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  • Fr., 01. Juni 2018, 10:19 Uhr
    Große Fronleichnamsprozession von der St.-Andreas-Kirche zu Mariä Verkündigung

    „Es geht nicht um weniger als das ewige Leben“

    Nach dem Hochamt in der St.-Andreas-Kirche formierte sich die Fronleichnamsprozession zum Zug durch die Innenstadt. Foto: Hannelore Nowacki


     

    LAMPERTHEIM – Die festliche Botschaft zu Fronleichnam verkündete Pfarrer Patrick Fleckenstein in seiner Predigt im Hochamt vor der Fronleichnamsprozession in der übervollen St.-Andreas-Kirche – auch Stehplätze waren begehrt und vor der Kirche standen die Menschen erwartungsvoll. Den Gottesdienst mit Eucharistiefeier zelebrierte Pfarrer Fleckenstein gemeinsam mit Pfarrvikar Virginijus Grigutis, Pfarrvikar Claus-Peter Stockh und Franziskanerpater Simon Kornas, bei der Prozession trugen Pfarrer Fleckenstein und Pfarrvikar Grigutis die Monstranz im Wechsel. In seiner flammenden Predigt für das öffentliche Bekenntnis zum Glauben fragte Pfarrer Fleckenstein: „Ist das Fronleichnamsfest für viele Nichtkatholiken eine Provokation?“ Eine Provokation „im besten Sinne“, hofft Fleckenstein. Hinausgehen und den Glauben auf die Straße tragen, mit der Monstranz, die wir vor uns hertragen“. Das verlange Jesus, denn „es geht um nicht weniger als das ewige Leben“. Es sei ein Festmarsch, kein Protestmarsch. Jesus habe die Gesellschaft damals provoziert. „Lassen wir das Fronleichnamsfest nicht nur historische Tradition sein“, rief Fleckenstein die Gläubigen auf, „lasst uns den Herrn nach draußen tragen, für Barmherzigkeit und Frieden“. „Lasst uns diese Werte provozieren – provozieren wir Lampertheim“. Um das Thema Barmherzigkeit und Nächstenliebe ging es auch bei den Andachten auf dem Weg zu Mariä Verkündigung. Die lange Prozession zog durch die Kaiserstraße bis zum Schillerplatz, vorangehend mit Kreuz und Kirchenfahnen die Ministranten, die Katholische Kirchenmusik mit Dirigent Markus Niebler und der Kirchenchor der St.-Andreas-Gemeinde unter der Leitung von Helmut Steger. Aus ihren Körbchen verteilten die Kommunionkinder hier und da Blütenblätter. Mit einer Abordnung nahmen die Pfadfinder St. Georg vom Stamm Guy de Larigaudie an der Prozession teil. Pfarrer Fleckenstein und Pfarrvikar Grigutis trugen die Monstranz unter dem Schutz des prächtigen Baldachins, der von vier Himmelsträgern gehalten wurde. Schon früh war es heiß geworden, doch war mit einem Bollerwagen genügend Wasservorrat für die Geistlichen und Begleitung mit auf dem Weg. Zahlreiche Zuschauer hatten sich bereits am Schillerplatz eingefunden, wo ein großer Altar aufgebaut war. Weiter ging es durch die Neue Schulstraße zum Marienkrankenhaus, vorbei am Fronleichnamsschmuck mit Christusfigur bei Eis Oberfeld. Auch vor dem Krankenhaus warteten schon Gläubige, am liebsten im Schatten, einige hatten Stühle mitgebracht. Auch hier gab es einen geschmückten Altar und eine Andacht. Einige Häuser waren mit weißgelben Fahnen, blühenden Pflanzen und Kerzen geschmückt, das Haus Will traditionsgemäß besonders schön und mit Altar. Für die letzte Andacht vor der der Kirche Mariä Verkündigung war ein großes buntes Bild aus Kieselsteinen und Blüten ausgelegt, in großer Runde hörten die Gläubigen zu. Im Wechsel sprachen Pfarrer Fleckenstein und Pfarrvikar Grigutis, immer wieder die Barmherzigkeit im Mittelpunkt, wie sie auch im Lukasevangelium beschrieben ist. „Wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür“, gab Pfarrvikar Grigutis mit den Worten des Lukas zu bedenken, „seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist“. Pfarrer Fleckenstein griff in seiner Andacht auch aktuelle Themen wie die Zuwanderung auf, die verschiedene Kulturen zu uns bringe, eine Entwicklung, die nicht ohne Konflikte verlaufe. Sein Appell: „Der Nächste ist der Mensch, der jetzt, heute unsere Hilfe braucht“. Unter dem Motto „Tag der Begegnung“ fand im Pfarrgarten Mariä Verkündigung der Basar statt, ein gemütliches Grill- und Gartenfest im Grünen zum Mittagessen, mit einem großen Kuchenbüffet und Rahmenprogramm. Margareta Hoffmann, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Mariä Verkündigung, begrüßte die Gäste und kündigte das Programm an. Der Männerchor des MGV 1840 mit Dirigent Fritz Medert begrüßte den Frühling und Bacchus und sang „Jenseits des Tales“. Ein Platzkonzert der Katholischen Kirchenmusik folgte. Während die Messdiener die Besucher mit gesunden Smoothies versorgten, war bei den Pfadfindern Stockbrot über offenem Feuer gefragt.

    Hannelore Nowacki

    Auf dem Schillerplatz fand die erste Andacht während der Fronleichnamsprozession statt. Foto: Hannelore Nowacki


     

     

     

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