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Mo., 26. Juni 2023, 09:07 Uhr
BOGENSPORT: Feldbogenliga-Finale (Deutsche Meisterschaft) und Deutsche Meisterschaft Feld & und Jagd in Altenkirchen/Westerwald
Erfolg, Sportsgeist und Fairness
Die Teilnehmer an der DM Feld & Jagd: Andreas Peschke, Uwe Vogel, Harry Schweigkoffer und Rolf Wilhelmi. Foto: oh
BÜRSTDT – Am letzten Donnerstag fand in Altenkirchen im Westerwald das Finale der Deutschen Feldbogenliga statt. Bundesweit hatten sich die Schützen in Qualifikationsturnieren Wettkämpfe geliefert und die Besten in den jeweiligen Klassen wurden zum Finale eingeladen. Harry Schweigkoffer vom Pfeil- und Bogen-Club Bürstadt hatte in der Klasse Systemschützen die hierzu ausreichende Ringzahl erreicht.
Zuerst wurden zehn Scheiben im Feldparcours geschossen, um die vier Schützen zu ermitteln, die auf dem Sportplatz das Halbfinale bestreiten. Schweigkoffer kam nicht so gut in den Tag und erreichte jedoch mit dem vierten Patz die nächste Runde. Hier musste er gegen den führenden Sebastian Sauer antreten. Da im Gegensatz zum Wald-Parcours hier Zuschauer anwesend waren, wurde dieser nervös und Schweigkoffer konnte sich nervenstark durchsetzen. Im Finale ging es nun gegen Gary Oldfield vom FBC Grießheim. Nur 8 Wertungspfeile auf acht verschieden Entfernungen wurden geschossen. Am Ende waren 3 Ringe Vorsprung auf dem Wertungszetteln zu verbuchen und Harry Schweigkoffer wurde Deutscher Meister der Feldbogenliga 2023.
Beim Feldbogenliga-Finale: Gary Oldfield, Harry Schweigkoffer und Uwe Vogel. Foto: oh
An den folgenden drei Tagen wurden am gleichen Ort die Deutschen Meisterschaften Feld und Jagd bestritten. Auch bei diesem Turnier, das nichts mit der Liga zu tun hat, ging Schweigkoffer an den Start. Der erste Tag stand im Zeichen der Feldbogen-Runde. Temperaturen bis knapp unter 30° und ein fast nicht vorhandener Wald (auch hier hat der Borkenkäfer zugeschlagen), machten es den Schützen schwer das steile Gelände zu bewältigen. Doch dies schien Schweigkoffer dieses Mal nichts auszumachen. Am Abend standen 7 Ringe Vorsprung auf den zweiten Platz auf dem Wertungszettel. Voller Vorfreude ging es am zweiten Tag in die Jagdrunde. Schweigkoffer lag bis Scheibe 7 weiter vorne. Doch dann zeigte sich wie nah Glück und Pech bei einander liegen. Ein technischer Defekt zerlegte seinen Bogen mit einem lauten Knall in drei Teile. Glücklicherweise wurde hierbei niemand verletzt. Doch ein benötigtes Ersatzteil war nicht zu bekommen. Was nun? Aufgeben? Der erst scherzhaft gemeinte Vorschlag mit einem Bogen der Konkurrenten weiterzumachen, wurde mit der Turnierleitung abgesprochen und dann umgesetzt. Drei Probeschüsse wurden genehmigt. Dann ging es weiter durch den Parcours. Abwechselnd schossen die beiden mit dem Bogen von Andreas Peschke vom BSC Waibertal, der diesen zur Verfügung stellte. Da diese in der Blankbogenklasse starten, also keinerlei Zieleinrichtung am Bogen haben, musste das Treffen über Gefühl erfolgen. 20 Ringe sind pro Ziel möglich und im Durchschnitt lag Schweigkoffer nur ca. 3 Ringe hinter den Konkurrenten. Am Abend lag er mit nur 7 Ringen hinter dem Drittplatzierten.
Am letzten Tag waren die Tierbilder zu treffen. Noch weniger Anhaltspunkte zum Zielen. Aufgemuntert durch die Mitstreiter ging Schweigkoffer wieder mit ins Rennen. Etwa 2 Ringe pro Ziel kostete ihn der Start mit dem fremden Bogen. Mit den erzielten 959 Ringen lag er 95 Ringe hinter dem Drittplatzierten Rolf Wilhelmi vom St. Sebastianus Trier und 115 Ringe hinter dem Deutschen Meister Uwe Vogel vom KSV Wallbach. Andreas Peschke erreichte mit nur 4 Ringen Rückstand den Silberrang. Bei der Siegerehrung holten sie Schweigkoffer mit auf das Treppchen. Sportsgeist und Fairness muss den Schützen neidlos zugestanden werden. Übrigens werden die Schützen in 8 Wochen wieder aufeinander treffen. Im ungarischen Sopron findet dann die Europameisterschaft statt. zg