Mo., 15. März 2021, 15:09 Uhr
Muslimas feiern Weltfrauentag in Lampertheim mit einer Online-Veranstaltung
Empowerment durch Bildung
LAMPERTHEIM - Wenn es um Online-Veranstaltungen geht sind die Frauen der Lajna Imaillah, der Frauenorganisation der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland KdöR, auch in Lampertheim bereits richtige Profis. Seit Beginn der Corona Pandemie haben sie ihre Zusammenkünfte in den virtuellen Raum verlegt, so auch die Veranstaltung zum Weltfrauentag, die am vergangenen Samstagabend stattgefunden hatte und zu der sich rund 25 Teilnehmerinnen zugeschaltet hatten. „Das war für uns in Lampertheim eine sehr große Umstellung, unsere regelmäßigen Treffen online stattfinden zu lassen. Aber wir haben uns schnell daran gewöhnt. Unser Gemeindeleben findet online statt“, berichtete Aina Ahmad. Thema der Samstagabend-Veranstaltung war die Rolle der Frau in der Gesellschaft, der genaue Titel der Veranstaltung lautete „Die essenzielle Rolle der Frauen für die Zukunft unserer Gesellschaft.“
Besonders wichtig war den Muslimas an diesem Abend mit anderen Frauen in Dialog zu treten, Fragen zu beantworten und mit Vorurteilen aufzuräumen. Deshalb suchten die praktizierenden Muslimas auch zuvor schon den direkten Kontakt zu anderen und informierten Interessierte an Ständen, die sie in Fußgängerzonen veranstalteten - so auch bereits in der Lampertheimer Innenstadt. Nach dem Vortrag von Gülay Wagishauser, die auf die Position der Frauen im Islam blickte und dabei auch in die Historie eintauchte, hatten die Besucher der virtuellen Veranstaltung anschließend reichlich Gelegenheit, Fragen zu stellen. Thematisiert wurde schließlich auch, dass die Rechte der Frauen weltweit und in verschiedenen Bereichen des Lebens noch immer nicht in ihrer Vollkommenheit gewahrt werden, so werden Frauen immer noch schlechter bezahlt als Männer. Auch widmeten sich die Muslimas der Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht. Sowohl für Ahmad, als auch für
Wagishäuser, stellt sich diese Frage nicht. „Ich bin in Deutschland geboren, ich spreche deutsch, halte mich in der deutschen Kultur auf und fühle mich deutsch“, betonte Wagishäuser, für die eine Religion nicht zu irgendeinem Land gehört. Schließlich gab es in drei weiteren Teilgruppen noch mehr zu entdecken und zu erfahren: Neben einem virtuellen Rundgang durch eine Moschee, konnten die Teilnehmerinnen auch weitere Informationen über die Lampertheimer Frauengruppe sowie Antworten in der Teilgruppe „Ich bin eine Mulima – Haben Sie Fragen?“
bekommen.
Schließlich meldete sich auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lampertheim, Sonja Niederhöfer, zu Wort, die an der Veranstaltung teilgenommen hatte und das große Engagement der Frauen lobte. Eva Wiegand