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  • Di., 17. Mai 2016, 10:02 Uhr
    Behindertenbeirat informierte zum Tag der Barrierefreiheit

    „Es gibt noch Luft nach oben in Lampertheim“

    Am Informationsstand des Behindertenbeirates am Samstag suchten viele Passanten das Gespräch. Foto: Hannelore Nowacki

    Am Informationsstand des Behindertenbeirates am Samstag suchten viele Passanten das Gespräch. Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Wie barrierefrei ist Lampertheim? Eine kleine Umfrage zeigte:  Lampertheim kann mit Barrierefreiheit kaum punkten. Besonders viele Klebepunkte auf dem Banner des Behindertenbeirates umrahmten jedenfalls den traurigen Smiley, der fröhliche Smiley erhielt von Passanten nur einen einzigen Punkt. Im öffentlichen Raum ist die Barrierefreiheit immer noch ein Problem. Bahn und Busse im öffentlichen Nahverkehr sind bislang für Rollstuhlfahrer nicht nutzbar - auch im Lampertheimer Bahnhof kommen sie nicht einmal zu den Bahnsteigen. Thomas Gentgen, im Behindertenbeirat engagiert und  selbst Rollstuhlfahrer, blickt hoffnungsvoll auf das Jahr 2019. Bis dahin soll der Bahnhof umgestaltet sein und die Bahn Niederflurfahrzeuge einsetzen.  Auch im privatwirtschaftlichen Bereich gibt es noch viel zu tun. In der Woche der Barrierefreiheit ging es am Samstag am Informationsstand des Behindertenbeirats am Schillerplatz  wie in vielen Städten Deutschlands um diese und viele weitere Themen. Michael Harres, bei der Stadt Lampertheim Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung, hatte das Glücksrad im Blick, das bei den Kindern gut ankam. Beiratsvorsitzende Petra Brandt zog am späten Vormittag eine erste Bilanz: „Es gibt noch viel Luft nach oben in Lampertheim“. Die Resonanz an diesem Vormittag sei groß, der Behindertenbeirat traf auf regen Gesprächsbedarf. Susanne Bürckelbach, die auch im Verein Lebenshilfe Lampertheim und Ried aktiv ist, bemängelte die gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit, die nur bei wirtschaftlichen Neubauten greifen. Die Stadt Lampertheim sei nicht überall verantwortlich. Unterstützt wurde der Informationstag von der „Aktion Mensch“, berichtete Bürckelbach. Begehrt waren Broschüren wie der Wegweiser vom Kreis Bergstraße für Menschen mit Behinderung. Wie man sich im Rollstuhl fühlt, konnten Interessierte bei einer kleinen Rundfahrt ausprobieren. Bürgermeister Gottfried Störmer, Erster Stadtrat Jens Klingler und Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass wie auch die Stadtverordneten Marius Schmidt und Fritz Götz statteten dem Infostand einen Besuch ab. Ein Thema, das Behinderten mit Assistenzbedarf in Lampertheim auf den Nägeln brennt, ist das noch nicht beschlossene Bundesteilhabegesetz, wie Petra Brandt und Susanne Bürckelbach deutlich machten. Die Lage für Berufstätige bislang: „Der behinderte Mensch wird dazu verdonnert arm zu bleiben“. Denn ihr Gehalt werde bis auf Hartz-IV-Niveau angerechnet. Der Behindertenbeirat wünscht sich dagegen die einkommens- und vermögensunabhängige Assistenzleistung. Das bereits beschlossene Bundesgleichstellungsgesetz sehe zukünftig die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum vor.  Die Mitglieder des Behindertenbeirates sind seit November in ihrem Ehrenamt tätig und treten für ein menschenfreundliches Lampertheim ein, so wie es auch auf ihrem neuen Flyer steht, den sie selbst entworfen haben. Gefragt sind sie als Ansprechpartner für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige und sie beraten die Verwaltung und sonstige Stellen bei Maßnahmen der städtebaulichen Entwicklung und des öffentlichen Nahverkehrs. Sprechstunden sind ab 14. Juni immer am zweiten Dienstag im Monat von 10 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr im Erdgeschoss der Zehntscheune. Hannelore Nowacki

    Ganz auf Spaß eingestellt waren die Kinder am Glücksrad. Foto: Hannelore Nowacki

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