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    WELTFRAUENTAG AM 8. MÄRZ: Gemeinsame Veranstaltung der Lampertheimer und Bürstädter Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten

    Erlebnistag mit vielseitigen Aktiv-Angeboten und Information

    Gruppenfoto nach dem Auftritt des Frauenchors „Chorisma“ an der Aktionsbank der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Nina Hartmann (links) und Gerasimoula Grigoraki (rechts).
    Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT/LAMPERTHEIM – Begegnung im Gespräch und bei sportlicher Aktivität, Inspiration, Spaß und Genuss, Information und Erkenntnisgewinn erlebten die Besucherinnen im Bürstädter Bürgerhaus beim Weltfrauentag bei freiem Eintritt komplett kostenfrei. Eingeladen hatten die beiden Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Gerasimoula Grigoraki aus Bürstadt und Nina Hartmann aus Lampertheim die Frauen mit einem vielseitigen Programm. Im Dreierteam der Organisatorinnen war Stefanie Reis vom Fachbereich Generationen/Integration/Freizeit. Die Kooperation bewährt sich schon länger. Auf dem Flyer animierten sie zur Teilnahme mit dem Satz: „Sei dabei, lass dich treiben, entdecke deine Stärke, probier Neues aus und genieße einen inspirierenden Tag mit und unter Frauen“. Willkommen als Besucher waren auch Männer. Bürgermeister Boris Wenz und sein Lampertheimer Kollege Alexander Scholl waren zur Eröffnung gekommen und wünschten der Veranstaltung viel Erfolg. Nina Hartmann machte in ihrer Rede deutlich, dass der Gleichberechtigung nicht allein ein „Frauenthema“ sei: „Es ist ein Menschenrecht – eine gerechte Gesellschaft stärkt uns alle, wirtschaftlich, sozial und demokratisch“. Handeln sei nötig: Im Alltag, im Beruf, in der Politik und in den Familien für gleiche Chancen, für eine Zukunft, in der Gleichstellung selbstverständlich ist. Gerasimoula Grigoraki dankte den zahlreichen Mitwirkenden und Ehrenamtlichen, die das Programm ermöglichten. Mitreißende Energie und gefühlvolle Einstimmung auf den Weltfrauentag zeigte der Frauenchor „Chorisma“ unter der Leitung von Dr. Elke Voelker mit der mehrsprachigen Liederauswahl. Auf „Vois sur ton chemin“ (Sieh' auf deinen Weg), folgte „Adiemus“ mit afrikanisch inspiriertem Trommelspiel in erfundener Sprache von Karl Jenkins, der die universelle und emotionale Kraft der Musik zum Ausdruck bringen wollte. Rhythmisches Cup-Klappern begleitete den Cup Song aus dem Film „Pitch perfect“. Im Kontrast zur ruhigen Melodie von „Bring me little Water, Sylvie“ trumpfte der Chor zum Konzertabschluss mit „Let’s get loud“ energisch auf, eine musikalische Botschaft der Freiheit und Lebensfreude, die beim Publikum im großen Bürgerhaussaal zündete. 

    Frauen historisch in den Blick gerückt

    Frauen waren über Jahrhunderte in der Kunst, Literatur und anderen Lebensbereichen zwar aktiv, aber ihr Wirken wurde nicht gut dokumentiert, wie die historische Ausstellung mit dem Titel „Wegweiserinnen der Region“ anhand von  Lebensläufen regionaler Autorinnen und Dokumenten aus dem Stadtarchiv deutlich machte. Stadtarchivarin Julia Metz, zuständig für Lorsch und seit 2024 für Bürstadt, hatte mit Unterstützung der Lampertheimer Stadtarchivarin Carmen Daramus in der Geschichte geschürft. Dabei wurde für Bürstadt Überraschendes entdeckt: Ein Stundenplan von 1846 für eine Bürstädter Mädchenschule, die völlig in Vergessenheit geraten war. Als nach dem Zweiten Weltkrieg eine Schuldirektorstelle in Bürstadt zu besetzen war, war es den Verantwortlichen schwergefallen sich für eine Frau zu entscheiden, wusste Archivarin Metz zu berichten. Welche Aufgaben die gut situierte bürgerliche Ehefrau vor gut hundert Jahren täglich für ihre Familie zu bewältigen hatte, ist in dem Buch von Antonie Steimann aus dem Jahr 1920 zu erfahren, das Michael Molitor für das Stadtarchiv besorgt hat. 

