Gesprächsrunde im Alten Rathaus mit den ehrenamtlich Aktiven des Asyl-Koordinierungskreises
Filmabend der Jusos zum Thema Asyl
BUZ: Im Rahmen einer Gesprächsrunde im Alten Rathaus tauschten sich die Mitglieder mit den Erfahrungen der ehrenamtlich Aktiven des Asyl-Koordinierungskreises Lampertheim aus. Foto: oh
LAMPERTHEIM - Über 200.000 Menschen haben 2014 in Deutschland Asyl beantragt, 2015 werden es voraussichtlich nicht weniger sein. Dass die steigenden Asylzahlen uns vor Herausforderungen stellen werden, die nur durch ein gesellschaftliches Zusammenwirken zu bewältigen sind, wissen auch die Jusos Ried. Im Rahmen einer Gesprächsrunde im Alten Rathaus tauschten sich die Mitglieder mit den Erfahrungen der ehrenamtlich Aktiven des Asyl-Koordinierungskreises Lampertheim aus. So betonte, deren Vorsitzender, Kurt Stass, dass dem Ehrenamt eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung alltäglicher Probleme der Asylbewerber zukomme. Zugleich dürfe das Ehrenamt aber nicht überfordert werden und als alleinige Lösung des Problems verstanden werden, da hier die Belastbarkeitsgrenze bereits erreicht sei. Ortsvorsteherin Carola Biehal, die sich ehrenamtlich um rund dreißig Flüchtlinge kümmert, ergänzte: "Vor allem in der Anfangsphase war es wichtig, keine Berührungsängste zu zeigen, um schnell Vertrauen aufzubauen. Zu Beginn haben einige mit psychischen oder gesundheitlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, wissen nicht wo der nächste Supermarkt ist und brauchen Übersetzungshilfe bei Briefen, die in Behördendeutsch abgefasst sind. Da ist jede Hilfe willkommen." Neben den Alltagsproblemen für Asylsuchende und Herausforderungen für das Ehrenamt wurde auch über die Ängste vieler Bürger und Bürgerinnen gesprochen. "Es kann nicht sein, dass selbst Parteien durch falsche Behauptungen bewusst Ängste bei der Bevölkerung schüren, um daraus ihren eigenen Nutzen zu ziehen", sagt Horst-Werner Schmitt, Ortsvorsteher im Rosengarten. "Die Politik muss verstärkt Aufklärung betreiben, um der Bevölkerung die Ängste zu nehmen, vor Menschen, die eine Bereicherung unserer Gesellschaft sein könnten." Hier konnte Landratskandidat Gerald Kummer zustimmen, der ebenfalls zu Besuch bei der Gesprächsrunde der Jusos war: "Wir müssen neue Konzepte entwickeln, um diese Menschen bestmöglich in unsere Gesellschaft aufnehmen zu können. Hierzu reicht es nicht aus, nur für die Unterbringung finanzielle Mittel bereitzustellen und die restlichen Aufgaben auf das Ehrenamt abzuwälzen." Stattdessen waren sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde einig, dass Angebote zur kostenfreien Sprachförderung, altersunabhängige Bildungs- und Weiterbildungsangebote und mehr finanzielle Mittel für Sozialarbeiter erste Schritte wären, um bestmögliche Integration zu betreiben und die in der Zuwanderung liegenden Chancen abzurufen. Zum Abschluss der Gesprächsrunde hielt der Juso-Vorsitzende Marius Schmidt fest: "Wir alle waren uns heute einig, dass auch eine Haltung zu Flüchtlingen zur Willkommenskultur dazu gehört. Wir alle haben eines gemeinsam: Wir sind zuerst Menschen und dann erst einer Nation zugehörig. Daher brauchen wir auch in Lampertheim ein Bündnis wie in Viernheim, das einfach auch mal öffentlich nach außen Ja zur Aufgabe sagt, Menschen aus einem anderen Land bei uns Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.“ Im Anschluss wurde der Film "Closed Sea" gezeigt, der die Träume und Hoffnungen der Asylsuchenden und die Migrationspolitik auf dem Mittelmeer zum Thema macht. Zg