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  • Mi., 01. März 2017, 12:19 Uhr
    Kriminalstatistik: Aufklärungsquote im Kreis Bergstraße erstmals bei 60 Prozent

    Erfreuliche Reduzierung der registrierten Straftaten

    KREIS BERGSTRASSE – Die Aufklärungsquote im Kreis Bergstraße beträgt erstmals in diesem Jahr 60,0%, sie konnte damit abermals um 1,1 Prozentpunkte gesteigert werden. Die erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre setzt sich damit fort, wie die Kriminalstatistik des Kreises für 2016 belegt.

    Im Jahr 2016 ist bei den Fallzahlen eine Reduzierung der registrierten Straftaten um 28 Delikte gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 10456 Fälle zu verzeichnen. Im Gegensatz zum Vorjahr konnten deutliche Reduzierungen der Fallzahlen in den Deliktsfeldern „Schwerer Diebstahl" und „Wohnungseinbruchsdiebstahl" erreicht werden. Eine auffällige Steigerung findet sich hingegen wie im Vorjahr im Deliktsfeld „Vermögens- und Fälschungsdelikte". Erneut wurden 426 mehr Fälle registriert als im Vorjahr, so dass insgesamt 2569 Fälle bekannt wurden, hier ist jedoch eine gleichzeitige Steigerung der Aufklärungsquote um 5,1% auf 84,4% zu verzeichnen.

    Bei den Straftaten gegen das Leben wurden im Jahr 2016 elf Fälle erfasst, in keinem der Delikte kam es zur Vollendung. Von diesen elf Taten in diesem Deliktsbereich konnten neun Delikte geklärt werden. Im Einzelnen handelt es sich bei den Delikten um sieben versuchte Totschlagsdelikte, einen versuchten Mord, eine fahrlässige Tötung, sowie einmal Beihilfe und einmal Anstiftung zum Mord.

    2016 wurden 86 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert. Bei gleichbleibender Fallbelastung konnte die Aufklärungsquote hier auf 88,4 Prozent gesteigert werden, im Vorjahr lag sie noch bei 82,6 Prozent. Die Zahl der Rohheitsdelikte ist mit 1173 registrierten Fällen ebenfalls rückläufig, während die Raubdelikte leicht anstiegen.

    Erwähnenswert ist in diesem Zusammengang eine Überfallserie auf Spielhallen im südhessischen und nordbadischen Raum Im Tatzeitraum vom 21. August bis 19. Oktober 2016 kam es zu einer Serie von 14 Raubüberfällen auf Spielhallen in Zwingenberg, Lampertheim, Bürstadt, Riedstadt, Viernheim, Heppenheim und Weinheim. In sämtlichen Fällen betrat ein mit Pistole bewaffneter und mit weißer Maske getarnter männlicher Täter die Spielhallen und forderte unter Vorhalt einer Pistole die Herausgabe von Bargeld aus der Kasse. Der Täter entkam in allen Fällen unerkannt. Hinweise auf Fluchtmittel lagen nicht vor. Anhand der bei den Ermittlungen und Observationen gewonnenen Erkenntnisse bestätigte sich der Tatverdacht, als Streifen der Polizeistation Heppenheim zwei Tatverdächtige in unmittelbarer Nähe der letzten Tat kontrollierten. Nur wenige Stunden fanden die Streifen auch einen Rucksack mit Tatmittel in unmittelbarer Nähe des Tatortes. Die eingeleiteten Observationsmaßnahmen führten dann zur Festnahme von drei tatverdächtigen Personen. Durch die Vernehmungen und Durchsuchungsmaßnahmen erhärtete sich der Tatverdacht gegen diese Personen, Tatkleidung mit Tatwaffe konnte aufgefunden und sichergestellt werden. Die drei Tatverdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft. Mittlerweile liegt ein umfangreiches Geständnis zu allen 14 Taten vor. Die Täter haben Migrationshintergrund, sind im Alter von 20, 22 und 28 Jahren und waren in Bürstadt und Viernheim wohnhaft.

    Im Bereich der Körperverletzungsdelikte wurden 2016 772 Straftaten erfasst, somit bleibt die Zahl stabil. Für den Bereich der Häuslichen Gewalt ist ein leichter Rückgang auf 215 Fälle zu verzeichnen (Vorjahr: 219), wovon sich 189 Fälle als Körperverletzungsdelikte darstellten. Bei den als Nötigungen angezeigten Sachverhalten ist ein Rückgang auf 126 Fälle festzustellen, 35 Fälle weniger als im Vorjahr. Mit 96 Fällen liegt der Schwerpunkt auch in diesem Jahr wieder auf Nötigungen im Straßenverkehr. Im Bereich "Stalking" waren Fallzahlen mit 24 exakt gleich wie im Vorjahr.

    Der Diebstahl ohne erschwerende Umstände fiel um 221 auf 2.101 registrierte Fälle ab. Auch in dem Bereich Diebstahl unter erschwerenden Umständen ist eine Reduzierung der registrierten Straftaten um 154 Fälle auf 2087 eingetreten. Die Aufklärungsquote liegt bei 21,1% etwas unter Vorjahresniveau (21,7%). 

    Deutlich weniger Wohnungseinbrüche wurden 2016 im Kreis Bergstraße registriert. Insgesamt 335 Fälle, bedeuten eine deutliche Reduzierung um 143 Fälle in Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte ist gegenüber 2015 weiter um 426 Fälle angestiegen, es wurden 2569 Delikte gezählt bei einer Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich von 84,4%. 

    2016 konnten 4.586 Tatverdächtige ermittelt werden (2015 = 4.847) Davon sind 3.544 männlichen und 1.042 weiblichen Geschlechts. Unter diesen Tatverdächtigen befinden sich 931 Personen unter 21 Jahren, was einem Anteil von 20,03% aller ermittelten Tatverdächtigen entspricht. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen ist stark steigend, so wurden 2016 insgesamt 3023 ausländische Personen als Tatverdächtige erfasst, 2015 waren es 1588. zg

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