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  • Mo., 19. Oktober 2015, 09:20 Uhr
    6. Klassen der Erich-Kästner-Schule dem Zucker und weit gereistem Obst auf der Spur

    Ernährungsparcours – lecker und gesund

    Wieviel Zucker ist in den Getränken enthalten? Beim Ernährungsparcours gab es einige Überraschungen. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Ein großes Tablett voller Obst war schon fertig – mundgerecht geschnitten zum baldigen Genuss, verlockten grüne und rote Weintrauben, Bananen und rotbackige Äpfel zum Zugreifen. Doch diese Belohnung für jede Klasse gab es erst nach der Erkundungstour durch den „Ernährungsparcours“, den Biologielehrerin Dr. Elke Wagner-Pommerenke am Donnerstag organisiert hatte. Seit vielen Jahren durchlaufen alle 6. Klassen in den ersten Monaten des neuen Schuljahres diesen lehrreichen Pfad, der während der Umbauphase der Erich-Kästner-Schule in einem Container-Klassenzimmer aufgebaut war. Ältere Schüler aus der 8. Klasse hatten als Betreuer an den sechs Stationen Platz genommen und erwarteten ihre jüngeren Mitschüler, um ihnen die Themen anschaulich nahezubringen. Sie waren für ihre Aufgabe durch fachliche Einweisung gut vorbereitet und hatten dabei auch selbst  noch einiges gelernt. Ein ganzer Vormittag war für die sechs 6. Klassen mit insgesamt 126 Schülern reserviert, exklusiv für jede Klasse war eine halbe Stunde Zeit für intensive Erkundungen und Gespräche. Ein Plakat klärte über den „Ernährungskreis“ auf, der Ölen und Fetten das kleinste Stück zugesteht, auch Fleisch, Fisch und Eier können nicht mit der Menge an Obst, Gemüse und Getreide mithalten. Daneben veranschaulichte eine Darstellung der  „Ernährungspyramide“, dass die breite Basis bei Obst und Gemüse liegt. Davor aufgeschichtet stand eine Appetit anregende Bananenpyramide im Blickpunkt, die den Vorteil hatte, dass sie essbar war. Auf dem Kräutertisch duftete besonders stark das Töpfchen mit Basilikum. Außerdem war Lavendel, Rosmarin und Salbei zu erschnuppern, außerdem war Petersilie in glatter und krauser Form vertreten. Wie zu hören war, hatten hier die Mädchen im Kräutererkennen die Nase vorn. Große Überraschung am Zuckertisch – ein kleiner Smoothie aus dem Supermarkt enthält mehr Zucker als Cola. Auch fertige Schokodrinks aus der Tüte haben es in sich. Die Zuckerschüsselchen wurden den Produkten jeweils nach sorgfältiger Überlegung zugeordnet. Den weiten Weg von Äpfeln aus Neuseeland verdeutlichte an der vierten Station eine Weltkarte. Die Empfehlung der Schülerinnen: Lieber Äpfel aus der nahe gelegenen Pfalz kaufen. Auf dem Tisch vor Noemi, Celina und Maria lag eine Auswahl von einheimischen und exotischen Früchten. Was ist das? Eine Grapefruit oder eine Apfelsine? Eine Drachenfrucht aus Asien oder Rotkohl? Nicht alle Absolventen des Ernährungsparcours wussten es. Sogar die einheimische Quitte brachte es bei der Bekanntheit nicht weit. Von Edeka Neukauf kamen die Produkte, aber auch informative Handzettel zur Warenkunde. An der letzten Station war dann Klartext hinsichtlich der Kalorien angesagt. Groß geschrieben war zu lesen: 2100 Kalorien braucht ein Schüler am Tag, angefangen vom Frühstück bis zum Abendessen, einschließlich aller Getränke. So eine Pizza ist lecker. Und ein paar Schokoküsse können doch auch nicht schaden, oder? Dann vielleicht noch ein Smoothie und eine Tüte Chips. Damit käme man leicht auf 3000 Kalorien und mehr, erklärten die Sachverständigen aus der 8. Klasse.

    Einheimische Früchte wie die Quitte oder Exotisches aus fernen Ländern – bei Noemi, Celina und Maria erfuhren die Sechstklässler, wie die Früchte heißen. Die rote Drachenfrucht, auch Pitahaya genannt, wollen sie für einen Obstsalat verwenden. Foto: Hannelore Nowacki


    Sobald nach dem Umbau wieder eine Schulküche zur Verfügung steht, können die theoretischen mit praktischen Kenntnissen zusammengeführt werden, erklärte Biologielehrerin Wagner-Pommerenke im Gespräch mit dem TIP. Auch beim gemeinsamen Klassenfrühstück, etwa viermal im Schuljahr, sei das Thema gesundes Essen präsent. Das Engagement der Erich-Kästner-Schule wurde im Bereich „Schule und Gesundheit“ vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bereits mit einem Zertifikat für „Ernährung und Verbraucherbildung“  belohnt. Zum Abschluss des „Ernährungsparcours“ der 6. Klassen erhalten die Schüler einen Rückmeldebogen, unter anderem mit Fragen zur Häufigkeit von Sport und dem täglichen Ernährungsverhalten. Eine Frage lautet: Hast du durch den Ernährungsparcours etwas Neues gelernt?  Da der Fragebogen anonym ist, erwartet Organisatorin Wagner-Pommerenke ehrliche Antworten. Hannelore Nowacki

     

     

     

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