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Do., 03. September 2020, 11:40 Uhr
ERSTER STADTRAT: FDP-Fraktion bezieht Stellung zu Aussagen im Bericht „Politischer Paukenschlag in Lampertheim”
„Entscheidung ist aus rein sachlichen Gründen gefallen”
Zieht zur anstehenden Wahl des Ersten Stadtrates Stellung: Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Fritz Röhrenbeck (l.), hier mit FDP-Urgestein Gottlieb Ohl und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden und möglicherweise künftigen Ersten Stadtrat Marius Schmidt. Archivfoto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – In der Mittwochsausgabe des TIP berichteten wir, dass es für den derzeitigen Ersten Stadtrat Jens Klingler keine politische Mehrheit für eine Wiederwahl gibt. Aus diesem Grund wurde für die Stadtverordnetenversammlung, die am Freitag stattfindet, der Antrag auf Gründung eines Wahlvorbereitungsausschusses gestellt. Die FDP hat in einem Gespräch mit dem TIP Stellung zu dem oben genannten Bericht gezogen.
Fritz Röhrenbeck, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP in der Stadtverordnetenversammlung, betonte hierbei, dass eine entsprechende Kommunikation mit der SPD rechtzeitig stattfand und es zu einem gemeinsamen Entschluss beider Fraktionen kam: „In der Koalitionsrunde wurde bereits frühzeitig darüber gesprochen, dass es eventuell aufgrund von Differenzen in beiden Fraktionen nicht mehr zu einer Mehrheit für Jens Klingler reichen könnte. Dies haben wir innerhalb der Koaltionsrunde offen diskutiert und sind gemeinsam zum Entschluss gekommen, dass Jens Klingler nicht mehr kandidieren wird”, so Fritz Röhrenbeck, der auch die Gründe für die Entscheidung erläuterte. Dabei hätten keine menschlichen, sondern rein sachliche Punkte eine Rolle gespielt: „Mit Jens Klingler als Person haben wir nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis. Es gibt jedoch im Bezug auf den Ausbau des Hallenbades sowie den Umgang mit dem Betrieb und Ausbau der Saranda Bar als auch im Bezug auf die Kommunikation im Bereich Kinderbetreuung innerhalb der FDP-Fraktion eine starke Abkehr von der Arbeit Jens Klinglers als Erstem Stadtrat. Diese lies sich in den ersten 3,5 Jahren der Koalition so nicht absehen und ist in den letzten drei bis sechs Monaten auch in dieser Intensität entstanden.”
Einen zeitlichen Druck hinsichtlich der Wahlvorbereitung und der Wahl eines neuen Ersten Stadtrates sieht die FDP nicht. Zur Tatsache, dass die SPD Marius Schmidt ins Rennen um das Amt des Ersten Stadtrates schickt, verwies Fritz Röhrenbeck zunächst auf die offene Ausschreibung: „Bei einem Wahlvorbereitungsausschuss darf sich jeder als Kandidat bewerben. Dennoch liegt es der Koalition am Herzen, einen geeigneten Kandidaten zu stellen. Darüber hinaus läuft die Koalition seit knapp vier Jahren sehr erfolgreich und steht deutlich über der Person Jens Klingler. Denn die gemeinsame erfolgreiche politische Arbeit unserer Heimatstadt steht über allem. Wir sind sehr glücklich mit der Koalition und haben für Lampertheim viel bewegt.” Daher würde sich Fritz Röhrenbeck bei der anstehenden Kommunalwahl im März 2021 nicht nur ein starkes Ergebnis für die FDP wünschen, sondern sich auch über die Fortsetzung der derzeitigen Koalition freuen – wenn dies der Wähler so entscheidet. Dabei wird die FDP auch weiterhin engagiert für Lampertheim eintreten: „Wir sind eine Partei der Wirtschaft, speziell die Entwicklung der Gewerbegebiete und der Innenstadt. Und auch die Entwicklung, Lampertheim als Wohnstandort weiter attraktiv zu gestalten, liegt uns sehr am Herzen” so Fritz Röhrenbeck. Dabei wird für ihn selbst eine neue Herausforderung in der künftigen Legislaturperiode warten. Denn der bisherige Fraktionsvorsitzende Thomas Bittner wird den Staffelstab an ihn weitergeben. Mit welchen weiteren Kandidatinnen und Kandidaten die FDP in den Wahlkampf ziehen wird, entscheidet sich bei der Mitgliederversammlung am 13. November.
Für Fritz Röhrenbeck selbst steht eine Kandidatur für das Amt des Ersten Stadtrates übrigens nicht zur Debatte,dieses steht der politisch größten Fraktion und somit dem Vorschlagsrecht der SPD zu, bekräftigte aber seine Ambition, sich in Zukunft über eine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters Gedanken zu machen.
Dies hängt aber auch vom Ergebnis der Kommunalwahlen ab. „Ich möchte mich auch weiterhin mit ganzem Herzen für meine Heimatstadt engagieren. Dabei ist es mir aber wichtig, direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt zu werden, ob in die Stadtverordnetenversammlung oder auch als Bürgermeister, sofern die Wählerinnen und Wähler das wünschen. Eine Wahl durch ein politisches Gremium wie im Fall des Ersten Stadtrats kommt für mich dahingegen nicht in Frage”, so Fritz Röhrenbeck abschließend. Benjamin Kloos