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Sa., 24. März 2018, 14:22 Uhr
Wolfgang Damm berichtet über Begegnungen mit Wilhelm Herz / Erinnerungsstücke für Sonderausstellung im Rahmen des Oldtimer-Treffens „Rund um den Dom” am 13. Mai gesucht
Erinnerung an Lampertheimer Motorsportlegenden lebt
LAMPERTHEIM – Schon traditionell findet am Muttertag das Oldtimer-Treffen „Rund um den Dom” statt, verbunden mit einer großen Autoschau und einem verkaufsoffenen Sonntag – in diesem Jahr am 13. Mai.Organisiert wird das Oldtimer-Treffen durch „Lampertheim Classics”. Der Verein hat es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, alte Fahrzeuge zu erhalten, sondern gleichzeitig auch junge Menschen für diese faszinierende Welt der Oldtimer zu interessieren und zu begeistern.
Und ein weiterer Punkt liegt dem Verein am Herzen: Die Bewahrung der Erinnerung an die Lampertheimer Rennlegenden wie Wilhelm Herz, Karl Ernst und Manfred Herweh. Diese Erinnerung soll im Rahmen einer Sonderausstellung am Muttertag im Alten Rathaus wieder aufleben – mit Bilder, Filmvorführungen und alten Erinnerungsstücken wie Medaillen, Urkunden, Presseberichten und vielem mehr. Wolfgang Damm fuhr selbst Rennen im Motorsport – so wie bei einer Kreismeisterschaft im Jahr 1957 in der damaligen DDR. Foto: oh Erinnerung an Wilhelm Herz lebt
Über ein bewegendes Leben kann in diesem Zusammenhang Wolfgang Damm berichten – darunter auch über zahlreiche Begegnungen mit Wilhelm Herz, der Rennfahrerlegende aus Lampertheim. Dieser war letztlich auch die Ursache, dass Wolfgang Damm aus Zschopau in der damaligen DDR nach Lampertheim kam.
Dabei ist Wolfgang Damm selbst als Motorsportler in Erscheinung getreten, genauer gesagt im Bereich des Motocross. So belegte er bei der Kreismeisterschaft 1957 im Motorsport in seiner Heimat Zschopau in der Kategorie Gäste den hervorragenden zweiten Platz, kurz bevor er in die BRD ausreiste und nicht wieder in die DDR zurückkehrte.
Doch der Reihe nach: Der Vater von Wolfgang Damm arbeitete als Ingenieur in den Zschopauer DKW-Werken. Da die Familie nicht weit davon entfernt wohnte, übernachtete im Jahr 1937 auch der Lampertheimer Rennfahrer Wilhelm Herz bei einem Besuch der Werke im Haus der Familie Damm – und zwar im Kinderzimmer von Wolfgang Damm, der aufgrund seines damaligen Alters aber keine persönlichen Erinnerungen an dieses Ereignis hat. Doch es sollte nicht die einzige Begegnung bleiben. Nach dem Krieg begann Wolfgang Damm, der sich sehr für Motorräder interessierte, seine Ausbildung im DKW-Werk. Hier war im Jahr 1956 auch der der ruhige und zugängliche Wilhelm Herz erneut zu Besuch, damals bereits Rennleiter am Hockenheimring. Ein Jahr später hatte Wolfgang Damm die Gelegenheit, mit einer Delegation der DKW zum Mai-Pokal-Rennen in Hockenheim in die Bundesrepublik zu reisen, um dort handwerkliche Dienstleistungen rund um die DKW-Motorräder zu leisten. Dort kam es zu intensiven Gesprächen mit Wilhelm Herz, der ihn fragte, ob er nicht Interesse hätte, für ihn zu arbeiten.
Am 24. August 1957 fuhr Wolfgang Damm erneut aus der DDR über die Grenze in die Bundesrepublik, mit dem Wissen, nicht mehr zurückzukehren. Denn Bekannte von Wilhelm Herz holten ihn ab und Herz lud ihn ein, für vier Wochen in dessen Tankstellenhaus in der Mundenheimer Straße in Ludwigshafen zu wohnen. Die Arbeitsatmosphäre mit Wilhelm Herz, den er zu mehreren Rennen begleitetet, bezeichnet Wolfgang Damm als sehr angenehm. „Ich habe bei Wilhelm Herz gearbeitet und er hat mir eine Wohnung in Lampertheim besorgt – so bin ich hierher gekommen. Seit 1957 bin ich nun hier und habe mich direkt gut eingelebt”, betonte Wolfgang Damm, der insgesamt 35 Jahre für den ADAC tätig war, im beeindruckenden Gespräch mit dem TIP. Wer hat Erinnerungsstücke?
In diesem Zusammenhang bittet „Lampertheim Classics” die Bevölkerung um Mithilfe und Unterstützung: Wer ebenfalls über Erinnerungen und besonders über altes Bildmaterial von den Lampertheimer Rennlegenden Wilhelm Herz, Karl Ernst und Manfred Herweh verfügt, wird gebeten, sich telefonisch unter der Nummer 06206/57839 bei Herrn Kissel oder unter der Nummer 0160/3662482 bei Herrn Asel unter der E-Mail-Adresse jv@la-classics.de zu melden. Die Bilder werden dann durch Hans-Karl Asel abfotografiert und großflächig aufgezogen. Gerne werden auch Leihgaben wie Souvenirs von Rennen oder andere Erinnerungsstücke an die glorreiche Lampertheimer Rennzeit angenommen – etwa Prospekte oder Rennprogramme. Und natürlich sind auch persönliche Anekdoten willkommen, die vorab gerne im TIP veröffentlicht werden können. „Wir wollen eine besondere Ausstellung realisieren, mit persönlichen Erinnerungen, da viele Lampertheimer die Rennsportlegenden noch kennen – oder aber von Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern einen besonderen Bezug zu diesen haben”, hoffen die Mitglieder von Lampertheim Classics auf große Resonanz. Benjamin Kloos
Info: Wer alte Fotos oder Erinnerungsstücke an die Lampertheimer Rennlegenden wie Wilhelm Herz, Karl Ernst und Manfred Herweh hat, wird gebeten, sich telefonisch unter 06206/57839 oder unter 0160/3662482 sowie per E-Mail unter jv@la-classics.de mit dem Verein in Verbindung zu setzen.