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  • Di., 03. Juli 2018, 09:14 Uhr
    Kreativität und Forschergeist ohne Grenzen

    Ferienakademie 2018 präsentierte staunendem Publikum die Ergebnisse

    So einfach geht es, Jan beherrscht den Kniff. Foto: Hannelore Nowacki


    HÜTTENFELD – Schon sechzehn Mal hat die Ferienakademie für besonders begabte Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 4 bis 6 im Litauischen Gymnasium stattgefunden. Finanziert und gefördert wird das Projekt vom hessischen Kultusministerium und Kreis Bergstraße sowie vom Zentrum für Mathematik und der Sparkassenstiftung Starkenburg. Vierzig Kinder haben zu Beginn dieser Sommerferien eine Reise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gemacht – sie sind unter fachlicher Anleitung ihren kreativen Einfällen und der Fantasie gefolgt und haben in vier Tagen in ihrem jeweiligen Kurs viel gelernt. Und es hat ihnen offensichtlich sehr viel Spaß gemacht, davon konnten sich bei der Abschlusspräsentation am Donnerstag die Eltern, Familienangehörigen und Vertreter der Schulen selbst überzeugen. Nachdem Dr. Gabriele Hoffmann in Vertretung der Schulleitung des Litauischen Gymnasiums die Veranstaltung eröffnet hatte, begrüßte Eva Melanie Eberhardt, Organisatorin der Ferienakademie vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Bergstraße und den Odenwaldkreis, die Kinder und Gäste. Den Kindern sprach sie großes Lob aus, sie hätten viel gearbeitet, täglich sechs Stunden. Alle beteiligten Schulen, deren Lehrer die Kinder für die Ferienakademie ausgewählt hatten, seien mit dem Gütesiegel für Hochbegabte zertifiziert, erklärte Eberhardt. Seine Bewunderung brachte Bürgermeister Gottfried Störmer in seinem Grußwort den Kindern zum Ausdruck. Mit Wohlgefallen merkte er an, dass sich junge Menschen, ehemalige Schülerinnen und Schüler des Litauischen Gymnasiums, während der vier Tage dauernden Ferienakademie als Betreuer engagieren. Außerhalb der Kurszeiten begleiteten sie die Kinder beim erlebnispädagogisch orientierten Freizeitprogramm. Kreisbeigeordneter Karsten Krug überbrachte die herzlichen Grüße des Landrats und dankte allen, „die hier vor Ort mit angepackt haben“. Es sei wichtig, dass es solche Projekte gibt, meinte Krug, denn „wir müssen in die Zukunft investieren“. Bernhard Zotz vom Staatlichen Schulamt dankte den Eltern der Ferienakademie-Kinder, dass sie nicht gleich in die Ferien aufbrechen wollten, stattdessen nach Hüttenfeld aufbrachen. Ein unterhaltsamer Film unter der Regie von Ronja zeigte den Gästen im Schnelldurchlauf, welchen Aufgaben sich die Kinder in diesen vier Tagen gestellt hatten. Die Augen zu schließen für eine kleine Traumreise war die Empfehlung von Jette, bevor sie ihren selbst erdachten und geschriebenen Text über einen Nordseestrand vortrug, der mit den Worten „Ich bin glücklich“ schön endete. Marla war im Heißluftballon unterwegs, ein Text der die Gefühle während der Ballonfahrt beschreibt – „leicht und entspannt“ geht sie zu Boden. Linus hörte auf seiner einsamen Insel die Wellen platschen, schmeckte süße Kokosmilch und fühlte Sandkörner zwischen den Zehen. Sein Gefühl dabei: „ruhig und lässig, weil ich alle Zeit der Welt habe“. Eine verblüffende Knobelaufgabe aus dem Kurs Mathematik zeigte den Zuschauern die Magie der Zahlenwelt. Alle Gäste waren eingeladen, beim Rundgang die Kursergebnisse kennenzulernen und auch selbst in die Themenwelten einzutauchen. Das Abenteuer Mathematik lockte mit mehreren Aufgaben, denen sich die Gäste gerne stellten, trotz Trubel im Raum herrschte dabei größte Konzentration. Kursleiter war Dr. Martin Schmidl (Georg-August-Zinn-Schule Reichelsheim). Jan Goliasch vom Lessing-Gymnasium Lampertheim beeindruckte seine Mama Beate und seine Oma Gerlinde Helm gleichermaßen mit dem Trick das Haus ohne Schaden aus dem Tetraeder herauszuziehen. „Das kriegt man hin“, meinte seine Oma und war erfolgreich. Kursleiterin für das „Kreative Schreiben“ Janine Kolling (Alexander-von-Humboldt-Schule Viernheim) erläuterte beim Rundgang, dass sie mit den Kindern Übungen für alle Sinne gemacht habe, die Kinder ihre Ideen und Wortkunst jedoch völlig selbständig erarbeitet hätten. Am besten sei viele Adjektive zu verwenden. Im Raum der Geschichte stellten die jungen Forscher ihre Bauwerke aus, Burgen und Stadtbefestigungen aus Papier und Pappe. Mit selbst hergestellten Ritterhelmen und Schwertern ausgerüstet gingen sie dem Ritterleben auf den Grund. Auch die Frage wie die Städte entstanden, wurde beantwortet. Kursleiter Matthias Abendroth (Gymnasium Michelstadt) machte mit den Kindern Geschichte anfassbar. Was die Zuschauer beim Film zur Heiterkeit anregte, war bei der Technik mit LEGO-Mindstorms in Echt zu erleben. Paul und Christian aus Michelstadt haben einen komplexen Roboter zusammengebaut und programmiert. „Das ist ziemlich leicht“, fand Paul, der den interessierten Gästen die Details fachkundig die diversen Channels und Sensoren erklärte. Dem wendigen Roboter hat er viel beigebracht, ihm gehorcht die Technik perfekt. Aber es dürfen auch Gäste probieren. Paul, der im Gespräch mit dem TIP als Hobbys Tischtennis und Fußball nennt, macht diese Technik Spaß, aber er hat gemerkt: „Es frisst auch Zeit“. Im Freien hatte das Küchenteam zwischenzeitlich ein Büffet angerichtet und der Grill lief auf Hochtouren, um die Gäste nach dem Wissensrundkurs in entspannter Atmosphäre zu verköstigen. Hannelore Nowacki

    „PC“ heißt der Roboter, die Initialen seiner Erbauer Paul (vorne) und Christian. Foto: Hannelore Nowacki




     

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