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  • So., 14. Februar 2016, 00:50 Uhr
    „Grün im Kreis Bergstraße und Lampertheim“ – Infoveranstaltung der Grünen mit dem Kreistags-Spitzenkandidaten Matthias Schimpf

    Erneuerbare Energien und Flüchtlingsthematik

    Matthias Schimpf (r.), Kreistags-Spitzenkandidat der Grünen, informierte und diskutierte mit Grünen-Kandidaten über Themen des Wahlprogramms. Foto: Sigrid Samson


    LAMPERTHEIM – Drei wichtige Themen kamen bei der Informationsveranstaltung der Lampertheimer Grünen am vergangenen Donnerstag im Darmstädter Hof auf den Tisch: Alternative Energien für Lampertheim und den Kreis Bergstraße, der aktuelle Stand zum AKW Biblis im Zuge der Energiewende und die Flüchtlingsthematik.

    In der heißen Phase des Wahlkampfs versammelten sich die Lampertheimer Kandidaten des Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit dem Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf, um über wichtige Themen des Wahlprogramms zu informieren und zu diskutieren.

    In Bezug auf erneuerbare Energien durch Förderung der Windkraft erwähnte Schimpf das bereits vor längerer Zeit angestrebte Ziel, im Land Hessen zwei Prozent der Landesfläche mit Windkraft zu versehen. Hierbei fällt das Hessische Ried allerdings im Gegensatz zu Gebieten im Odenwald durch die Problematik der fehlenden Windhöffigkeit zu 100 Prozent für die Erstellung von Windkraft aus. Regenerative Energien machen faktisch nur Sinn, wenn sie auch wirtschaftlich zu tragen seien – auch im Stadtteil Hüttenfeld war das vorgesehene Projekt aufgrund der fehlenden Windhöffigkeit leider nicht zu verwirklichen. Schimpf betonte in diesem Zusammenhang, dass es wichtig sei, Transparenz für die Bürger hinsichtlich der Hemmnisse und des Ertrages zu schaffen – gleichfalls müsse man das energieeffiziente Verhalten den Bürgern schon frühestmöglich nahebringen. Man wolle an die Schulen gehen und den Schülern Möglichkeiten für energiesparendes Verhalten aufzeigen und diese somit für das Thema zu sensibilisieren – „das ist unsere nachhaltige Politik“, fügte der rhetorisch äußerst gewandte Politiker Schimpf hinzu. Stolz zeigte er sich über die Einführung der Energieagentur, einer anbieterunabhängigen Beratung für Bürger. Es folgten Ausführungen zum Thema Baurecht – ein Bereich, in dem sich Schimpf als Baudezernent bestens auskennt. Er erwähnte auch, dass die Lampertheimer Frühförderstelle für behinderte und verhaltensauffällige Kinder künftig weiter ausgebaut werden solle.

    Lobenswert seien auch die erfolgten Investitionen für die energetische Sanierung von Schulen in den vergangenen Jahren – die Energiekosten konnten trotz größerer Raumfläche stabil gehalten werden.

    Ein kleiner Ausschweif führte zu den Anti-AKW-Bewegungen – das Original hierzu sei das Bündnis 90/Die Grünen. Das nicht einfache Thema des Endes der Kernenergie müsse jetzt in der politischen Verantwortung der Grünen weiter abgewickelt werden. Mit der Abschaltung des AKW Biblis ist eine Grüne-Kernforderung erfüllt worden – jetzt gilt es, sich weiterhin für den Rückbau einzusetzen. Rückblickend auf die vergangenen fünf Jahre gab es die Errungenschaft des „Informations-Forums zum Rückbau“ zu erwähnen – dadurch wurde erreicht, dass man dem AKW-Betreiber besser „auf die Finger schauen“ konnte.

    Was die Flüchtlingsproblematik angeht, sei zu verzeichnen, dass bisher 3.400 Flüchtlinge im gesamten Kreis untergebracht werden konnten, ohne dabei Turnhallen und öffentliche Gebäude zu belegen. „Seit Beginn des Jahres sind es bereits 411“, ergänzte er. Als klares Ziel habe man vor Augen, auch weiterhin keine Direktzuweisungen vorzunehmen. Die Kreispolitik nehme die Ausgleichs- und Lenkungsfunktion damit wahr – dies kann weiterhin nur unter Mithilfe der Kommunen erfolgen. Bis Ende März diesen Jahres werden noch weitere 900 Flüchtlinge hinzukommen – damit richtete er seinen ausdrücklichen Appell an die Kommunen, ihre Unterstützung zu leisten. „Meine Aufgabe als Dezernent ist es, für jeden, der kommt, ein Dach über den Kopf zu kriegen“, ergänzte er und legte dar, dass die Flüchtlingsarbeit momentan das Hauptbeschäftigungsthema sei. Dass die menschenwürdige Unterbringung endlich ist – und das nicht nur im Kreis Bergstraße – stellt eine große Herausforderung dar. Es gäbe hier nichts zu beschönigen, aber auch gleichzeitig nichts zu dramatisieren. Im Hinblick auf die bereits stattfindende Integration vieler Flüchtlinge lobte er das vielfältige ehrenamtliche Engagement zahlreicher Mitbürger. „Wir sollten auch Respekt vor deren Kulturen haben und auch, dass unsere Kultur von diesen Menschen respektiert und akzeptiert wird“, fügte er hinzu. Sigrid Samson

     

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