnt die Teilnehmer mit Hausmannskost. Der Fahrzeugbestand müsste durch ein Transportfahrzeug GW-L ergänzt werden, wünscht sich die Feuerwehr. Es könne kein Dauerzustand sein, das Fahrzeug GW Dekon mitzubenutzen, das für den Katastrophenschutz bereit stehen müsse. Nachdem für die Beschaffung des neuen Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuges HLF 20 das aufwändige Ausschreibungsverfahren abgeschlossen ist, hatte die Stadt Bürstadt Ende 2014 den Auftrag erteilt. Ende November dieses Jahres, so die Hoffnung, könnte es in Dienst gestellt werden. Wehrführer Jakob dankte den Geräte- und Atemschutzgerätewarten für ihre Arbeit, die durch vielfältige Prüf- und Verwaltungsanforderungen sehr zeitaufwändig sei. Um die noch gewährleistete Tagesalarmstärke auch zukünftig zu erhalten, will die Feuerwehr gemeinsam mit der Stadtverwaltung Lösungen suchen. Einige Einsatzkräfte arbeiten nicht mehr in Bürstadt und einige werden in den nächsten Jahren altersbedingt nicht mehr aktiv sein können. Mit 61 Einsatzkräften zum Stichtag 31. Dezember 2014 liegt die Einsatzabteilung nur knapp hinter der großen Musikabteilung, die sich auf 63 Mitglieder stützt. Die Kinderfeuerwehr zählt stolze 18 Mitglieder, während die Jugendfeuerwehr mit nur sechs Mitgliedern ein Problem habe. Zur Mitgliedergewinnung unter der Jugend wird die Freiwillige Feuerwehr Bürstadt Mitte in wenigen Wochen eine Aktion starten. In seinem ausführlichen Bericht zur Tätigkeit des Spielmanns- und Fanfarenzuges nannte Stabführer Erik Minnder 55 Auftritte und mehrere Höhepunkte des Jahres, zu denen die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft der Musikzüge zählt. Der Drummer-Nachwuchs feierte hier mit „Gold“ den größten Erfolg in der Geschichte des Musikzuges. Insgesamt sind 20 Mitglieder noch in der Ausbildung. Vier Austritten standen sieben Eintritte gegenüber. Jugendwartin Kerstin Winkler berichtete von der Halbierung der Mitgliederzahl innerhalb eines Jahres. Die Jugendfeuerwehr beteiligte sich an mehreren Veranstaltungen und Aktionen. Stadtbrandinspektor Uwe Schwara sprach von positiven Tendenzen bei der Feuerwehr, doch „in anderen Bereichen müssen wir etwas tun“. Bürgermeisterin Barbara Schader, die wie Erster Stadtrat Walter Wiedemann und Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf an der Jahreshauptversammlung teilnahm, meinte: „Die Feuerwehr ist gut aufgestellt – eine starke Mannschaft“. Für die Verzögerung beim Bedarfs- und Entwicklungsplan warb sie um Verständnis, an die Verabschiedung sei Mitte 2016 zu denken. In Verbindung auch mit dem neuen Verkehrskonzept solle der Plan für bis zu 10 Jahre Geltung haben und zukunftsfähig sein, dies sei mit dem Kreisbrandinspektor besprochen worden. Im Anschluss nach einer kleinen Pause trat die Mitgliederversammlung des Feuerwehrvereins zusammen. Vorsitzender Alfred Engert gab einen Rückblick auf das Berichtsjahr 2014 mit durchweg positiver Bilanz und zahlreichen Aktivitäten. Hannelore Nowacki