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Fr., 18. September 2015, 08:31 Uhr
Künstlermarkt und verkaufsoffener Sonntag zur Kerwe
Einkaufen, schauen und genießen – Trubel überall
So belebt war die Kaiserstraße am Sonntagnachmittag. Auf der Kerwe und in den Geschäften war viel los. Kaum hatte der Regen aufgehört, waren die Café-Plätze unter freiem Himmel wieder begehrt. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die Stadt feierte Kerwe so wie es am schönsten ist. Überall war am Kerwe-Sonntag etwas los. Kunsthandwerkliche Arbeiten aus Holz und Porzellan, Gehäkeltes und Gestricktes und auch selbst eingekochte Marmelade gab es in Hülle und Fülle an den über 20 Ständen des 28. Künstlermarktes auf dem Schillerplatz. Entlang der Römerstraße hatten die Besucher unter den kulinarischen Angeboten die Qual der Wahl. Die originalen Kerwe-Haxen der Metzgerei Blüm, bei der DLRG von Timo Steffan und Sarah Hoth über glühender Holzkohle zur Perfektion knusprig geröstet, waren ein Renner. Zum Glück waren die meisten Angebote überdacht, denn ab und zu fielen aus den grauen Wolken ein paar Regentropfen. Genug um nass zu werden, aber nicht genug, um den Spaß an der Kerwe zu verderben. Auch die Modenschau bei Horlé Mode & mehr in der Kaiserstraße unter freiem Himmel bekam einige Tropfen ab, doch hier hatten die Zuschauer eine Lösung. Schnell wurden viele bunte Regenschirme aufgespannt. Aurana Immobilien, ganz neu am Schillerplatz, hatte mit guter Resonanz bei den jungen Traumhaus-Künstlern zum Kindermalwettbewerb aufgerufen und außerdem den Bürgermeister bei einer Spendenübergabe zu Gast. Wer schon morgens unterwegs war, konnte im wunderschön renovierten Café Schmerker in der Kaiserstraße frühstücken. Zur besten Kaffeezeit fielen die Lampertheimer scharenweise bei Schmerker ein, um ein feines Tortenstück oder auch mehr zu genießen. Auch im Gasthaus „Zum Schwanen“ am Europaplatz saßen die Gäste gemütlich drinnen, unter freiem Himmel mit Blick auf den Kerwetrubel rund um den Taiga-Jet war es zu nass. Schmuck in schönster Vielfalt war bei Juwelier Bisch gefragt, eine Oase voller Gold und Silber gleich neben Zuckerwatte und Lebkuchenherzen. Was Dampfgarer und Backofen von Miele alles können, war Thema beim Schaukochen im Küchen-Center Klotz. Herauskamen duftende Köstlichkeiten zum Probieren. Die Tür zum Kerwetreiben war weit offen, nur ein paar Schritte und man war wieder mittendrin und begegnete immer wieder den Kerweborscht. Der Lampertheimer Karneval-Verein (LKV) holte mit seinem Wettbewerb „Maßkrugschieben“ bei den Besuchern jede Menge Gute-Laune-Punkte. Gespannt verfolgten die Zuschauer jeden Zentimeter, den sich das Glas der Zielmarke näherte. Das Deutsche Rote Kreuz Lampertheim hatte dabei die Nase vorn und nahm den Wanderpokal in Empfang.
Gehäkelte Kunst kam gut an, vor allem die Minions zogen die Blicke auf sich. Foto: Hannelore Nowacki
Künstlermarkt mit neuen Ideen und alten Bekannten
Gerade war der elfte Glockenschlag verklungen, eröffnete Bürgermeister Gottfried Störmer unter grauem Himmel den 28. Künstlermarkt. Als Weltpremiere hatten sich Rosemarie Adams an der Drehorgel und Klaus-Bernd Adams an der Ziehorgel angekündigt, die beiden Rosengärtner spielten auch später im Verlauf des Tages auf dem Künstlermarkt synchron, wobei er seine Ziehorgel liebevoll als „Tanzbär“ titulierte. Olaf Diehl von der Volksbank Darmstadt-Südhessen verriet in seinen Grußworten, dass er für besseres Wetter auch einen Gruß „hochgeschickt“ habe. „Der Künstlermarkt hat Charme“ befand er, eine Meinung, die viele Besucher teilten. Nicht alle Künstler waren zufrieden, da zumindest vormittags der große Zulauf ausblieb. Organisiert wird der Künstlermarkt von der Stadt Lampertheim, unterstützt von der Volksbank. Ideenreich zeigte sich Monika Rack aus dem Schwarzwald, die an ihrem Stand nicht nur allerlei Kunstvolles aus Technik und Trommelstöcken präsentierte, sondern auch das Plakat von Stadtmarketing für den Künstlermarkt mit Drums Sticks in ein Kunstobjekt verwandelt hatte. Mit feinem Schnitzmesser arbeitete Helmut Weiß an seiner Eulenfamilie, während Maria Sylvia Meyer aus Lampertheim ihre Strickarbeit zur Hand nahm, um eine weitere Kuscheldecke wachsen zu lassen. „Alles selbst getöpfert“, erklärte Hans Däschner aus Heidelberg. Auf weißes Porzellan malt Ursula Lutz ihre vielfältigen Motive, die dann bei 800 Grad gebrannt werden. Der Weihnachtsmann war auch schon da, zeigte sich aber ganz zivil. Der Maxdorfer hat sich auf Holzarbeiten spezialisiert, für jede Gelegenheit hat er das passende Produkt. „Schobbe-Deggel“ hat er unzählige im Angebot, damit keine Wespe im Schoppenglas schlürft, Spazierstockgriffe und geschnitzte Lesezeichen, Zauberstäbe für Hexen und vieles mehr füllte die Auslagen. Bei Petra Sohn aus Otterstadt hingen „Kleine gute Laune Tüten“ am Haken, Auswahl für den Inhalt hatte sie auch. Ins Auge fielen die herbstlichen Gestecke mit Hagebutten. Silke Andersen und Sabine Hürter aus Frettenheim strahlten an ihrem Stand eine fröhliche Gelassenheit aus. Mit ihrer Idee des „Freunde-Kochalbums“ haben sie sich ein erfolgreiches Hobby geschaffen. Gedruckt werde es in Deutschland, darauf weisen sie hin. An ihrem Hobby gefällt ihnen, dass viele „nette Gespräche zustande kommen“. „Das bereichert unser Leben“. Wer es kauft, kann damit Freunde und anderen netten Menschen eine Freude machen“. Dazu muss man sich selbst einiges einfallen lassen, um es mit individuellen Inhalten zu füllen und schön mit der Hand darin schreiben. Die silbern schimmernden Schutzengel hat Kerstin Hedman aus Worms auch als Schlüsselanhänger gefertigt, die seien als Geschenk für Männer denkbar, erklärte sie. Ihre Mutter Gisela Koschorreck begeistert Kinder mit ihren gehäkelten Figuren, vor allem ihre Minions seien aktuell gefragt. Je später der Tag, umso mehr Besucher drehten ihre Runden auf dem Künstlermarkt, der einigen jedoch kleiner erschien als im Vorjahr. Hannelore Nowacki