Fledermaus-Exkursion des NABU Bürstadt im Rahmen der Internationalen Batnight
Faszination Fledermaus
Nachdem sich alle die Zwergfledermaus genau angeschaut hatten, entließ Sybille Waibel ihren aufgepäppelten Zögling in die Freiheit. Foto: oh
BÜRSTADT - Am vergangenen Wochenende wurden im Rahmen der 22. Internationalen Batnight in über 35 Ländern weltweit Vorträge, Workshops und Exkursionen rund um das Thema Fledermäuse angeboten - so auch am Samstag in Bürstadt. Gut fünfzig Kinder und Erwachsene waren der Einladung des Naturschutzbundes (NABU) Bürstadt gefolgt und haben sich auf die Suche nach jagenden Fledermäusen am Waldrand bei Bürstadt-Riedrode begeben. Der NABU Bürstadt beschäftigt sich seit diesem Jahr verstärkt mit der faszinierenden Welt der Fledermäuse und hat dazu mit einer eigenen AG Fledermausschutz begonnen, die auch bereits einen Fledermauskasten-Workshop und eine Exkursion im Juni angeboten hat und die im Frühjahr Quartierkästen im Bürstädter Wald aufgehängt hat. Zunächst erläuterte NABU-Vereinsvorsitzender Michael Held Grundlegendes zum Körperbau der nächtlichen Flugakrobaten, stellte einige der einheimischen Fledermausarten vor und erläuterte wie sich die wendigen Tiere in der Dunkelheit orientieren können. Eine kleine Fledermaus-Fingerpuppe, ein Poster mit Darstellungen aller einheimischen Fledermausarten und eine Großaufnahme eines Fledermausgebisses illustrierten seine Ausführungen. Damit die Naturinteressierten die fliegenden Säugetiere am spätabendlichen Himmel auch sehen konnten, begab sich die Gruppe zu einer von Held ausgesuchten Stelle im nahen Wald, wo vor allem Mücken- und Zwergfledermäuse bei der Insektenjagd beobachtet werden konnten. Die Aktiven des Bürstädter NABU hatten außerdem sogenannte Bat-Detektoren mitgebracht, spezielle Geräte, die die von den Fledermäusen zwecks Orientierung in der Dunkelheit ausgestoßenen Ultraschallrufe in auch für das menschliche Ohr hörbare Töne umwandeln. So konnten die faszinierten Teilnehmer an der Exkursion anhand der "knatternden" Geräusche die Tiere meist schon hören, bevor sie gegen den spätabendlichen Himmel als flatternde Silhouetten zu sehen waren. Mithilfe der Detektoren konnten auch Zwerg- von Mückenfledermäusen unterschieden werden, die sich äußerlich sehr stark ähneln, aber in ihrer Frequenz deutlich zu unterscheidende Rufe ausstoßen. Ein weiterer Höhepunkt war der Start einer Zwergfledermaus direkt vor den Augen der staunenden Kinder und Erwachsenen aus der Hand von Sybille Waibel in den Nachthimmel. Waibel vom Fledermausschutz Südhessen war eigens angereist, um einen ihrer Zöglinge zu zeigen und in die Freiheit zu entlassen. Die von ihr gefundene und aufgepäppelte Fledermaus drehte daraufhin erfreulicherweise noch zwei "Ehrenrunden" über den Köpfen der Exkursionsteilnehmer und ging dann auf die Jagd nach Mücken und anderen nächtlichen Fluginsekten. Unterwegs erläuterten Waibel und Held immer wieder Wissenswertes zur Lebensweise und zu Schutz und Gefährdung der Fledermäuse. Zum Abschluss der nächtlichen Runde bei Bürstadt-Riedrode erhielten die Kinder noch Aufkleber und Postkarten und die Erwachsenen Info-Broschüren zum Thema. zg