Raketen und Zugaben bei der Prunksitzung des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß
Fantasievolle Zeitreise bis zum Mond
„1000 und eine Nacht“ Die Minigarde, der jüngste Nachwuchs beim 1. Carneval-Club Rot-Weiß, begeisterte das Publikum mit dem Thema „1000 und eine Nacht“. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Prunkvoll präsentierte der 1. Carneval-Club Rot-Weiß (CC Rot-Weiß) die dekorierte Hans-Pfeiffer-Halle am Samstagabend für die Prunksitzung. Vielfarbiges Glitzern und magische Lichteffekte waren der festliche Rahmen für die Tollitäten und Abordnungen zahlreicher befreundeter Fastnachtsvereine und die fantasiereich verkleideten Gäste. In bester Stimmung ließen sich die Gäste auf eine fünfstündige Zeitreise mit dem Ziel „Ein Sprung durch Raum und Zeit bleibt für die Ewigkeit“ ein. Mit Eröffnung der zweiten Hälfte trieb zusätzlich eine hochdrehende Zeitmaschine das Geschehen an, von Ilonka Grosch höchst motiviert auf Touren gebracht. Närrische Raketen wurden zur Belohnung gezündet und dem Publikum zuliebe sparten die Aktiven nicht mit Zugaben. Um es gleich vorweg zu verraten: Der Tanzgruppe Fantasy des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß gelang, zurückgebeamt ins Jahr 1969, vor den Augen des Publikums die Mondlandung mit eigener Rakete, um dort die Lampertheimer Fahne zu hissen. Doch zunächst schritt die charmante Stadtprinzessin Jennifer I., begleitet vom Ersten Vorsitzenden Freddy Herweck und der Juniorengarde mit Fahnenträger durch den Saal auf die Bühne, um von dort huldvoll ihr Motto zu verkünden. Kaum hatte sie „Auf alle Narren hier im Bau, ein dreifach donnerndes HE-LAU, HE-LAU, HE-LAU“ in den Saal gerufen, kam Schlag auf Schlag das Programm in Fahrt. Sitzungspräsident Markus Gutschalk hieß in seinen Begrüßungsworten die närrischen Hoheiten aus nah und fern willkommen, ebenso Bürgermeister Gottfried Störmer und Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass mit Gemahl Kurt Stass. Ausdrucksstark bewegten sich die Darmstädter Trommler vom „Drumcorps Marsch Mellows“ als instrumentale Einheizer. Einen unvergesslichen Ausflug in die Märchenwelt von „1000 und einer Nacht“ unternahmen die Zuschauer mit der Minigarde des CC Rot-Weiß, die in ihren prächtigen Kostümen voller Begeisterung tanzten. Auch jung an Jahren und schon ganz groß in der Bütt, erzählte Leonie Weitz vom Bürstädter Fastnachtsclub dem Publikum, dass sie sich ihren Prinzen selbst aussuchen werde.
Die Prunksitzung des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß ging nach fünf Stunden mit dem großen Finale zu Ende. Foto: Hannelore Nowacki
Auch im HR-Fernsehen wird sie auftreten. In lockerer Folge waren weitere Büttenreden ins Programm eingestreut, ein närrischer Höhepunkt die Doppelbütt mit Ehrenpräsidentin Margit Selb als Kathrin und Gerda König als Berta. Die beiden Damen hatten sich viel über die Männer und ihre fiktiven Ehemänner im Besonderen zu erzählen, ausgehend von der romantischen Erklärung „die Liebe ist das Licht des Lebens“. So zartfühlend ging es natürlich nicht weiter, zum Vergnügen des Publikums, dem Margit Selb kaum Gelegenheit zum Luftholen gab. Humoristisch aufbereitet, entwickelte sich beim Sketch mit Ilonka Grosch als Frau Schnadderich und Frank Bauer, einst Stadtprinz, ein sich zuspitzender Dialog, der den armen Mann doch sehr verstörte, das Publikum jedoch erheiterte. Frau sucht Hund, aber Mann sucht Frau – das wird kompliziert. Atemlos und begeistert schaut man ihnen zu, wie sie Pyramiden und Brücken bauen, fliegen und kunstvolle Figuren zeigen: Die Show-Akrobatikgruppe „Stud Buttons“ des Turnvereins Hofheim machte ihrem Ruf alle Ehre. „Gravity“, die sehenswerte Showtanzgruppe des Carneval-Clubs Eich, nahm die Zuschauer mit in die lustige Welt des Rummels, in der ein Schirm immer ein Sonnenschirm ist. Auch die Männer tanzten. Die Fireboys, das Männerballett des „1. Riedroder Fastnachtclubs 2019 – Die Brunnebutzer“ teilten sich in gute und böse Jungs auf und zeigten nach ihrem Strip schließlich Herz, doch nicht am rechten Fleck. Im Paartanz übte sich das vereinseigene Männerballett LA Hopser des CC Rot-Weiß. Im rot-weißen Farbenrausch waren Funkenmariechen Sophia Karb und Shalin Gündling, die Juniorengarde, und die Funkengarde des CC Rot-Weiß zu bewundern. Gerda König als tolpatschige „Donzmariiiii“ war eine Nummer außer Konkurrenz. Im Lauf der Zeitreise waren bei der Tanzgruppe The New Generation weite Röcke zum Rock’n Roll angesagt, die Funkengarde verschlug es am Ende als Mammuts, Riesenpinguinen, Eisprinzessinnen und Schneemännern über hunderttausend Jahre zurück in die Eiszeit. Mit „Yeah, set me on fire“ und „Hulapalu“ entzündete Jesina Litters, Elferratmitglied und 2. Vorsitzende, gemeinsam mit Vater Michael Grosch ein Stimmungsfeuerwerk, das im großen Finale endete. Eine vergnügte Party mit Barbetrieb und Musiker Dietmar Jöst folgte nach Mitternacht. Hannelore Nowacki