    Viel zu tun hatten die Landfrauen – die Köstlichkeiten vom Büffet waren begehrt.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Frauen gut beraten und in Bewegung

    Im bewusste Ernährung ging es am Stand von Christiane Borchert, ein Thema, das zu intensiven Gesprächen führte. Braucht man Nahrungsergänzungsmittel? Auf die Frage von Monika Chrástek hatte die ausgebildete Ernährungsberaterin eine klare Antwort: Nicht nötig bei einer Ernährung mit mehr Gemüse und gesunden Ölen. Am großen Büffet der Bezirkslandfrauen Heppenheim gleich nebenan konnten sich die Besucher mit leckeren, gesunden Schnittchen, Gebäck und einer reichhaltigen Kuchenauswahl kostenfrei stärken. Für den stetigen Nachschub auf den Platten sorgten Landfrauen aus den Ortsvereinen Lampertheim, Hofheim und Bürstadt. Im Gruppenraum Nord übten sich Frauen mit Trainer Peter Fritz vom 1. Judo-Club in Selbstverteidigung und Prävention, im Gruppenraum Süd ging es von kurz vor elf bis 14 Uhr körperlich mit Sitzgymnastik für Seniorinnen, Tanz und Koordinationstraining für Jung und Alt zur Sache, angeleitet von Mia Öztürk und Ina Lux. Wie berichtet wurde, waren sechzehn Seniorinnen des Alten- und Pflegeheims von der Gymnastik im Sitzen begeistert. Am PauLa-Infostand gaben die beiden Psychosozialen Fachkräfte auf dem Land Christina Adler-Schäfer und Michaela Weber Auskunft über ihre anstehende Veranstaltungen und ihre Informationsangebote im Ried. Am Stand von Hannah Esken von der Beratungs- und Interventionsstelle Bergstraße Häusliche Gewalt gegen Frauen gab es süße Gummibärchen und die Gelegenheit einen Zettel mit dem Titel des Lieblings-Liebes-Films auf die Pinwand zu heften. Wie von selbst ergaben sich Gespräche. 

    Aktionsbank und Kampagne 

    Die Idee der Organisatorinnen, mit Hilfe von vielen Besucherinnen eine schöne Glas-Stele als Gemeinschaftsprojekt zum Weltfrauentag zu gestalten, kam gut an – am Stand der Glas Creativ-Werkstatt Groß-Rohrheim im Foyer griffen die Besucherinnen gerne zu den Flaschen mit Glasfarben. Und zum Schluss noch ein Foto an der Aktionsbank der Frauenbeauftragten zum Mitnehmen! „Hier ist kein Platz für Gewalt gegen Frauen“ steht auf der Rückenlehne. Mit Einverständnis der abgelichteten Frauen soll die digitale Version der Bilder für die Kampagne zum Thema genutzt werden. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Bürstadt und Lampertheim verstehen sich als politisch neutral, die zu wichtigen Themen Aufklärungsarbeit leisten und dabei über „das Für und Wider“ sprechen. Wenn Frauen beispielsweise anstatt berufstätig zu sein zuhause bleiben möchten, sei das in Ordnung, zu bedenken seien die möglichen Folgen wie später bei der Rente. Im Kampf um die Gleichstellung wollen die beiden Beauftragten Rückschritte vermeiden.    

    Hannelore Nowacki

     

     

     

     

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