
LAMPERTHEIM/ROSENGARTEN – Gute Stimmung beim Sektempfang, viel Applaus für die Redner und zum Abschluss angeregte Gespräche in geselliger Runde am kalten Büffet waren der Auftakt zum Wahlkampf für die Kommunalwahl am 15. März. Zum Neujahrsempfang im Dorfgemeinschaftshaus in Rosengarten hatte der Ortsverband von Bündnis ’90/DIE GRÜNEN Lampertheim mit etwa 40 Besuchern gerechnet, wie Vorstandssprecher Alexander Morawetz auf Nachfrage des TiP erklärte, doch die Wetterkapriolen mit der Glatteis-Katastrophenvorhersage hatten wohl Wirkung gezeigt, es hatte ein paar Absagen gegeben. Sichtbarer Hinweis auf den kommenden Wahlkampf war das Werbebanner vor der Bühne, am Wahlprogramm und Flyer zur Kommunalwahl werde noch gearbeitet, teilte Morawetz mit. Ortsverband und Kreisverband hatten gemeinsam eingeladen, um ihre Spitzenkandidaten vorzustellen. Als besonderer Gast und Hauptredner war Omid Nouripour direkt aus Berlin pünktlich angereist, ehemaliger Vorstandssprecher von Bündnis’90/DIE GRÜNEN im Bund und seit 2025 Bundestagsvizepräsident. „Es gibt viel zu tun“, sagte er mit Blick auf die vielen Krisen, angefangen von Sanierungsstau öffentlicher Gebäude, Klimakrise bis zum Thema Angriffe auf die Demokratie und Freiheit. Doch hätten die Grünen aus dem letzten Bundestagswahlkampf Wunden davongetragen. „Weil wir Fehler gemacht haben und das nicht zu knapp“, räumt Nouripour ein. Kritisch nimmt er sich die Regierung Merz vor und plädiert für eine klare Sprache in Sachen Völkerrecht.
Foto: Hannelore Nowacki
Nicht der Agenda von Trump folgen, empfiehlt er: „Wir haben die Kraft das zu meistern“. Als Gebot der Stunde sieht Nouripour die Klimatechnologie voranzutreiben, denn „alles, was wir nicht selbst anpacken, machen andere“. Die Wahl am 15. März sei „eine wichtige Schlacht um die Kommunalparlamente“. Als Mutmacher gibt er den ehrenamtlichen Kandidaten auf den Weg: „Die Partei ist gemacht um Probleme anzugehen“. Morawetz sieht in den Parlamentariern selbst Demokratieretter, wichtig seien auch die kleinen Themen. Auch in Zeiten, wenn der Wind von vorne kommt, sollten die Reihen geschlossen bleiben. „Lasst nicht locker, das Richtige zu tun“. Matthias Schimpf, Co-Kreisvorsitzender von Bündnis’90/DIE GRÜNEN und hauptamtlicher Kreisbeigeordneter, stellte in seiner Rede die Bedeutung der Kommunen als Heimat und Lebensumfeld heraus, die aber durch den kommunalen Finanzausgleich benachteiligt würden und in der Flüchtlingskrise die Hauptlast trügen. Es gehe um Humanität und zugleich Rechtstaatlichkeit. Sein Appell: „Den heutigen Abend als Aufbruch nutzen für eine erfolgreiche Wahl“. Während Schimpf und Nouripour die Politik der Bundesregierung, insbesondere vonseiten der CDU auf Bundesebene heftig ins Kreuzfeuer nehmen, bekräftigt Morawetz für die Koalition von CDU und Grünen in Lampertheim eine gute Zusammenarbeit – man arbeite „unaufgeregt an den Themen“.
Hannelore Nowacki





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