Mo., 14. April 2014, 10:08 Uhr
Bündnis 90/Die Grünen nehmen Stellung
Erdölbohrung in Lampertheim
LAMPERTHEIM - Die Grünen in Lampertheim und offenbar auch die SPD haben es sich nicht leichtgemacht mit der Entscheidung gegen eine Erdölbohrung in Lampertheim. „Tatsächlich fahren auch einige von uns benzingetriebene Autos und heizen ihre Wohnungen mit Heizöl. Aber die Erkenntnis, dass Rohöl eine sehr begrenzte Ressource ist und damit viel zu wertvoll, um einfach verfeuert zu werden, hat zumindest in Deutschland eine Breite Mehrheit jenseits aller Parteigrenzen gefunden. Auch in Lampertheim haben wir dies in unserem kleinen kommunalen Rahmen versucht umzusetzen, durch städtische Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und Sanieren, durch Photovoltaik auf städtischen Gebäuden, durch Beteiligung am Forschungsprogramm „Modellstadt 25+“ und manchem mehr", so Bündnis 90/ Die Grünen in einer Pressemitteilung zur Erdölbohrung in Lampertheim. „Und da scheint es uns widersinnig und der Idee der Energiewende gänzlich entgegengesetzt, das möglicherweise vorhandene bisschen Erdöl unter Hofheim zu fördern, zumal dessen prognostizierte Menge als Energieträger kaum einen Tropfen des derzeitigen Bedarfes darstellen würde. Dieser Tropfen aber wird woanders täglich wertvoller, denn in der chemischen Industrie wird Rohöl als Ausgangsstoff für die Herstellung von Kunststoffen, Waschmittelzusätzen, Epoxidharzen, Polypropylen, Medikamenten und vielem mehr auf lange Zeit unersetzbar bleiben. Und diesen Schatz wollen wir uns oder für nachfolgende Generationen aufheben."
Diese Entscheidung zu deren Ungunsten soll aber keinesfalls die Firma Rhein Petroleum beschädigen, denn deren Präsentation der geplanten Erdölförderung schienen durchweg seriös, auch auf befürchtete Umweltschäden ging der Geschäftsführer Dr. Suana sachlich und kompetent ein.
Im Übrigen wäre eine Ölbohrung in Hofheim völlig unwirtschaftlich und die Energiewende bereits erfolgreich geschafft, wenn der Bund die Entwicklung alternativer Energien auch nur annähernd so umfangreich fördern würde, wie er die Atomkraft vormals unterstützt hat, so die Grünen weiter. „In diesem Zusammenhang soll unsere Entscheidung gegen „Hofheim/Klein-Kuwait“ auch ein Signal an Berlin sein, die Energiewende konsequent umzusetzen. Hoffen wir, dass sich Dr. Suana von Rhein Petroleum an seine Aussage, nicht gegen
den Willen der Stadt Lampertheim Erdöl zu fördern, hält, denn laut Deutschem Bergrecht muss die Stadt zwar angehört werden, sie hat aber nicht darüber zu entscheiden." zg