Arbeitsgemeinschaft Lampertheimer Altrhein begrüßt Freischnitt der Böschung / Infoveranstaltung geplant
„Erster erfreulicher Schritt in Richtung Altrhein-Erhalt“
Ein altes Foto von 1959 aus dem Besitz von Werner Reuters. Extremes Niedrigwasser am Altrhein. Auf der Rückseite des Fotos ist vermerkt: Ausbaggerung des Altheins 1977. Foto: oh
LAMPERTHEIM – Wie der hiesigen Presse zu entnehmen war, soll in in drei Schritten die Böschung am Damm zwischen „Fährhaus“ und Wassersportverein freigeschnitten werden.
Die ALA – Arbeitsgemeinschaft Lampertheimer Altrhein - , der Zusammenschluss zwischen Fährverein Nibelungenland und dem Wirtschafts- und Verkehrsverein Lampertheim, begrüßt die Aktion. Dies ist ein erster erfreulicher Schritt in Richtung Altrhein-Erhalt.
Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), vertreten durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim (WSA-Mannheim), will nun mit dem Freischneiden des Uferbereiches beginnen. Weiterhin ist zu lesen, dass die Kosten für diese Aktion von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes übernommen werden. Die Sprecher der ALA, Otto Edinger und Werner Reuters, legen Wert auf die Feststellung, das nunmehr genau das geschieht, was die ALA von Beginn an als Aufgabe des WSA-Mannheim gesehen hat.
Das jetzt öffentlich gemachte Freischneiden der sogenannten Leinpfade am Altrhein, beruht auf der Verpflichtung der von der ALA ins Spiel gebrachten Mannheimer Akte aus dem Jahr 1868. Hier heißt es in Paragraph 28 „... innerhalb der Grenzen ihres Gebietes das Fahrwasser des Rheins und die vorhandenen Leinpfade in guten Stand zu setzen und darin zu erhalten.
Dies trifft, nach Ansicht der ALA-Sprecher, im Übrigen auch auf die Entschlammung des Altrhein zu. Wie in verschiedenen Altrhein-Infos festgehalten und auch durch das WSA-Mannheim bestätigt, ist der Erhalt des Lampertheimer Altrheins Aufgabe des Bundes und nicht die kostspielige Aufgabe der Stadt Lampertheim.
Zu diesem Thema plant die ALA demnächst eine Info-Veranstaltung. In dieser Veranstaltung will die ALA, gemeinsam mit ihren Fachanwälten, die rechtliche Situation am Altrhein, darlegen und diskutieren. Der Veranstaltungstermin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Vehement widerspricht die ALA der Aussage des WSA-Mannheim, es sollten keine Pflegemaßnahmen auf der Biedensandseite durchgeführt werden. Es war zu lesen: „ Dort ist eine große Schlammbank, da macht es auch nichts, wenn Äste abbrechen. Die Schifffahrt findet zum Damm hin statt“.
„Aber genau diese Sandbank ist es, die den Kanusportlern den Trainingsbetrieb schwer macht. Sollten sich dort nun auch noch Äste/Sträucher ansammeln können ist bald von einem Trainings- oder Wettkampfbetrieb nicht mehr die Rede“ so Werner Reuters.
Wie Otto Edinger mitteilte, sind auf dem Lageplan „Lampertheimer Altrhein des WSA- Mannheim“ zu entnehmen, dass auch an dieser Flussseite Leinpfade vorhanden und zu pflegen sind, auch wenn diese Seite schon zum Naturschutzgebiet Biedensand zählt.
Ein besonderer Schachzug ist der ALA gelungen. Werner Reuters teilte mit, dass überregionale Unterstützung für Ihre Sache gefunden werden konnte . Mit den Verbänden ADAC (Bereich Sportschifffahrt) und dem Deutschen Motoryachtverband (DMYV) konnten kompetente Ansprechpartner und Mitstreiter gewonnen werden. Diese beiden Verbände haben sich mit anderen Wassersportverbänden, z.B. dem Deutschen Olympischen Sportbund, zu einer Aktionsgemeinschaft zusammengeschlossen, die auf Bundesebene für den Erhalt von sogenannten Nebenwasserstrassen, wie z.B. den Altrhein oder die Lahn einsetzen. zg