Mo., 27. Mai 2019, 12:44 Uhr
Trockenheit macht Lampertheimer Wald zu schaffen/ Rauchverbot im Wald unbedingt beachten
Erhebliche Schäden in hessischen Wäldern
LAMPERTHEIM - „Sturm und Trockenheit haben im Jahr 2018 erhebliche Schäden in den hessischen Wäldern und auch im Stadtwald Lampertheim angerichtet“, sagen Revierförsterei und Fachdienst Umwelt der Stadt Lampertheim. „Die Auswirkungen sind zum Teil erst heute sichtbar“. Trotz der Regenfälle der vergangenen Tage ist es für die Wälder auch in diesem Frühjahr insgesamt viel zu trocken. Die Bäume stehen, auch weil die Regendefizite des letzten Jahres noch lange nicht ausgeglichen sind, nach wie vor unter großem Trockenstress, was sie auch besonders anfällig für Schadorganismen macht. Für jeden sichtbar sind die roten und teilweise schon nadellosen Kiefernkronen, hervorgerufen durch das Kieferntriebsterben. Der schädliche Pilz ist zwar in den Beständen immer vorhanden, ruft aber große Schäden nur nach extrem heißen Sommern wie 2018 hervor. Dies ist am deutlichsten an den Waldflächen in der Nähe der Feldflur zu erkennen, da dort die Temperaturen am höchsten sind. Auch wenn Borkenkäfer bei den Kiefern erst bei vorgeschädigten Bäumen angreifen, hatten diese Schädlinge durch die trocken-heiße Witterung des letzten Jahres beste Vermehrungsbedingungen, so dass den Kiefernbeständen des Stadtwaldes auch von dieser Seite große Gefahr droht. Trocknisschäden an Buchen, welche ebenfalls auf die Witterung des letzten Jahres zurückzuführen sind, machen sich erst in diesem Frühjahr bemerkbar und sind an in den Baumkronen hängenden und auf den Wegen liegenden vertrockneten Ästen oder gänzlich abgestorbenen Bäumen erkennbar. Deutlich sind auch die trockenen und abgestorbenen Buchenkronen sichtbar. Die Bäume haben im Frühjahr einfach nicht mehr ausgeschlagen, wobei eine Systematik nicht erkennbar ist. Die aufgrund der schlechten Boden- und Wasserversorgungsverhältnisse ohnehin nicht sehr zahlreichen Buchenbestände des Stadtwaldes Lampertheim sind hierdurch derzeit ernsthaft gefährdet. Die befallenen und kranken Bäume müssen schnellstmöglich aus dem Wald geschafft werden, um eine weitere Verbreitung der Schädlinge sowie eine Gefährdung von Besuchern des Waldes durch herabstürzende Äste oder umstürzende Bäume zu vermeiden. Hierdurch werden auch den gesamten Sommer über immer wieder Holzerntemaßnahmen notwendig. Dies betrifft den gesamten Stadtwald, aber auch die Erholungsanlage Heidetränke und die Laufstrecken. Sofern im Bereich der Erholungsanlagen auch nur die geringste Chance einer Revitalisierung besteht, werden alternativ durch Baumkletterer nur einzelne Kronenteile zur Verkehrssicherung entfernt. „Wir kümmern uns um den Wald“, sagen Revierförsterei und Fachdienst Umwelt. „Wir räumen auf, bereiten die natürliche Verjüngung vor, wir pflanzen neuen Wald nach und wir pflegen die jungen Bäumchen bis sie kräftig genug sind um dem Wetter trotzen zu können“. Den Förstern und den Waldbesitzern steht somit ein schwieriges Jahr bevor. Neben dem verstärkten Arbeitsanfall für die Erhaltung der Wälder und zur Abwehr weiterer Gefahren und Schädigungen auf großer Fläche droht auch ein hoher Vermögensschaden. Das nun außerplanmäßig und in großer Menge sowie teils verminderter Qualität anfallende Einschlagsholz erleidet wegen des allseits bestehenden Überangebotes auf dem Markt einen Wertverlust von bis zu 70 Prozent. Somit ist gegenwärtig aus dem Verkauf des zwangsweise anfallenden Holzes keine Kostendeckung zu erreichen und der Waldbesitzer kann erst recht keinen Ertrag aus der über Generationen erfolgten Bewirtschaftung seines Waldes erzielen. Die Waldbesucher werden aufgrund der geschilderten besonderen Situation um Aufmerksamkeit, aber auch um Verständnis für die bevorstehenden, voraussichtlich den ganzen Sommer über erforderlichen Holzernte- und Sicherungsmaßnahmen gebeten. Bitte beachten Sie entsprechende Absperrungen und folgen Sie den Anweisungen des eingesetzten Personals. In diesem Zusammenhang weisen die Verantwortlichen auch auf die Waldbrandgefahr in den kommenden Sommermonaten hin. Sie fordern die Besucher des Waldes auf, das Rauchverbot im Wald unbedingt zu beachten und keine offenen Feuer oder Grills zu betreiben, damit nicht eine neue Katastrophe der Waldsubstanz weiter zusetzt. zg