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  • Do., 19. März 2020, 08:48 Uhr
    Maßnahmen zum Schutz geriatrischer Patienten im St. Marien Krankenhaus in Lampertheim

    Erste COVID-19 Patienten in stationärer Behandlung 

    LAMPERTHEIM – Seit Montag Abend sind die ersten COVID-19 Fälle in der stationären Behandlung des St. Marien Krankenhaus in Lampertheim. „Beiden Patienten geht es den Umständen entsprechend gut. Wir konzentrieren uns auf die Behandlung der Symptome wie Fieber und Flüssigkeitsmangel. Ich bin sehr zuversichtlich, dass beide unser Krankenhaus bald wieder verlassen können“ betont Dr. Nicolai Härtel, Ärztlicher Direktor des St. Marien Krankenhauses. 

    Der Krisenstab des Krankenhauses tagt täglich und stimmt die notwendigen Maßnahmen ab. „Wir haben die vergangenen Tage gut nutzen können und sind sehr gut vorbereitet. Trotz der spürbaren Verunsicherung stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen. Gemeinsam werden wir die Krise überstehen“ erläutert der Geschäftsführer Andreas Hofmann. Für betroffene Patienten wurde eine separate Station eingerichtet, die Wegeführung so angepasst und mit den Rettungsdiensten abgestimmt, dass Patienten mit Verdacht auf eine COVID-19 Infektion sofort isoliert werden können und mit niemandem sonst in Kontakt kommen können. Auch die Beatmungskapazitäten wurden deutlich ausgeweitet. Eine ganz entscheidende Maßnahme war aber, unsere Hochrisikopatienten der Geriatrie von allen übrigen Patienten abzusondern. „Wir nutzen ausschließlich die Station 1 für die Versorgung unserer geriatrischen Patienten, da sie sich in einem gesonderten Gebäudeteil befindet und sich dadurch sehr gut vom Hauptbettenhaus abschotten lässt. Ebenso wurden alle Therapiebereiche, die für die Behandlung unserer geriatrischen Patienten sehr wichtig sind, in diesen Gebäudeteil verlagert. Wir achten auch sehr streng darauf, dass sich die Mitarbeitergruppen nicht durchmischen. Ebenso gilt seit Samstag ein sehr weitreichendes Besuchsverbot in unserem Haus. Wir müssen das Ansteckungsrisiko für unsere Patientinnen und Patienten so gering wie möglich halten“ berichtet Dr. Csaba Reich, Chefarzt der Geriatrie über die getroffenen Schutzmaßnahmen. 

    Schon treten aber auch neue Probleme auf. Viele Altenpflegeheime verweigern die Übernahme von Patientinnen und Patienten aus Krankenhäusern oder stellen hohe Anforderungen an die Testung auf COVID-19. „Dies wird für uns ein Problem werden. Wir sind auf die Altenpflegeheime angewiesen, dass sie uns zeitnah die Patienten abnehmen. Ich kann die Sorge eines jeden Heimleiters verstehen, der alles tut, um seine Bewohner zu schützen. Gerade jetzt wo Krankenhauskapazitäten absehbar knapp werden, wird jedes freie Bett zählen. Ich hoffe, dass wir mit den getroffenen Maßnahmen die Kolleginnen und Kollegen in den Heime davon überzeugen können, dass wir alles tun, um das Ansteckungsrisiko auch dort klein zu halten“ so Reich. zg

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