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  • Do., 02. September 2021, 10:24 Uhr
    Über 20 Hofheimer Landfrauen halfen bei der Produktion / Verkauf im Advent 

    Endlich wieder Latwerge

    Über zwölf Stunden wurde ununterbrochen gerührt. Die Arbeit hat sich gelohnt, am Ende konnten 530 Gläser Latwerge abgefüllt werden. Foto: Petra Gahabka


    HOFHEIM/RIED — Der Begriff rührig trifft auf die Hofheimer Landfrauen in doppelter Hinsicht zu. Zum einen sind sie sehr aktiv, was die Vereinsarbeit anbelangt, zum anderen pflegen sie die Tradition des Latwergekochens, bei dem das stete Rühren der „Quetsche“ ein wichtiger Faktor ist. Nach einem Jahr Corona-Pause wird es heuer wieder den beliebten Brotaufstrich geben. Der Verkauf findet wie immer zur Adventszeit statt. 

    350 Kilo Pflaumen aus der Pfalz galt es am Dienstag zu waschen und zu entsteinen. Dazu hatten sich 17 Damen beim Apfelhof Biebesheimer getroffen – ausgerüstet mit Messer und Einweghandschuhen, um blau verfärbten Fingern vorzubeugen. Noch mehr helfende Hände waren am nächsten Tag beim Latwergekochen gefragt. Schon vor sieben wurden im Hof der Familie Herweck die drei Kessel angefeuert und dann peu à peu mit den Früchten, etwas Wasser und einer Handvoll Zwetschgenkerne befüllt. Damit nichts am Boden haften blieb, hielten die fleißigen Bienen im Wechsel die Masse mit speziellen Latwerge-Rührlöffeln aus Holz über zwölf Stunden lang in Bewegung. Eine beschwerliche Arbeit, da die Kessel bis zum Rand gefüllt waren. 

    Da sich manche Mitglieder pandemiebedingt lange nicht gesehen hatten, genoss man das gesellige Beisammensein sichtlich. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, und Helga Kreider, Leiterin der Gymnastikgruppe, machte mit einigen Damen spontan Lockerungsübungen. Sorgfältig wurde über die Zugabe von Zucker, Essig und Gewürzen Buch geführt und zwischendurch immer mal wieder abgeschmeckt. Am Abend hieß es dann endlich „So isses gut“, und das Abfüllen konnte beginnen. Hierbei ist ein schneller Arbeitsablauf wichtig, was für die routinierten Damen aber kein Problem darstellte. Um 21.30 Uhr war die Aktion beendet, nun müssen die insgesamt 530 Gläser noch etikettiert werden. Wann und wo die Latwerge verkauft wird, ist noch ungewiss. „Wir müssen jetzt erst mal abwarten, ob der Weihnachtsmarkt rund ums Bürgerhaus stattfindet. Wenn nicht, werden wir eine Lösung finden.“, sagte die Erste Vorsitzende Birgit Biebesheimer, deren Dank den vielen Helferinnen und Helfern sowie der Familie Herweck galt. Petra Gahabka

     

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