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  • Mi., 03. September 2025, 11:26 Uhr
    VEREINSLEBEN: Verein für Heimatgeschichte Nordheim e.V. auf Zeitreise in Speyer

    Entspannende Schiffahrt und spannende Stadtführung

    Vor der Rheinrundfahrt auf dem Personenschiff "Pfälzerland" am Anleger Helmut-Kohl-Ufer in Speyer.
    Foto: oh

    NORDHEIM – Obwohl zu Beginn das Wetter recht trüb aussah, gab es einen erlebnisreichen Ausflugstag für die Nordheimer Heimatgeschichtler. Bei Worscht, Weck und Sekt erhielten die Teilnehmer auf dem parkähnlichen Festplatz in Ketsch erste Informationen zum Jubiläum „200 Jahre Dampfschifffahrt auf dem Oberrhein“. Ein folgenreiches Ereignis, das in einer Ausstellung an der Nordheimer Kerwe vertieft wird. Dann ging es weiter nach Speyer. Die schöne Stadt empfing die Nordheimer mit zunehmendem Sonnenschein. Nach erstem Spaziergang in die Stadt wurde am Rhein das Helmut Kohl-Ufer aufgesucht, an dem das Ausflugsschiff „Pfälzerland“ schon für die Gruppe reserviert war. In gemütlicher Fahrt auf dem oberen Deck des schmucken Schiffes, ging es vorbei am Hafen für Mineralölprodukte der Raffinerie in Speyer. Manch ein großes Tankschiff, das den Nordheimern vom Vorbei fahren bekannt war, lag hier zum Be- oder Entladen fest vertäut. In der nahen Schiffswerft waren andere große Rheinschiffe zu Wartungsarbeiten auf das Ufer gehievt. Der sommerliche Auwald am Rheinufer gab manchmal den Blick frei bis zur Altlußheimer Kirche.
    Nach der erholsamen Fahrt führten Frau Kempe und Herr Treutle mit lebendigem Vortrag durch Speyer. Der 1030 von dem Salierkaiser Konrad II. begonnene Dom ist der größte Kirchenbau nördlich der Alpen. In seiner Gruft ruhen acht Kaiser und Könige des Römischen Reichs deutscher Nation. Im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit fanden über 50 Hoftage in Speyer statt. Wie Worms so hatte auch Speyer 1689 im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekriegs einen großen Stadtbrand zu erleiden, dem die mittelalterliche Bausubstanz weitgehend zum Opfer fiel.
    Nach und nach erholte sich die Stadt. Der beschädigte Dom wurde wieder hergestellt, neue Verwaltungsgebäude mit eindrucksvollen Zierelementen entstanden, besonders längs der Hauptstraße / Maximilianstraße. Das Reichskammergericht wurde nach Speyer verlegt. Das Rathaus wurde erneuert. Überraschend war die barocke evangelische Dreifaltigkeitskirche mit ihrer reichen Ausstattung, wie sie sonst nur bei katholischen Kirchen anzutreffen ist. Die ersten fünf Reihen Sitzbänke hatten sich gegenüberliegend nochmals Sitzbänke. Das war gemacht, damit die Gläubigen um den Prediger auf der mitten im Kirchenschiff angebrachten Kanzel sehen zu können, sich bei der Predigt einfach auf die gegenüber liegenden Bänke setzten, damit sie den Kopf nicht so stark umdrehen brauchten.
    Den Abschluss der Stadtführung bildete ein Besuch des Judenhofes. Als es zur Kreuzfahrerzeit 1096 zu Pogromen gegen die jüdischen Mitbewohner kam, nahm sie der Bischof in Schutz und ermöglichte einen ersten Synagogenbau, dessen Ruinen ausgegraben wurden. Eindrucksvoll war der Besuch der Mikwe, aus dem 12. Jahrhundert, des 10 Meter tiefen rituellen Bades mit seinem wassergefüllten Bassin. Speyer war mit Worms und Mainz gemeinsam als Schum Städte ein Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit.
    Noch lange wirkte das Flair der im letzten Weltkrieg wenig zerstörten Stadt nach, die sich zu den ältesten Städten Deutschlands zählt. Beim gemeinsamen Abschlussessen in Gernsheim wurden die Nordheimer von dem KI-Roboter Schmitti lautlos bedient. zg

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