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Fr., 24. Mai 2024, 09:04 Uhr
GEMEINDEVERTRETUNG: Prüfung von Einzelhandelskonzepten zur Nahversorgung diskutiert / Keine Badestelle am Kiesloch
Evangelische Kindertagesstätte bleibt in kirchlicher Trägerschaft
Aus der Evangelischen Kindertagesstätte wird keine kommunale Einrichtung. Foto: Hannelore Nowacki
GROSS-ROHRHEIM – Mit 17 Tagesordnungspunkten hatten die 15 anwesenden Gemeindevertreter am Mittwochabend ein umfangreiches Arbeitsprogramm von rund zwei Stunden vor sich. Die Grundstücksangelegenheiten unter Anwendung der Vorkaufsrechtssatzung wurden aus Datenschutzgründen wie in der Regel üblich am Schluss unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt. Vor dem Einstieg in die Themen bat Gemeindevertretervorsteher Torsten Henzel (SPD) alle Anwesenden, sich zum Gedenken an den kürzlich verstorbenen Alt- und Ehrenbürgermeister Heinz Roos zu erheben. Henzel würdigte die Roos‘ Verdienste, die er sich in 30 Jahren Engagement in der Kommunalpolitik hatte. Die Zuschauerplätze im Rathaussaal waren voll besetzt. Wie sich später zeigte, war der Tagesordnungspunkt 5 zur künftigen Trägerschaft der Evangelischen Kindertagesstätte von besonderem Interesse, denn nach der Abstimmung verließen alle Zuschauer bis auf einen den Raum. Henzel, der es so erwartet hatte, pausierte solange mit der Sitzung. Da der 2013 zwischen der Gemeinde Groß-Rohrheim und der Kirche geschlossene Vertrag ausläuft und von der Kirche keine Verlängerung gewünscht wird, wurde bereits imHaupt- und Finanzausschuss und in den Fraktionen beraten, ob die Gemeinde die Trägerschaft übernehmen soll.
Nach geltender Regelung zahlt die Gemeinde jährlich einen Betriebskostenzuschuss von über 600.000 Euro. Wie Walter Öhlenschläger (Freie Wähler-Bürger für Groß-Rohrheim/FW) berichtete, hatte der Ausschuss nicht abgestimmt. Der Auffassung von Uwe Hofmann (SPD), dass der Erhalt der kirchlichen Kita für die Attraktivität des Orts wichtig sei, schlossen sich die Fraktionsvorsitzenden Ludwig Klodtka (Leben in Groß-Rohrheim/LiGR) und Matthias Dobry (CDU) an. Allerdings solle der Kindergarten-Ausschuss nicht mit Gemeindevertretern besetzt und nicht erweitert werden. Walter Öhlenschläger (FW) meinte, man habe die dortige Arbeit schätzen gelernt, er sei für ein grundsätzliches Ja, denn es gebe keinen Zeitdruck, aber es müsse über Details geredet werden. Henzel machte jedoch energisch deutlich, dass nicht nach Fraktionsmehrheiten entschieden werde, entschieden werde nur, wenn alle zustimmen. Mit 15 Ja-Stimmen wurde beschlossen, die Trägerschaft bei der evangelischen Kirche zu belassen. Die Vertragsdetails sollen in einer weiteren Sitzung im Juli besprochen werden.
Einkaufen im Ort – was ist möglich?
In Groß-Rohrheim gibt es nur noch einen Bäcker, einen Metzger und ein Lebensmittelgeschäft. Diese begrenzten Einkaufsmöglichkeiten nannte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dobry, der den eingebrachten Prüfantrag seiner Fraktion mit der Frage nach Einzelhandelskonzepten zur Nahversorgung und möglichen Standorten begründete. Kleinere Geschäftsmodelle wie sie von Edeka und Teegut betrieben werden, die wenig Platz brauchten, könnten angesiedelt und auch gefördert werden. Den geringen Platzbedarf fand Klodtka (LiGR) überzeugend. Für eine Prüfung sei der Antrag nicht konkret genug, kritisierte Uwe Hofmann (SPD), die Verwaltung werde damit belastet. Öhlenschläger (FW) fand die Stoßrichtung richtig, führe aber zu nichts, nachdem es bereits 2013 eine Erhebung gab, aus der nichts folgte. Damals habe es immerhin noch zwei Metzger und eine Apotheke gegeben. Seine Kritik am Prüfantrag: Nur Fragen, keine Vorschläge. Bei zwei Enthaltungen wurde dem Antrag zugestimmt.
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Der Bericht aus dem Gemeindevorstand lag wie üblich als schriftlich als Tischvorlage vor. Beschlossen hatte der Gemeindevorstand unter anderem, die Sandreinigung auf dem Spielplatz „Neben dem Schubertweg“ in Auftrag zu geben und auf Empfehlung von Eltern für den Spielplatz in der Allee eine Nestschaukel für Kleinkinder anzuschaffen. Nach einem Gespräch mit Regierungspräsidium Darmstadt im Beisein der Firma Omlor und des Planungsbüros Schweiger und Scholz steht nun fest, dass am Kiesloch keine Badestelle genehmigt werden kann, da die Risiken aus dem laufenden und beantragten Tagebaubetrieb als zu groß eingestuft werden. Auch die Antwort auf die Anfrage der CDU-Fraktion vom Februar zu einem möglichen Ideenwettbewerb unter Kindern und Jugendlichen nach Erfahrungen in Biblis lag schriftlich vor. Die Resonanz sei mit 24 Teilnehmern gut gewesen, doch ließen sich die Kosten nicht beziffern, weil sie in Biblis zu laufenden Verträgen gehörten. Für Fördermittel aus dem Städtebauförderprogramm müsste die Gemeinde Groß-Rohrheim ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept erstellen. Für einen Bolzplatz für das angewachsene Neubaugebiet an der Ostseite Groß-Rohrheims hatte die SPD-Fraktion einen Prüfantrag gestellt, der wegen kostspieliger Ausstattungsfragen zu kontroverser Debatte und einer fünfminütigen Sitzungsunterbrechung zur Beratung führte. Einstimmig wurde der Gemeindevorstand beauftragt, Flächen und Kosten für eine einfache Ausstattung zu prüfen. Der Zusatzantrag der CDU für einen Tartanbelag und Basketballkörben wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt. Henzel gab den Termin der nächsten Bürgerversammlung am 4. Juli und den Gemarkungsrundgang mit Waldbegehung am 31. August bekannt.