Förderverein Domkirche hatte zum Herbstfest mit Shanty-Chor volles Haus
Essen und Trinken für die Orgel
Das Herbstfest des Fördervereins Domkirche vereinte die Freude am Essen, Geselligkeit und musikalische Unterhaltung. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Eine steife Brise wehte in Lampertheim nicht, auch lag der Altrhein friedlich in seinem Bett als die „Neckarmöwen“ aus Mannheim am Freitagabend beim Herbstfest des Fördervereins Domkirche die gesangliche Lufthoheit mit Seemannsliedern eroberten und die Schunkelwellen im großen Saal der Notkirche ins Rollen brachten. Zum maritimen Motto des Abends passend waren die Tische mit Muscheln dekoriert. Um das Wohl der Gäste kümmerten sich 15 Helferinnen und Helfer des Fördervereins. Für das gediegene Menü waren die Lachse schon aus norwegischen Gewässern gefangen und zu zarten Lachfilets an Dillsauce mit Nudeln verfeinert worden. Michael Theuser, der dem Lachs die Gräten gezogen hatte, servierte den Gästen als Vorspeise ein lustiges Gedicht vom Dachs, dem der Hase den Lachs aufaß. Zwei Drittel aller Gäste hatten sich für Fisch entschieden, das weitere Drittel hatte den würzigen Schweinebraten mit zwei Kartoffelvariationen und Gemüse vorgezogen. Eingeladen waren alle Mitglieder, Gönner und Freunde des Fördervereins, die bei diesem geselligen Ereignis mit ihrem Eintrittspreis einschließlich Menü beim Abbezahlen der Orgel helfen. Herbert Eichenauer, Vorsitzender des Fördervereins, hielt seine Begrüßungsansprache kurz, um das Mikrofon bald dem Mann des Abends zu übergeben: Michael Jaletzky, stellvertretender Obmann beim zwanzigköpfigen Shanty-Chor, führte unterhaltsam durch das musikalische Programm, das mit rund dreißig Shantys auf zweieinhalb Stunden angelegt war. Der Spaß steht bei den „Neckarmöwen“ an erster Stelle und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Seemannslieder Wellen schlugen. Wie Sturmgebraus erhob sich hin und wieder der fröhliche Lautstärkepegel im Saal, der dem Chor die Lufthoheit zeitweise streitig machte. Vom Lampertheimer Duo Moni & Wolf war Wolfgang Weber mit seinem Akkordeon mit von der Partie, der mit Akkordeonspieler Gerd Feurer und Karl-Heinz Grimbs an der Gitarre den Chor temperamentvoll begleitete. Bei der musikalischen Weltreise besuchte der Shanty-Chor in Bombay, Java und Bora Bora. In Madagaskar kam die Pest an Bord, doch fröhlich ging es weiter nach Santo Domingo bis schließlich die Reeperbahn lockte. Heimat und Fernweh, Sehnsucht und die Liebe waren in den Seemannsliedern mitgefahren. Für die Frage „What shall we do with the drunken sailor“ hatten die „Neckarmöwen“ eine mitreißende Antwort. „Dat du min Leevsten bist“ sangen die Solistinnen Bärbel Unnewisse und Karin Ringhof einfühlsam auf Plattdeutsch im Duett. Friedrich „Cliff“ Wehe war der Überraschungsgast mit Trompete, der „Il Silenzio“ und „La Paloma“ spielte. Der aktuell 123 Mitglieder zählende Förderverein habe in den zehn Jahren seit der Orgeleinweihung 200.000 Euro aufgebracht, erklärte Vereinsvorsitzender Eichenauer im Gespräch, für weitere 2.000 Euro wurden kürzlich zusätzliche Register angeschafft. Der Förderverein veranstalte zwei eigene Großveranstaltungen, im Frühjahr die Weinverkostung, im Oktober das Herbstfest. Der Orgelsommer werde mit Weinverkauf unterstützt. Viele neue Mitglieder, auch junge Leute wünscht sich Eichenauer. Weihnachten ist nicht mehr weit und den neuen Adventskalender der Lukasgemeinde mit vielen Gewinnchancen gibt es auch schon. Die ersten Exemplare wurden beim Herbstfest verkauft. Hannelore Nowacki