Mi., 13. Juli 2016, 11:53 Uhr
Gottesdienst auf der grünen Wiese vor der Domkirche hatte auch sein Gutes
„Eingeladen zu staunen“

Im Herzen der Stadt fand der Feldgottesdienst am Sonntag statt, der dank der Stechmücken in der Bonaue zum Gottesdienst auf der grünen Wiese an der Domkirche wurde. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die schöne Bonaue mit der prominenten Eiche wäre eigentlich der Ort für den Feldgottesdienst der Lukasgemeinde am Sonntag gewesen, doch warteten dort wohl die zahlreichen Stechmücken auf ihre Opfer. So kam es, dass der Gottesdienst auf der Wiese vor der Domkirche stattfand – unter freiem Himmel, bei der sommerlichen Hitze angenehm beschattet von den alten Baumriesen. Pfarrer Adam Herbert beruhigte die Gemeinde mit der Mitteilung, dass niemand daran denke, eine gute Tradition wie den Feldgottesdienst in der Bonaue zu beenden. Doch habe der „Gottesdienst auf der grünen Wiese an der Domkirche“ auch sein Gutes für alle, die weniger gut zu Fuß sind. So viele Gottesdienstbesucher kamen, dass die Helfer weitere Bänke herbeischafften und dann noch Tischreihen als Sitzgelegenheiten bereitstellten. Im Schatten der Domkirche begleitete der Posaunenchor mit dem Dirigenten Andrew Connor den Gottesdienst mit Vor- und Nachspiel. Die Chöre des MGV 1840 unter der Leitung von Elisabeth Seidl bereicherten den Gottesdienst mit drei Liedern. „Herr, unser Gott, wie groß bist Du“ hörte die Gemeinde vom Männerchor, der Frauenchor hatte das schwungvolle Lied „This little light of mine“ ausgesucht. Alle zusammen stimmten im Gemischten Chor den Choral „Auf, Seele, Gott zu loben“ an. Ausgeteilte Textblätter machten das Mitsingen bei den Liedern für die Gemeinde einfach. „Heute soll es um das Staunen gehen“, kündigte Pfarrer Herbert zu Beginn des Gottesdienstes an, ein Staunen, das schon beim Blick zum Himmel beginnen kann. „Die Wolkenbilder, wie schnell sie dahinziehen und sich verändern – wir sind eingeladen zu staunen über Gottes schöne Welt“. Von den unzähligen Möglichkeiten des Staunens erzählte Pfarrer Herbert in seiner Predigt: Noch gar nicht lange sei es her, als die Menschen noch nicht wussten, dass die Erde rund ist, sie wussten auch nicht, was Gene sind und dass die Materie aus den kleinen Atomen besteht und sie hatten noch nichts vom Urknall gehört. Doch die Schöpfungsgeschichte sei erstaunlich dicht dran gewesen. Dies alles lasse staunen in Ehrfurcht vor Gott und vor dem Leben, „wie fantastisch die Erde ist mit ihren Wundern“. Staunen wir heute seltener als die Menschen früher? Pfarrer Herbert vermutet es, denn „warum sollten wir staunen, wenn wir schon alles wissen“? Seinen Zuhörern sprach Pfarrer Herbert Mut zu, das Staunen neu zu entdecken. Zuletzt wurde gemeinsam das Lied „Nun danket alle Gott“ gesungen. Für das leibliche Wohl sorgte anschließend der Jungbauernverein mit Getränken und einer reichlichen Auswahl belegter Brötchen – ein Angebot, das die Gottesdienstbesucher gerne annahmen. Noch eine ganze Weile war die schattige Wiese Treffpunkt für lebhafte Gespräche. Hannelore Nowacki