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So., 06. Dezember 2020, 18:15 Uhr
Bürgerstiftung Lampertheim übergibt neue Infotafel auf dem Vorplatz der Alfred Delp-Kapelle
Erinnerungen an Pater Alfred Delp lebendig halten
Die Bürgerstiftung Lampertheim übergab am Freitagmorgen offiziell das neue Schild auf dem Vorplatz der Alfred Delp Kapelle. Foto: Eva Wiegand
LAMPERTHEIM – Vor drei Jahren hat die Bürgerstiftung Lampertheim das Projekt „Historisches Lampertheim“ ins Leben gerufen. Bereits sechs Schilder informieren die Bürger über historische Bauwerke und Plätze in Lampertheim, eines steht zudem in Hofheim an der Balthasar Neumann Kirche. Nun erinnert ein weiteres Schild an Pater Alfred Delp, einem besonderen Menschen, der in einer schweren, dunklen Zeit Mut und Rückgrat bewiesen hat. Er wurde am 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee wegen seiner Mitarbeit im „Kreisauer Kreis“ durch die Nationalsozialisten hingerichtet und zählt zu den Märtyrern des 20. Jahrhundert. Alfred Delp verbrachte seine Kindheit und Jugend in Lampertheim, unweit der St. Andreas Kirche und der Kapelle steht das Haus zum Schwanen in der Römerstraße 98, in welchem die Familie Delp nach ihrem Umzug aus Hüttenfeld 1915 wohnte. Das Foto auf dem neuen Schild zeigt Pater Alfred Delp, als er am 4. Juli 1937 aus der Kapelle auszieht, nachdem er als Neupriester die erste Heilige Messe in seiner „Heimatkirche“ St. Andreas gefeiert hatte. Die Initiative für die Infotafel sei von Pfarrer Christian Rauch ausgegangen, der im Zuge der Erinnerungsfeierlichkeiten zum 75. Todestags des Ehrenbürgers im Februar diesen Jahres, auch ein Schild für den Bereich der Alfred Delp-Kapelle angeregt hatte. „Die Infos auf der Tafel passen auch genau zu unserer Satzung, denn was Alfred Delp für Lampertheim und die Demokratie geleistet hat, ist wesentlicher Bestandteil der Volksbildung“, führte der Bürgerstiftungsvorsitzende Erich Maier aus, der gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Elzbieta Liermann und Dieter Goll das Schild offiziell übergab. Eingeladen war zu dem kleinen Festmoment auch die noch lebenden Mitglieder der Familie Delp. Gekommen waren neben Lilo Wohlfahrt geb. Delp, auch Hubert Delp mit seiner Ehefrau sowie Holger und Fritz Delp. Beim Rundgang durch die Stadtgeschichte dürfe das Lebenswerk von Pater Alfred Delp nicht fehlen. Er habe sich mit seinen Taten und Worten unermüdlich eingesetzt für das Reich Gottes in dunkelsten Zeiten. „Das Schild soll nicht nur Kontakt zu seiner Biografie herstellen, sondern ganz besonders auch das Gedächtnis an ihn hochhalten“, betonte Pfarrer Christian Rauch. Auch sollen sich die Bürger durch das Schild selbstverständlich eingeladen fühlen, die Kapelle zu betreten, die jeden Tag für Besucher geöffnet ist. „Denn gerade in dieser Zeit der Ungewissheit, geben uns solche Orte der Vergewisserung Halt und Orientierung“, betonte der Geistliche. Eva Wiegand