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Fr., 19. April 2024, 10:30 Uhr
WEINPROBE: Förderverein Domkirche bewirtete 150 Gäste zur Weinprobe mit guten Tropfen aus dem Ahrtal
Erlös für neues Lichtkonzept und Heizungsanlage der Domkirche
Unterhaltsam und kenntnisreich führte Karl Hans Geil die Gäste durch die Weinprobe des Fördervereins Domkirche. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die Katastrophe vom Ahrtal im Juli 2021 ist gerade wieder in den Nachrichten präsent, die bestürzenden Bilder wirken bis heute nach. Als eines der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands war das Ahrtal immer eine Reise wert, an den steilen Hängen wächst der sonnenverwöhnte Wein auch heute noch in schöner Qualität. Davon konnten sich bei der traditionellen Weinprobe des Fördervereins Domkirches die 150 Gäste in der ausverkauften Notkirche überzeugen. Ins Glas kamen Weine, die Karl Hans Geil, Pfarrer im Ruhestand, als profunder Weinkenner selbst vor Ort bei den Winzern ausgesucht hatte. Acht Weine hatte er mitgebracht, vorwiegend von der Winzergenossenschaft Mayschoss, ein Cuvée vom Weingut Kreuzberg und ein Spätburgunder von der Weinmanufaktur Walporzheim rundeten die Probe ab. Als Moderator wusste Geil die Gäste mit seinen tiefgründigen Hinweisen auf Böden, Anbau und Verarbeitung süffig zu unterhalten. Ein trockener Ahr Rivaner zeigte sich als erster Wein als frisch und leicht, ideal zum Spargel, wie die Gäste erfuhren. Nach den Weißweinen und dem rustikalen Abendessen vom Büffet mit Fleischkäsesorten, Salaten und vegetarischen Frikadellen hatten kamen die kräftigeren Farben ins Glas, zunächst ein Spätburgunder Rosé, abschließend als Höhepunkt ein Spätburgunder Ponsart Edition Nr. 30, der mit satten 13,5 Prozent Alkoholgehalt ebenfalls Spitze war und gut zu Wild und Lamm passe, wie der Moderator empfahl.
Weingenuss mit acht Proben aus kleinen Weinbaugebiet Ahrtal kam bei den Gästen gut an. Foto: Hannelore Nowacki
Schon einmal hatte er Weine aus dem Ahrtal vorgestellt, das war im Jahr 2019. Sollte man es ein weiteres Mal tun? Für ihn habe sich die Frage positiv vor Ort gelöst. Damals stand die Weinprobe unter dem Motto „Klein – aber fein“, diesmal hieß es „Eine Region lebt auf“. Wie es heute noch im Ahrtal aussieht, habe ihn teilweise zu Tränen gerührt, berichtete Geil. Eigene Fotos und Bilder aus der Zeit unmittelbar nach der Katastrophe liefen auf der großen Leinwand. Dass der Wein als Genussmittel auch literarisch einiges hergibt, bewies der Vorsitzende des Fördervereins, er zitierte aus einem Brief von Hermann Hesse aus dem Jahr 1904 an den Freund Cesco Como: „Ja, der Wein ist eine Gottesgabe, wirkt wie Musik und redet eine feine, zarte Sprache voll milder Kraft“. Im Laufe des Abends entfalteten die Weine diese Kraft auch im großen Saal der Notkirche bei fröhlichen Tischrunden und angeregten Gesprächen. Zwanzig Helfer waren im Einsatz, um in der Küche und beim Ausschenken alles fürs Wohlbefinden der Gäste zu tun. Wie Vereinsvorsitzender Eichenauer dem Publikum mitteilte, sind seit Beginn der Weinproben 1992 über 500.000 Euro erlöst worden. Geld, das der Domkirche zu Gute kam und kommt. Aktuell stehe ein neues Lichtkonzept an und die Heizungsanlage müsse erneuert werden.